Auch nach der EU-Osterweiterung bergen Aktien- und Rentenpapiere aus Osteuropa weiterhin großes Potenzial. Für Anleger kann sich ein Engagement also durchaus noch lohnen. Da die Aktienmärkte aber noch recht jung sind und größeren Schwankungen unterliegen als etwa der traditionelle europäische Markt, sollten Anleger die Papiere nur als Beimischung im Depot haben. Risikobewusste Anleger sollten zudem nicht in Einzelwerte investieren, sondern besser Fonds in ihr Depot holen. test.de nennt Chancen und Risiken für Anleger und sagt, welche Fonds als Beimischung geeignet sind.

Mehr Investitionen

Grund für das Potenzial der osteuropäischen Aktienmärkte: Die Volkswirtschaften der Beitrittsländer müssen noch erheblich wachsen, ehe sie ein ähnliches Niveau erreichen wie das der übrigen EU-Staaten. Schätzungen zufolge soll das Bruttoinlandsprodukt in den kommenden Jahren im Schnitt um bis zu 6 Prozent steigen. Auch Direktinvestitionen von Unternehmen werden nach Meinungen von Experten in den nächsten Jahren zulegen. Denn niedrigere Löhne und auch Steuern machen die EU-Beitrittsländer für Firmen attraktiv.

Auch Russland boomt

Schon in der Vergangenheit sind die osteuropäischen Aktienmärkte gut gelaufen. Beispiel: Der ungarische Markt legte im vergangenen Jahr um mehr als satte 70 Prozent zu und Tschechien erreichte ein Plus von mehr als 50 Prozent. Die höchsten Chancen versprechen nach wie vor Aktien- und Aktienfonds. Letztere investieren vor allem in Polen, Tschechien und Ungarn. Da die Märkte aber recht klein sind und nicht viel Kapital aufnehmen können, fließt ein großer Teil der Anlegergelder auch nach Russland. Gut für Anleger, denn der russische Markt boomt seit Jahren. Nach Ansicht einiger Analysten sind russische Aktien im internationalen Vergleich aber immer noch unterbewertet.

Tipp: Finanztest überprüft monatlich Aktienfonds aus Osteuropa. Stark überdurchschnittliche und überdurchschnittliche Fonds finden Sie in der Fondstabelle. Sie sollten Aktienfonds Osteuropa aufgrund der großen Schwankungen allerdings nur als Beimischung im Depot haben.

Chance für Rentenfonds

Auch Rentenfonds sind derzeit attraktiv. Grund: Noch sind Zinsen in den EU-Beitrittsländern höher als in Euroland. Bis die neuen Mitglieder den Euro einführen, wird sich das Niveau jedoch anpassen. Sinken die Zinsen, gibt es Kursgewinne aus Anleihen. Einige Rentenfonds wollen dies nutzen. Experten schätzen, dass die ersten osteuropäischen Länder den Euro frühestens in drei Jahren einführen. Auch für Rentenfonds Osteuropa gilt: Sie eignen sich nur als Beimischung für das Depot. Mehr als 10 Prozent der Anlagesumme sollten Sie nicht investieren.

Für Zocker

Wer sich an den internationalen Finanzmärkten gut auskennt und spekulieren möchte, kann auch auf einzelne osteuropäische Währungen setzen. Das geht etwa mit Tagesgeldkonten. Aber Vorsicht: Die hohen Zinsen können mögliche Währungsverluste nicht immer ausgleichen.

Spezielle Börse

Für Wertpapiere aus Ost- und Mitteleuropa gibt es eine spezielle elektronische Börse. Die New Europe Exchange (Newex) zielt vor allem auf Unternehmen aus Polen, Tschechien, Ungarn und Russland ab. Newex existiert seit November 2000 und hat ihren Sitz in Wien. Muttergesellschaften sind die Deutsche Börse Frankfurt und die Wiener Börse.

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