Aktien auf Pump Meldung

Immer mehr Anleger kaufen Aktien auf Kredit. Die Rechnung ist einfach: Wenn das eigene Depot um 20 oder gar 50 Prozent gewinnt, lassen sich Kreditzinsen von 5 bis 10 Prozent leicht verkraften. Wertpapierdarlehen der Banken finden daher reißenden Absatz: Bei der Direktanlagebank beispielsweise hat sich ihr Volumen in 15 Monaten fast verdoppelt, ähnlich bei Consors. Die Zinsen liegen bei 4,75 bis 5,25 Prozent. Beliehen werden bei deutschen Aktien 50 bis 60 Prozent des Depotwerts, je nach Bank.

Vorsicht: Aktien auf Pump lohnen nur, so lange die Kursgewinne höher sind als die Kreditzinsen. Die ziehen aber nun an, und das bedeutet meist auch sinkende Aktienkurse. Fallen sie unter den Beleihungswert, verlangt die Bank mehr Sicherheiten oder zwingt zum Verkauf. Dann bleibt der Kunde auf Verlusten und Schulden sitzen. Außerdem werden Kreditzinsen steuerlich nur anerkannt, wenn sie geringer sind als die Dividenden oder wenn die Wertpapiere in der Spekulationsfrist mit Gewinn verkauft werden (BFH, Az. VIII R 23/98).

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