Börsenexperten, die in den Medien Aktientipps geben und von einer dadurch ausgelösten Beeinflussung der Kurse selbst profitieren, können künftig härter bestraft werden. Denn nach Ansicht des Bundesgerichtshofs (BGH) handelt es sich dabei nicht unbedingt „nur“ um Insidergeschäfte, sondern womöglich um verbotene Kursmanipulationen (Az. 1 StR 24/03).

Im August 2002 war Sascha Opel, der ehemals stellvertretende Chefredakteur der Zeitschrift „Der Aktionär“, vom Landgericht (LG) Stuttgart wegen verbotener Insidergeschäfte zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden. Doch Opel hat keinen Insiderhandel begangen. Sein Verhalten könnte sich aber als verbotene Kursmanipulation entpuppen, so der BGH.

Opel gab in einschlägigen Fernsehsendungen regelmäßig Aktientipps zum Neuen Markt. Gleichzeitig beriet er Fondsmanager von zwei Neue-Markt-Fonds. Die setzten seine Empfehlung sofort um, was prompt die Kurse der empfohlenen Aktien in die Höhe schießen ließ. Opel soll die Aktien vor seinem Tipp selbst gekauft und nach dem Kursanstieg mit Gewinn verkauft haben. Damit soll er allein im Oktober 2000 mehr als 115 000 Euro kassiert haben. Für dieses so genannte Scalping drohen Opel bis zu drei Jahren Haft.

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