Aktien Meldung

Foto: Deutsche Börse AG

2012 war trotz Krise ein super Börsen­jahr: Der Dax ist um 29 Prozent gestiegen, Europas Aktienmärkte um 18 Prozent, um 15 Prozent der MSCI World, der die wichtigsten Aktienmärkte der Welt zusammen­fasst. Das weckt bei Anlegern wieder die Lust auf Aktien­investments. Der jüngsten Statistik des Fonds­branchen­verbandes BVI zufolge haben Anleger 2012 erst­mals im November wieder mehr Geld in Aktienfonds einge­zahlt als abge­zogen. Auch Anleger, die schon länger investiert sind, können sich wieder über ein Plus im Depot freuen.

Zehn Jahre reichen, aber nicht immer

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Das vergangene Jahr­zehnt war ein durch­wachsenes. Anleger, die sich um die Jahr­tausend­wende mit Aktien und Aktienfonds einge­deckt hatten, mussten viele Jahre warten, ehe sie über­haupt ihre Einstands­kurse wieder­sahen. Erst 2007 erreichte der Dax wieder seine Rekord­höhe von über 8 000 Punkten – um in der Finanz­krise erneut die Hälfte zu verlieren. Die Aktien­anlage sei eine lang­fristige, heißt es. Auch die Experten von Finanztest empfehlen Anlegern, die in Aktien oder Aktienfonds investieren, einen langen Atem. Wer zehn Jahre Zeit hat, sollte am Ende aller Wahr­scheinlich­keit nach mit einem Plus da stehen. Immer klappt das allerdings nicht. Wer im September 2000 deutsche Aktien bei einem Dax-Stand von knapp 6 800 Punkten gekauft hatte, lag zehn Jahre später leicht im Minus: Bei einem Verkauf im September 2010 hätte er einen Verlust von 0,9 Prozent pro Jahr gemacht. Ein knappes halbes Jahr später stand der Dax wieder über 7 000 Punkten (siehe Chart). Zwischen Gewinn und Verlust stehen manchmal nur ein paar Monate.

Hinterher immer schlau

Noch besser stehen Anleger da, die nicht im Jahr 2000 zu Höchst­kursen gekauft hatten, sondern erst 2002 einge­stiegen waren: Für sie betrug betrug die Zehn­jahres­rendite zum Stichtag 31. Dezember 2012 durch­schnitt­lich 10,2 Prozent pro Jahr. Doch hinterher sind Analysten und Anleger immer schlau: In der Euphorie der New Economy zur Jahr­tausend­wende konnte sich kaum einer von ihnen vorstellen, dass die Höchst­stände schon erreicht waren – zumal die Aktien­kurse damals lange Zeit fast nur eine Richtung kannten, nämlich die nach oben.

Tipp: Kaufen Sie Aktien oder Aktienfonds nur, wenn Sie Ihr Geld nicht an einem festen Tag brauchen. Wer flexibel ist und notfalls zwei, drei Jahre warten kann, hat eine gute Chance, Börsenkrisen auszusitzen und mit Plus zu verkaufen. Klug kann es auch sein, nach guten Phasen Teile seiner Gewinne in Sicherheit zu bringen. Das empfiehlt sich vor allem dann, wenn das Ende der Anspar­zeit absehbar ist.

Auch früher gab es schon Extreme

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Viele Anleger beklagen die hohen Preis­schwankungen an den Aktienmärkten. Einige von ihnen haben den langen Nieder­gang des Dax von über 8 000 Punkten im März 2000 auf 2 300 Punkte im März 2003 noch in schlimmer Erinnerung. Die Volatilität, die Kenn­zahl für die Schwankungs­breite der Renditen, hat in dieser Zeit extrem zugenommen. Die Fünf­jahres­volatilität stieg im Jahr 2003 auf knapp 30 Prozent pro Jahr an (siehe Grafik). Sie betrug damit rund doppelt so viel wie zeit­weise in den 1990er Jahren. Solche volatilen Markt­verläufe sind aber keineswegs eine völlig neue Entwick­lung. Auch in den 1980er Jahren gab es große Schwankungen. In diese Zeit fiel auch der höchste Tages­verlust, den der Dax jemals verzeichnete: Am 16. Oktober 1989 brach er um knapp 13 Prozent ein.

Der Dax zurück bis 1949

Auch schlechte Lang­frist­ergeb­nisse gab es früher schon, wie das Renditedreieck des Deutschen Aktien­instituts (DAI) zeigt. Das DAI hat die jähr­lichen Renditen des Dax von 1949 an dargestellt. So lange gibt es deutsche Kurs­barometer eigentlich gar nicht: Offiziell startete der Dax am 1. Juli 1988, Werte davor sind zurück­gerechnet. Wie die Rück­schau zeigt, durch­lief der Dax in den sechziger und siebziger Jahren lange Durst­stre­cken. Wer Ende 1960 einge­stiegen war und Ende 1970 aussteigen wollte, hätte eine Minusrendite von 1,8 Prozent pro Jahr verbucht. Erst fünf Jahre später, zu Ende 1975 lag sein Investment wieder im Plus.

Spätestens nach 15 Jahren im Plus

Das Renditedreieck zeigt auch: In den allermeisten Fällen reichten zehn Jahre Anlagedauer aus, um im Plus zu sein – und länger als 15 Jahre hat es bisher nie gedauert. Die Renditen fallen trotzdem recht unterschiedlich aus. Einige 15-Jahres­zeiträume brachten Renditen von mehr als 15 Prozent pro Jahr, andere von weniger als 5 Prozent.

Tipp: Einzelne Ländermärkte sind wegen ihrer hohen Schwankungs­anfäl­ligkeit als Grund­lage für ein Depot weniger gut geeignet. Wählen Sie dafür besser die breiter aufgestellten Aktienfonds Europa oder Welt. Empfehlens­werte Fonds finden Sie im Produktfinder Investmentfonds auf test.de.

Der Blick in die Welt

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Die Grafik zeigt die monatliche, jähr­liche und die Gesamt­entwick­lung des MSCI World seit Start vor 43 Jahren.

Der Welt­aktien­index MSCI World startete am 31. Dezember 1969. In den 43 Jahren bis zum 31. Dezember 2012 legte er um durch­schnitt­lich 6,9 Prozent pro Jahr zu – aus Sicht deutscher Anleger. Finanztest hat für die gesamte Zeit Jahres­renditen und die Wert­entwick­lungen einzelner Monate ausgerechnet (siehe Grafik). Die Werte seit 1999 sind in Euro umge­rechnet, Werte bis 1999 in Mark. Das heißt: In der Angabe der Wert­entwick­lung sind nicht nur die Kurs­verläufe der verschiedenen im MSCI World zusammen­gefassten Aktienmärkte enthalten, sondern auch die Währungs­unter­schiede. In Dollar gerechnet legte der Welt­index im Schnitt 9,4 Prozent pro Jahr zu. Die aus deutscher Sicht im Vergleich schlechtere Entwick­lung ist vor allem auf die starke Mark zurück­zuführen, die seit Ende der sechziger Jahre gegen­über dem Dollar aufgewertet wurde. Die USA stellen mit einem Anteil von mehr als 50 Prozent das größte Gewicht am MSCI World.

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