Akkus für Digitalkameras Test

Ein neuer Akku für die Kamera geht ordentlich ins Geld. Aber neben den Originalersatzteilen gibt es auch preiswertere Nachbauakkus.

Sie haben bei gleicher Größe mehr Power. Lithiumionen-Akkus bieten in Kameras viele Vorteile gegenüber den Nickel-Metallhydrid-Akkus. Durch die höhere Energiedichte halten sie deutlich länger. In der Praxis bedeutet das: mehr Fotos aus einer Akkuladung. Wer eine längere Fotosafari plant, nimmt trotzdem gern noch einen Ersatzakku mit. Hier stellt sich die Frage: Kann ein preiswertes Nachbauteil in der Kapazität und der Haltbarkeit mit den meist teureren Originalakkus der Kamerahersteller mithalten?

Wir haben die Akkus für vier der meistverkauften Digitalkameras von Canon, Nikon, Panasonic und Sony ausgewählt und getestet. Dazu wurden für jede Kamera vier bis fünf passende Akkus aus dem Zubehörhandel beschafft und nach der gleichen Testmethode wie die Originale geprüft.

Praxisgerechte Entladung

Der Entladezyklus im Prüflabor simulierte den Energiebedarf der Kameras bei den verschiedenen Funktionen. Dazu haben wir Stromverlaufskurven aufgezeichnet, die sich je nach Kameratyp deutlich unterschieden. Bei der Sony-Kamera zum Beispiel führte das Einschalten, Zoomen, Fokussieren, Auslösen des Blitzgeräts und Einfahren des Objektivs zu einem hohen Strombedarf. Bei Canon haben wir beim Zoomen keinen stärkeren Stromverbrauch gemessen, wohl aber bei der Sensorreinigung, die automatisch bei jedem Ein- und Ausschalten durchgeführt wird.

Kleine Sensibelchen

Lithiumionen-Akkus sind wahre Sensibelchen. Sie nehmen falsche Nutzung übel. Wird die niedrigste Spannung unterschritten oder die höchste überschritten, altern die Elektroden schneller, oder der Akku wird sogar zerstört. Auch die Temperatur spielt beim Laden, Lagern und Nutzen eine wichtige Rolle. Bei Minusgraden arbeitet der Akku schlechter, bei hochsommerlicher Hitze besteht die Gefahr des Überhitzens. Die Anbieter legen eine maximale Nutzungstemperatur fest. Diese liegt meist bei 60, bei Sony jedoch nur bei 40 Grad.

Starke Konkurrenz

Der beste Originalakku im Test ist der Nikon EN-EL 3e für rund 70 Euro. Der Hama für Nikon ist kaum schlechter, allerdings auch kaum billiger. Ansmann bietet einen gerade noch guten Kraftspender für 44 Euro. Die Kapazität bleibt hinter dem Original zurück, aber nicht so weit wie beim Uniross für 40 Euro. Der Sony-Nachkaufakku NP-FG1 war im Test deutlich leistungsfähiger als der in der Kamera Cyber-shot DSC-W220 mitgelieferte NP-BG1.

Vier Akkus verpassten ein gutes test-Qualitätsurteil. Der Bilora GPI-Akku für Nikon versprach eine Kapazität von 1 500 Milliamperestunden, mit dem Originalladegerät erreichten wir aber nur 1 110. Die Akkus von Connect und der nur ausreichend haltbare von Conrad für die Panasonic Lumixhaben wir wegen fehlender Anleitungen abgewertet. Darin sollte der Anbieter wichtige Hinweise zur Handhabung, Sicherheit und Entsorgung geben (siehe Tipps)

Finger weg von No-Name-Akkus

Neben der Sicherheit sind fehlende Informationen auch beim Kauf von billigen No-Name-Akkus ein Problem. Sie werden vorwiegend im Internet angeboten. Wir haben außerhalb des Tests vier solcher Exemplare bestellt, aus jeder Kameragruppe einen, und zahlten dafür zwischen 5,90 und 20 Euro. Versandkosten von 3,90 bis 5,90 Euro kamen noch hinzu. Einen Hersteller- oder Anbieternamen fanden wir auf keinem dieser Akkus. Einer der billigen Lithiumionen-Akkus war nicht kurzschlusssicher. Als Mogelpackung erwies sich ein weiteres Exemplar, das nach unserem Messverfahren nicht einmal die Hälfte der versprochenen Kapazität enthielt.

Dieser Artikel ist hilfreich. 425 Nutzer finden das hilfreich.