Welcher Lithium-Ionen-Akku zu Ihrem Gerät passt, erkennen Sie am Typenschild.

Egal ob Staubsauger, Rasenmäher oder Heckenschere, E-Bike, Bohr­maschine oder Bluetooth-Box – akku­betriebene Geräte und Produkte sind auf dem Vormarsch. Doch was müssen Nutzer von Akkus beachten, damit diese lange halten? Welche Gefahren gehen von Akkus aus und lassen sich diese vermeiden? Die Stiftung Warentest gibt Infos und Tipps zum Thema Akku.

Akkus in Handys und Tablets

Sie sind Sensibelchen: Lithium-Ionen-Akkus mögen es nicht zu kalt und nicht zu heiß – und Stöße vertragen sie gleich gar nicht. Manchmal tritt die eigentlich verborgene Technik mit einem Knall ins Rampenlicht. 2003 explodierten mit Lithium-Ionen-Akkus betriebene Nokia-Handys, dasselbe Spektakel gab es 2016 mit dem damals brandneuen Galaxy Note 7. Solche Akkus treiben viele Multimediageräte wie Bluetooth-Kopfhörer und Smartphones oder auch Tablets an. Hier lesen Sie, was Sie gegen vorzeitigen Akku­tod tun können.

Tipp: Die Stiftung Warentest hat auch induktive Ladegeräte getestet. Hier ist das Lade­kabel über­flüssig. Induktions­lader ermöglichen intervall­artiges Laden, mal nur kurz zwischen­durch. Das schont Akkus.

Akkus immer öfter fest verbaut

Den Akku lange am Leben zu halten, schont Umwelt und Geldbeutel. Das umso mehr, als der Akku mobiler elektronischer Geräte immer öfter fest verbaut ist. Ein Akkuwechsel ist inzwischen oft nur noch teuer durch Service­techniker und zuweilen gar nicht mehr möglich. Ein Ende dieses Trends ist nicht abzu­sehen. Ein Argument der Anbieter lautet, dass fest verbaute Akkus den knappen Platz im Gehäuse etwa eines Smartphones oder Tablets optimal ausnutzen und dem Gerät so eine längere Betriebs­dauer ermöglichen als mit Wechselakkus. Sie führen auch ins Feld, dass Abdeckungen im Gehäuse über dem Wechselakku nur aufwendig gegen Feuchtig­keit und Staub abzu­dichten seien. Die Experten der Stiftung Warentest sind der Ansicht, dass derlei Anforderungen auch mit einem für wechsel­bare Akkus gefertigten Gehäuse zu lösen sind.

Potente Leicht­gewichte schonend behandeln

Lithium-Ionen-Akkus wiegen bei gleicher Ladung weniger als andere Akku­typen und sind kleiner. Für ein langes, sicheres Akkuleben sorgen moderate 20 Grad. Außer­halb dieser Wohl­temperatur liefern Akkus weniger Strom. Mehr noch: Bei Temperaturen unter dem Gefrier­punkt beziehungs­weise über 45 Grad Celsius altern sie schneller: Nutzer müssen sie öfter laden oder ersetzen. Bei Hitze ist die hoch konzentrierte Energie sogar riskant.

Lithium-Ionen-Akkus können Lade­vorgang selbst abbrechen

Mit ihrer hohen Energiedichte und den chemischen Besonderheiten sind Lithium-Akkus besonders gefähr­lich. Heftige Stöße oder falsche Behand­lung können schützende Membranen im Akku-Inneren durch­lässig machen, ein interner Kurz­schluss droht. Der Akku gerät dann leicht in Brand und explodiert schließ­lich. Behandelt man sie richtig und trifft entsprechende tech­nische Vorkehrungen, sind Lithium-Akkus durch­aus alltags­tauglich. So über­wacht eine elektronische Schutz­schaltung – das Batteriemanagement­system (BMS) – ihren Zustand. Beispiels­weise reduziert das BMS bei steigender Temperatur den Lade­strom und stoppt das Akku­laden bei unzu­lässiger Erwärmung sogar ganz. Im Test induktive Ladegeräte bemerkten wir das bei Smartphones in der Klimakammer schon bei einer Luft­temperatur von 35 Grad. Da lud kein einziger Akku mehr.

Tipps für Akkus in Handys und Tablets

Feuergefahr. Betreiben Sie Ladegeräte nicht in der Nähe brenn­barer Materialien. Der hohe Stromfluss erwärmt das Ladegerät stark, das könnte brenz­lig werden: Ein Blech­regal entflammt nicht, Gardinen vielleicht schon.

Lade­stopp. Beenden Sie den Lade­vorgang möglichst bei etwa 80 Prozent – voll geladene Akkus altern vorschnell. Das wollen einige Anbieter bereits auto­matisch machen, doch ob das bei ihrem Handy oder Tablet so ist, können Nutzer nicht erkennen. Mehr Trans­parenz bitte!

Teilladung. Laden Sie das Handy etwa beim Frühstück und Abend­brot, statt es stunden­lang auf eine Ladeschale zu legen. Das schont Akku und Umwelt. Wenn Sie den Akku immer von 0 auf 100 voll­laden, verschleißt er schnell.

Schatten. Laden Sie Handys nicht in direkter Hitze, etwa in der Sonne am Fenster – da drohen Umge­bungs­temperaturen um 60 Grad. Heiße Akkus laden lang­sam oder gar nicht und altern schnell.

Winter­sport. Wird der Akku kälter als zehn Grad Celsius, liefert er nur noch wenig Strom. Das gibt sich wieder nach Erwärmung. Dauer­schäden dagegen sind die Folge, wenn Akkus bei Minusgraden laden oder lagern.

Lagerung. Akkus altern selbst bei Nicht­gebrauch, speziell bei Tief­entladung auf 0 Prozent. Laden Sie alle paar Wochen bis etwa 60 Prozent, das hält Akkus fit.

Absturz. Hält das Handy nach einem harten Schlag nicht mehr so lange durch wie vorher, könnte ein interner Kurz­schluss vorliegen. Tauschen Sie den Akku, bevor er in Flammen aufgeht.

Verformungen. Entsorgen Sie Akkus mit sicht­baren Verformungen. Beult sich deren Gehäuse aus, deutet das auf Gasentwick­lung im Innern hin. Es besteht Explosions­gefahr!

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Akkus in Werk­zeugen, Haus­halts- und Gartengeräten

Bei Werk­zeugen, Haus­halts- und Gartengeräten sind Modelle ohne Kabel auf dem Vormarsch. Das drückt sich auch bei unseren Tests aus. So testen wir sowohl akku­betriebene Gartengeräte wie Rasenmäher, Mähroboter und Heckenscheren als auch Haus­halts­geräte wie Akkusauger und Saug- und Putzroboter sowie Heim­werk­ergeräte wie etwa Akkuschrauber.

Akkuspannung, Energiemenge, Produktions­jahr

Spannung. Die Spannung muss zu Werk­zeug und Ladegerät passen, damit die Geräte funk­tionieren. 36 Volt (V) passt in Gartengeräte, 18 Volt in Werk­zeuge. Zuweilen vermarkten die Anbieter Geräte mit der Angabe 20 Volt. Einen Vorteil haben Kunden davon nicht: Es sind die gleichen Akku­zellen verbaut wie bei der Konkurrenz. Jedes 18-Volt-Akku­pack liefert diese etwas höhere Maximalspannung.

Energie. Je mehr Energie im Akku steckt, desto länger arbeitet das Gerät. Mit einer Energiemenge von 90 Watt­stunden (Wh) lässt sich eine kleine Rasenfläche mähen.

Alter. Akkus sollten beim Kauf möglichst frisch sein, sie altern auch durch Nichts­tun. Aber: Beim Händler falsch gelagert, kann auch ein junger Akku schon „alt aussehen“.

System­akku: Ein Akku für alle Geräte

Viele Anbieter setzen inzwischen auf Akkus, die in verschiedenen ihrer Geräte gleichermaßen einsetz­bar sind – ein Akku für alle also. Das verringert die Anzahl von Akkus und Ladegeräten im Haushalt. So sinkt die Gefahr, Akkus mit einem falschen Ladegerät zu laden, nur weil Lade­stecker und -buchse zufäl­lig passen. Bisher funk­tioniert das nur mit Geräten eines Herstel­lers. Herstel­ler­über­greifend gleiche Akkus sind noch besser. So etwas bieten Metabo und Bosch inzwischen an.

Tipps für Akkus in Werk­zeugen und Gartengeräten

Arbeiten. Akkus mögen keine Extrem­temperatur. Optimal zum Arbeiten sind Temperaturen um 20 Grad Celsius. Frost sowie Hitze über 40 Grad können Akkus schädigen.

Lagern. Bewahren Sie Akkus an einem trockenen und möglichst kühlen, aber frost­freien Ort auf – am besten außer­halb der Wohnung, etwa im Keller. Niemals in der Nähe brenn­barer Gegen­stände lagern! Auch Orte mit starken Vibrationen, wie die Werk­bank, sind unge­eignet.

Aufladen. Am besten an einem trockenen, möglichst kühlen Ort laden. Nehmen Sie volle Akkus aus dem Ladegerät.

Nach­laden. Akkus zweimal im Jahr nach­laden – sofern sie nicht ohnehin regel­mäßig benutzt und somit auch geladen werden.

Reparieren. Ist ein akku­betriebenes Gerät kaputt, ist das ein Fall für die Fach­werk­statt, vorzugs­weise für eine vom Anbieter empfohlene. Verwenden Sie beschädigte Akkus niemals weiter. Sie könnten in Brand geraten oder explodieren. Akkubrände sind kaum zu löschen.

Entsorgen. Bringen Sie alte und kaputte Akkus zu Sammelstellen oder Händ­lern (siehe FAQ Elektroschrott).

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Akkus in E-Bikes und Pedelecs

Sie verwandeln harte Anstiege in sanfte Hügel, Lang­stre­cken in Kurz­trips, Gegen­wind in laue Lüft­chen. Nicht ohne Grund erklären 84 Prozent der E-Bike-Besitzer in unserer Umfrage vom Frühjahr 2020, seit sie ein Pedelec besäßen, führen sie häufiger Rad als vorher. Bei so einem Hightech-Gerät geht es aber neben der Fahr­radpflege auch um den Akku und dessen Pflege.

Reich­weite oder Maximal­schub

Bei den 2020 geprüften Pedelecs sind die Akkus im Rahmen verborgen, Modelle mit einem Akku auf dem Gepäck­träger hatten wir nicht mehr im Test. Mit 500 bis 540 Watt­stunden Energie im Akku bieten Elektroräder viel Reich­weite oder jede Menge Power an Steigungen. Unsere Tester kamen auf Mallorca auch mal rund 100 Kilo­meter weit. Im anspruchs­vollen Labortest fielen die Reich­weiten deutlich geringer aus, waren aber immer noch gut.

Knack­punkt Sicher­heits­prüfung

Weniger gut verlief dagegen in zwei Fällen die elektrische Sicher­heits­prüfung: Die Stecker­gehäuse am Ladegerät beziehungs­weise Akku sind aus einem Kunststoff gefertigt, der – etwa bei einem Kurz­schluss der elektrischen Kontakte – in Flammen aufgehen und abbrennen kann. Damit sind beide Pedelecs mangelhaft. Die anderen Akkus und Ladegeräte sind sicher, manche ärgern aber: Sie lassen sich nur mühsam ins Akkufach im Rahmen einsetzen oder stellen beim Aufladen die Geduld auf die Probe. Schuld sind die schwachen 2-Ampere-Ladegeräte. Bessere Pedelecs tanken Energie mit einer Strom­stärke von bis zu 4 Ampere und sind in weniger als drei Stunden voll­geladen.

Tipps für E-Bike-Akkus

Reich­weite. Wer weit kommen will, sollte mit nied­riger Unterstüt­zung fahren und nur hoch­schalten, wenn es wirk­lich mal anstrengend wird.

Lebens­dauer. Viele Pedelec-Anbieter geben die Lebens­dauer der Akkus mit 500 bis 1 000 Voll­ladezyklen an. Zur zyklischen Alterung kommt jedoch die kalendarische: Unabhängig von der Nutzung verlieren die Akku­zellen mit der Zeit Kapazität, einige Prozent Verlust pro Jahr sind möglich. Spätestens nach fünf Jahren ist daher oft ein Ersatz­akku fällig.

Nicht leerfahren. Ein pfleglicher Umgang bedeutet für Pedelec-Akkus vor allem: Akku nicht leer fahren, sondern möglichst nach jeder Fahrt nach­laden. Solche Teilladungen schaden modernen Akkus nicht.

Kontakte reinigen. Viele Fahr­rad-Akkus können abge­nommen werden. Die Kontakte zur Elektrik des Fahr­rads verschmutzen bei Regen und Schnee­matsch schnell, insbesondere bei den im Rahmen, also weit unten, montierten Akku­packs. Feuchtig­keit und Strom vertragen sich aber nicht: Halten Sie diese Kontakte sauber und trocken.

Lagerung. Wird das Rad länger nicht genutzt, Akku vorher nach Gebrauchs­anleitung aufladen (meist auf 30 bis 60 Prozent) und trocken bei 10 bis 20 Grad Celsius lagern. Extreme Temperaturen schaden dem Akku. Sie sollten ihn daher nicht in der prallen Sonne am Pedelec lassen und im Winter nicht im kalten Schuppen lagern.

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So verhindern Sie, dass der Akku in Brand gerät

Ob Pedelecs, E-Scooter, Hover­boards oder Drohnen: Die darin verbauten Lithium-Akkus können gefähr­lich werden. Erst kürzlich geriet ein Akku in einem Münchener Kinder­zimmer in Brand. Rückruf­aktionen wegen Brandgefahr durch Lithium-Akkus meldete die Stiftung Warentest schon mehr als 30 Mal – für Akku­schrauber, Babyphones, Digitalkameras, E-Bikes, Notebooks, Schnurlostelefone und Smartphones (Themenseite Rückrufe und Produktwarnungen). Betroffen waren oft bekannte Firmen wie Apple, Dell, KTM, Lenovo, Nokia, Samsung, Sony und Toshiba. Wir sagen, wie Sie das Risiko reduzieren können.

So können Lithium-Akkus unter Stress geraten

Lithium-Akkus bieten eine hohe Leistung bei kompakter Bauweise. „In ein geringes Volumen wird viel elektrische Energie gepresst“, beschreibt Professor Roland Goertz das Prinzip. Er ist Experte für chemische Sicherheit und Brand­schutz an der Uni Wuppertal. Bei sachgerechter Hand­habung geht von Lithium-Ionen-Akkus kein außergewöhnliches Brandrisiko aus. „Es gibt aber drei Methoden, Lithium-Akkus zu stressen: ther­misch, mecha­nisch und elektrisch“, sagt Roland Goertz. Durch zu starke Hitze ab 60 Grad Celsius oder Kälte unter minus 10 Grad, Stöße oder Risse sowie Über­spannung können Defekte auftreten. Der Akku kann dann bis zu 1 000 Grad heiß werden und seine Energie unkontrollier­bar und explosions­artig abgeben, wie das Video Brennende Akkus vom Institut für Schaden­verhütung und Schaden­forschung veranschaulicht.

Welche Versicherung zahlt?

Beim Aufladen eines gebrauchten Elektro-Spiel­zeughelikopters ist besondere Vorsicht geboten. Das zeigt der Fall eines Mieters, der das Spielzeug im Keller zum Aufladen zurück­ließ. Kurz darauf explodierte es, steckte einen Stoff­koffer, Elektrogeräte und eine Holz­sauna an, dann verbreitete sich das Feuer. Die Wohngebäudeversicherung des Eigentümers verlangte, dass sich die Privathaftpflichtversicherung des Mieters am Schaden beteilige, da die Brandgefahr von Lithium-Ionen-Akkus bekannt sei. Laut dem Land­gericht Coburg habe der Mieter seine Sorgfalts­pflicht verletzt – schon deswegen, weil er ein gebrauchtes Elektrospielzeug in brenn­barer Umge­bung auflud. Er hätte die Gefahr erkennen und den Schaden vermeiden können (Az. 23 O 464/17).

So verringern Sie das Risiko

  • Verwenden Sie ausschließ­lich Ladegeräte, die für den Akku oder das jeweilige Gerät vorgesehen sind.
  • Am besten laden Sie die Geräte außer­halb der Wohnung an einem trockenen Ort mit Brandmelder. Wenn das nicht geht: Bleiben Sie in der Nähe, wenn die Geräte am Netz hängen, und laden Sie nicht, während Sie schlafen. Räumen Sie den Ladeort frei von Brenn­barem.
  • Verwenden Sie beschädigte Akkus niemals weiter. Kleben Sie die Pole ab und bringen Sie die Akkus zurück zum Fachhändler oder zum Wert­stoff­hof.
  • Lagern Sie Akkus nicht in der prallen Sonne oder bei Minus­temperaturen.
  • Wenn es doch mal brennt: Raus aus dem Zimmer, Feuerwehr rufen! Nach dem Löschen lüften: Brennende Akkus können Dämpfe mit stark ätzenden und giftigen Substanzen freisetzen. Akkubrände außer­halb der Wohnung können Sie aus sicherer Distanz mit viel Wasser kühlen, bis die Feuerwehr eintrifft.
  • Mehr Infos zu Akkubränden finden Sie auf der Website des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung.
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Akkus und Batterien im Vergleich

Akkus (Sekundär­zellen) wie auch Batterien (Primär­zellen) sind im Grunde gleich aufgebaut: Zwei Elektroden aus unterschiedlichen Materialien bilden Plus- und Minus­pol. Eine chemische Reaktion erzeugt elektrische Spannung – Strom fließt, wenn beide Elektroden verbunden werden. Das geschieht etwa beim Einschalten einer Taschen­lampe. Eine Elektrolyt genannte Substanz erlaubt den Stromfluss, trennende Membranen verhindern einen internen Kurz­schluss. Kurz­schlüsse will niemand. Sie erzeugen Hitze – zum Teil sogar explosions­artig.

Batterie: mehrere Zellen zusammen­geschaltet

Einzelne Zellen werden auch zusammen­geschaltet, das addiert die Zell­spannung. In einem 9-Volt-Block etwa stecken sechs Zellen mit jeweils 1,5 Volt Zell­spannung. Daher rührt die Bezeichnung Batterie, die heute aber auch auf einzelne Zellen angewendet wird. Abge­sehen von der Frage „aufladbar oder nicht?“ unterscheiden sich die verschiedenen Zellen hinsicht­lich ihrer Energiedichte und wie sie zu behandeln sind. Wermuts­tropfen für die Elektromobilität: Kein Akku, keine Batterie erreicht auch nur annähernd die Energiedichte fossiler Brenn­stoffe. Diesel­kraft­stoff etwa hat einen Energiegehalt von rund 12 000 Watt­stunden pro Kilogramm, die beste Batterie kommt gerade mal auf 400 Watt­stunden pro Kilogramm. Akkus speichern (derzeit) noch weniger Kraft.

Von der Batterie zum Akku

Elektrischer Strom lässt Lampen leuchten und treibt Elektromotoren an. Batterien wie die Voltaʹsche Säule lieferten ihn schon vor mehr als 250 Jahren. Heute sind Alkali-Batterien (Alkaline) etwa als AA-Rund­zelle oder Zink-Luft-Batterien für Hörgeräte verbreitet. Vor fast 150 Jahren kamen nach­ladbare Akkumulatoren in Mode – etwa Bleiakkus, die noch heute als Starterbatterie in Fahr­zeugen mit Verbrennungs­motor stecken. Die Suche nach kleinen, leichten und dennoch potenten Akkus führte schließ­lich zu den heute weit verbreiteten Lithium-Akkus. Der Grund liegt auf der Hand: Bei gleicher Betriebs­dauer wöge ein Smartphone mit Bleiakku wohl ein Kilogramm oder mehr.

Wann ist der Akku tot?

Akkus in Geräten für Endverbraucher wie Notebooks und Smartphones gelten dann als verbraucht, wenn sie nur noch 60 Prozent ihrer ursprüng­lichen Kapazität haben. Das ist beispiels­weise bei Lithium-Akkus nach drei bis fünf Jahren der Fall, selbst wenn sie in dieser Zeit unbe­nutzt sind. In Elektro­autos einge­setzte Akkus können aber noch viele Jahre nach ihrer Ausmusterung arbeiten: Etwa in Speicher­kraft­werken. Deren Betreiber setzen ausgemusterte Akkus ein und nutzen eben deren Rest­kapazität.

Was bedeutet 100 Prozent Kapazität?

Kapazität meint die im Akku gespeicherte Energie. Akkus von Pedelecs und E-Bikes speichern oft 500 Watt­stunden, bei Elektro­autos häufig das Hundert­fache oder mehr. Immer öfter sind Akkus größer als angegeben. So konnte Tesla 2017 Fahrern der Elektro­autos Model S und Model X in Florida per Software mehr Reich­weite spendieren, als der Hurrikan Irma sie bedrohte: Aus „gekauften“ 60 Kilowatt­stunden Akku­kapazität wurden per Mausklick 75 Kilowatt­stunden, die Reich­weite stieg um rund 65 Kilo­meter.

Wenn die Lade­stand­anzeige 100 Prozent zeigt, hat der (in Wirk­lich­keit größere) Akku tatsäch­lich meist nur etwa 80 oder 90 Prozent erreicht. Durch diesen Trick wird echtes Voll­laden vermieden – vermindert es doch die Lebens­dauer des Akkus. Sind die Akkus größer als angegeben, halten sie vermutlich auch länger. Schließ­lich fangen sie bei einer Kapazität von mehr als 100 Prozent an zu altern – und brauchen entsprechend länger, ehe sie bei 60 Prozent sind und ausgemustert werden.

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Von Alkaline bis Zink-Luft – diese Typen von Batterien und Akkus gibt es

Alkaline-Batterien

Seit wann gibt es das? Bekannt etwa als AA- oder AAA-Zelle beziehungs­weise 9V-Block verdrängten alka­lische Batterien in den 60er Jahren die zuvor üblichen Zink-Kohlebatterien.

Wie funk­tionieren sie? Alkalines haben eine Zell­spannung von 1,5 Volt und speichern etwa 190 Watt­stunden pro Kilogramm. Ihre Selbst­entladung ist gering: Eine unbe­nutzte Batterie kann nach drei Jahren noch etwa 90 Prozent ihrer ursprüng­lichen Energie abgeben.

Welche Materialien stecken drin? Für die Elektroden kommt Zink-Mangan­oxid zum Einsatz, das Elektrolyt ist Kaliumhydroxid in einer wäss­rigen Lösung.

Wo kommen sie vor? In port­ablen Radios, Taschen­lampen und etwa Funk­fern­steuerungen für Modell­fahr­zeuge.

Was ist zu beachten?

  • Alkaline-Batterien sind mecha­nisch recht robust, können jedoch „auslaufen“, etwa nach einem internen Kurz­schluss oder mehr­jähriger Lagerung.
  • Kühl gelagert ist die Selbst­entladung am geringsten.
  • Eine schnell entladene Batterie (etwa in einer Taschen­lampe) hat tatsäch­lich noch etwa 30 Prozent ihrer Energie, die sie allerdings nur in einem Gerät mit geringerem Leistungs­bedarf abgeben kann – etwa in einem Funk­wecker.

Bleiakku

Seit wann gibt es das? Der schon etwa 1880 entwickelte Bleiakku ist auch heute noch allgegen­wärtig.

Wie funk­tionieren sie? Die Energiedichte beträgt gerade mal 30 Watt­stunden pro Kilogramm, die Zell­spannung 2 Volt. Bleiakkus halten je nach Qualität und Belastung zwischen 2 und 15 Jahren, das entspricht rund 200 bis etwa 1 200 Lade­zyklen bei wöchentlicher Ladung. Der Lade­verlust beträgt etwa 20 Prozent: Für 100 Watt­stunden entnommene Energie müssen beim Laden etwa 120 Watt einge­speist werden.

Welche Materialien stecken drin? Die Elektroden bestehen aus Blei beziehungs­weise Blei­oxid, das Elektrolyt ist verdünnte Schwefelsäure.

Wo kommen sie vor? Als Starterbatterie in Fahr­zeugen mit Verbrennungs­motor, in Gabel­staplern und Kleinfahr­zeugen als Energiequelle für den Elektromotor.

Was ist zu beachten?

  • Die heute üblichen geschlossenen Blei-Gel(Vlies)-Akkus dürfen nicht über­laden werden, das dabei erzeugte Gas kann nicht entweichen, der Über­druck könnte das Akku­gehäuse sprengen.
  • Bleiakkus mit einem Schraub­verschluss auf den Akku­zellen (offene Akkus) verlieren durch das Ausgasen Elektrolytflüssig­keit. Die muss mit destilliertem Wasser aufgefüllt werden.
  • Tief­entladung unter 20 Prozent der Akku­kapazität ist zu vermeiden – das könnte den Akku unbrauch­bar machen. In Fahr­zeugen verhindert der Lader­egler das Tief- oder Über­laden. Er ist auf den vom Fahr­zeug­hersteller einge­bauten Akku abge­stimmt.

Lithium-Ion-Akkus (Li-Ion)

Seit wann gibt es das? Diese seit Beginn der 1990er Jahre verfügbaren Akkus gibt es inzwischen in verschiedenen Varianten. Das ermöglicht maßgeschneiderte Lösungen: von der in eine beliebige Form gegossenen Variante bis zu Akku­zellen mit akzeptabler Leistung auch noch bei hohen oder aber tiefen Temperaturen oder mit besonders geringer Selbst­entladung.

Wie funk­tionieren sie? Die Energiedichte beträgt zwischen 130 und 200 Watt, die Zell­spannung 3,6 bis 3,8 Volt. Die Zahl der möglichen Lade­zyklen liegt zwischen 300 und 2 000, die Lebens­erwartung meist zwischen drei und fünf Jahren. Für 100 Watt­stunden entnommene Energie müssen beim Laden etwa 110 Watt einge­speist werden. Induktives Laden, beliebt etwa bei Smartphones und kabellosen Bluetooth­kopf­hörern, bringt zusätzliche Verluste – im Extremfall bis zu 80 Prozent.

Welche Materialien stecken drin? Für die Elektroden wird Lithium in Kombination mit einem anderen Material verwendet, oft Cobalt­dioxid, aber auch Mangandioxid, Eisenphosphat oder Zinn-Schwefel-Verbindungen. Vielfalt gibt es auch beim Elektrolyt. Das können Poly­mere sein, aber auch Salze wie Lithium­hexafluoro­phosphat.

Wo kommen sie vor? Sie stecken in Smartphones und Notebooks, in E-Bikes, Hybrid- und Elektro-PKWs und in vielen Akku-Geräten für Haushalt und Garten.

Was ist zu beachten?

  • Lassen Sie Li-Ion-Akkus nicht herunter­fallen, schützen Sie sie und die Geräte, in denen sie stecken, vor starken Erschütterungen und Schlägen: Viele Li-Ion-Akku­typen reagieren darauf empfindlich – ein explosiver Kurz­schluss droht.
  • Laden Sie Li-Ion-Akkus nur mit einem passenden Ladegerät. Es minimiert den Akkustress beim Laden am besten, insbesondere bei hohen Umge­bungs­temperaturen.
  • Lagern Sie Geräte mit Lithium-Akkus weder in der prallen Sonne noch bei Temperaturen unter dem Gefrier­punkt.

Nickel-Metall­hydrid-Akku (NiMH)

Seit wann gibt es das? Diese ab etwa 1980 gebräuchlichen Akkus lösten die inzwischen verbotenen, hoch­giftigen Nickel-Cadmium-Akkus ab. NiMH-Akkus sind eine Alternative zu Alkali-Batterien, sie werden ebenfalls in den üblichen Bauformen, etwa als Rund­batterie AA / AAA gehandelt.

Wie funk­tionieren sie? Die Energiedichte beträgt etwa 80 Watt­stunden pro Kilogramm, die Zell­spannung 1,2 Volt. Durch Selbst­entladung verlieren NiMH-Akkus am ersten Tag bis zu zehn Prozent ihrer Ladung und danach bis zu einem Prozent täglich. Seit etwa 2006 sind NiMH-Akkus mit geringer Selbst­entladung am Markt (vorgeladen, ready-to-use), die pro Jahr höchs­tens 15 Prozent ihrer Ladung verlieren. Sie speichern allerdings weniger Energie als Modelle mit hoher Selbst­entladung (bei einer AA-Zelle etwa 2 500 statt 3 000 Milli­ampere­stunden). NiMH-Akkus über­stehen 500 bis 1 000 Lade­zyklen, bei wöchentlicher Ladung halten sie bis zu 10 Jahre. Für 100 Watt­stunden entnommene Energie müssen beim Laden etwa 110 Watt einge­speist werden.

Welche Materialien stecken drin? Für die Elektroden kommen Nickel(II)-hydroxid und pulv­riges Metall­hydrid zu Einsatz. Das Elektrolyt ist eine verdünnte Kali­lauge.

Wo kommen sie vor? NiMH-Akkus sind eine Alternative zu Alkali-Batterien. Wie diese stecken sie in port­ablen Radios, Taschen­lampen und etwa Funk­fern­steuerungen für Modell­fahr­zeuge.

Was ist zu beachten?

  • NiMH-Akkus sind beim Abkühlen bereits wenige Grad ober­halb des Gefrier­punktes kaum noch brauch­bar, unter­halb von -10 Grad bricht ihre Leistungs­fähig­keit ein.
  • In Geräte, bei denen mehrere NiMH-Akkus einge­legt werden, muss wirk­lich jede richtig einge­setzt sein und nicht etwa eine oder mehrere falsch: NiMH-Akkus können durch falsche Polung zerstört werden. Empfindlich reagieren sie auch auf Hitze, Über- und Unterladung.

Zink-Luft-Batterien

Seit wann gibt es das? Dieser Batterie­typ wurde nach dem zweiten Welt­krieg entwickelt. Ein Grund war die Rohstoff­knapp­heit etwa bei Blei. Heute werden diese Batterien wegen ihrer hohen Energiedichte geschätzt.

Wie funk­tionieren sie? Das wichtigste Merkmal ist die hohe Energiedichte von bis zu 400 Watt­stunden pro Kilogramm. Ihre Zell­spannung beträgt etwa 1,45 Volt. Aufgrund ihrer geringen Selbst­entladung können Zink-Luft-Batterien fast sechs Jahre lagern.

Welche Materialien stecken drin? Zinkpulver beziehungs­weise Zink­schwamm und ein poröses, luft­durch­lässiges Material dienen als Elektroden, Kali­lauge als Elektrolyt.

Wo kommen sie vor? Bekannt sind Zink-Luft-Batterien vor allem als Energiequelle für Hörgeräte. Sie wird meist als Knopf­zelle produziert, es gibt verschiedene Baugrößen.

Was ist zu beachten?

  • Das Abziehen der Schutz­folie akti­viert die Batterie: Luft dringt durch bis dahin von der Folie verschlossenen winzige Löcher ein und startet die chemische Reaktion. Verschmutzen Sie also nicht diese feinen Löcher!
  • Es braucht einige Minuten, ehe die Zink-Luft-Batterie ihre volle Leistung abgibt. Läuft nach einem Zellen­wechsel das Hörgerät nicht gleich, geben Sie ihr diese Zeit, statt die vermeintlich über­lagerte Knopf­zelle wegzuwerfen.
  • Nach dem Abziehen der Schutz­folie verbraucht sich auch eine unbe­nutzte Zink-Luft-Batterie binnen etwa 30 Tagen. Der chemische Prozess kann nicht gestoppt werden – auch nicht durch erneutes Aufkleben der Folie.
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Dieses Special ist erst­mals am 27. März 2019 auf test.de erschienen. Es wurde seitdem mehr­fach aktualisiert, zuletzt am 7. August 2020.

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