Akkus haben einen schlechten Ruf. Sie sollen längst nicht so lange halten, wie die Hersteller versprechen. Das ist nicht ganz unbegründet. Doch es gibt Ausnahmen.

Bis zu 1 000 Ladezyklen versprechen die Anbieter für ihre aufladbaren Batterien, kurz Akkus genannt. Doch schon nach 100 Ladezyklen nehmen die Mignon-Zellen AccuPower, Compit und Hama beim Schnellladen in unserem Test von 26 Nickelmetallhydrid-Akkus keine Ladung mehr auf.

Beim Schnellladen werden die Zellen in vier Stunden gefüllt. Und das ist noch recht moderat. Es gibt Methoden, die Akkus noch schneller laden und somit viel stärker belasten. Das Pikante daran: Compit und Hama versprechen ausdrücklich die Schnellladefähigkeit, was zu einem zusätzlichen Punktabzug führte. Auch Uniross und die Mikrozelle von Compit wurden wegen dieses Etikettenschwin­dels abgewertet.

Jeder dritte taub durch Schnellladen

Nach 300 Zyklen sind mehr als ein Drittel der Testakkus taub. Und bis auf Sony und Panasonic sacken alle übrigen Mignonzellen teilweise auf deutlich unter 50 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität ab. Im letzten Akkutest (test 7/2000) gab es beim Schnellladen keine Ausfälle. Die Untersuchung zeigt, dass die Robustheit bei hoher Kapazität leidet. Den Eindruck unterstreichen die Mignons von Sony und Panasonic. Neben Duracell haben sie die geringste Kapazität, jedoch den geringsten Kapazitätsverlust durch Schnellladen.

Von den Mikrozellen warten Compit und AccuPower mit den größten Kapazitäten, aber auch den höchsten Kapazitätsverlusten durch Schnellladen auf. Hier zeigt Ansmann, dass Schnellladen trotz großer Kapazität ordentlich klappt. Uneingeschränkt schnellladefähig sind aber nur Panasonic, Sony und Varta.

Also ist bei den hochkapazitiven Zellen „Normalladen“ angesagt. Das ist die Ladeart, die 14 Stunden und mehr braucht. Ob es sich um ein Schnell- (englisch quick charge) oder Normalladegerät handelt, ist auf dem Gerät vermerkt. Es gibt auch Ladegeräte mit Umschalttaste. Normalladen machen die getesteten Modelle klaglos mit. Nach 25 Ladungen hatten nur die Mignonzellen von GP, Panasonic und Sony sowie der Mikroakku von Panasonic minimal weniger Energie als zu Anfang.

Überladen nicht dramatisch

Und wenn die Akkus zu lange im Ladegerät bleiben? Wir haben sie im Normalladebetrieb eine Woche lang ununterbrochen mit Strom versorgt. Und nur einige Zellen, insbesondere die Mikrozelle von GP, reagierten darauf mit deutlichem Kapazitätsverlust. Einige konnten hinterher allerdings etwas mehr Energie speichern als am Testanfang. Doch grundsätzlich: Überladen sollte vermieden werden. Auf die Dauer nehmen die Akkus solche Misshandlungen übel und es kostet Strom.

Schäden durch Lagern

Wer meint, seine Akkus durch Lagern zu schonen, irrt. Akkus gehen eher durch Herumliegen kaputt als durch regelmäßiges Laden und Entladen. Im Test haben wir die Zellen leer 80 Tage liegen lassen. Effekt: Fast jede dritte hatte danach rund 25 Prozent weniger Kapazität – unwiederbringlich. Ähnlich ist es, wenn volle Akkus gelagert werden. Dann verlieren sie die Ladung, je wärmer es ist, umso eher. Beste hier: die Panasonic. Die hatten nach 40 Tagen erst ein Viertel Ladung verloren.

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