Akku-Ladegeräte Test

Guter Sound beim Sonnenbad braucht volle Akkus. Moderne Ladegeräte schonen die Zellen und machen sie in ein paar Stunden wieder fit.

Blackout am Strand. Der Gameboy macht schlapp, der Walkman fängt zu leiern an. Jetzt rauschen nur noch die Wellen. Mit der Musik ist es vorbei, die gute Laune dahin. Schlechte Akkus gekauft? Eher am Ladegerät gespart. Wer im Urlaub Strom satt haben will, sollte bei Problemen mit seinem alten Ladegerät ein neues kaufen. Es lohnt sich. Unser Testleiter ist nach dem Test von über 20 Ladegeräten begeistert: „Moderne Geräte laden Akkus schnell und intelligent. Es sind einfach schöne und elegante Geräte“, sagt er. „Für das, was an hochwertiger Elektronik drinsteckt, sind sie zudem erstaunlich billig.“

Die Kunst des Akkuladens

Akkus und Ladetechnik sind in den letzten Jahren deutlich verbessert worden. Nickel-Metallhydrid-Akkus fassen ein Mehrfaches an Strom als früher die Nickel-Kadmium-Akkus. Und viel besser für die Umwelt sind sie auch, robust außerdem. Kaputtkriegen kann man sie dennoch. Die Kunst des Akkuladens besteht darin, nicht zu früh und nicht zu spät aufzuhören. Billiggeräte pumpen so lange Strom in den Akku, wie man das Ladegerät am Netz lässt. Spezialisten rechnen die richtige Ladezeit aus und haben keine Probleme. Doch wer falsch oder gar nicht rechnet und zu früh den Stecker zieht, lädt den Akku nur teilweise – die Musik spielt kürzer, als sie könnte. Vergisst der Nutzer die Akkus in einem ungesteuerten Ladegerät, können sie überladen werden, der Zelltod droht – die Musik spielt gar nicht mehr. Damit der Schaden bei vergesslichen Menschen nicht zu groß wird, arbeiten die Billiggeräte mit geringen Ladeströmen, sprich langen Ladezeiten. Ganz extrem ist das zum Beispiel beim Conrad Stecker-Ladegerät, das volle 24 Stunden für vier 1800er Mignon-Zellen braucht.

Hightech ab 24 Euro

Intelligente Ladegeräte dagegen machen sich zunutze, dass sich beim Laden eines Akkus dessen Spannung verändert. „Am Anfang wird der meiste Strom, der in die Zelle fließt, als chemische Energie gespeichert. Die Spannung steigt an“, sagt der Testleiter. „Ist der Akku voll, hört die Umwandlung auf: Die Spannung hat das Maximum erreicht. Der reingepumpte Strom wird nur noch verheizt.“ Der Akku wird dann immer wärmer. Mit jedem Grad mehr sinkt aber die Spannung des Akkus wieder minimal ab. Diesen feinen Unterschied erkennt das Ladegerät. „Bevor die Zelle überladen und richtig heiß wird, fährt die Elektronik den Strom runter“, ergänzt der Testleiter. Deshalb können die Ladeströme bei dieser „Delta V“-Methode hoch sein – schon nach dem Mittagschlaf sind die Akkus wieder fit. Der schnellste im Test, GP PowerBank Smart, schafft das nach rund einer Stunde, die anderen nach zwei bis sechs Stunden für 1800er Mignon-Zellen.

Die 13 intelligenten Geräte (in der Tabelle unter Ladesteuerung mit „Auto“ gekennzeichnet) hatten im Test durchweg die besten Noten und schnitten alle „gut“ ab. Die Nase vorn bei leichten Steckergeräten, die direkt in die Dose passen, hat der Ansmann Powerline 4 traveller (50 Euro). Allerdings sind fast ebenso gute Geräte schon für weniger als die Hälfte zu haben, etwa der H & H BL 505 GS und der baugleiche Add Vision BL 505 GS für 24 Euro. Bei den Tischgeräten, die meist mit Steckernetzteil ausgestattet sind und auch Baby- oder Monozellen laden können, das gleiche Bild: Ansmann Energy 8 an der Spitze – das teuerste Gerät im Test (90 Euro). Die „gute“ Konkurrenz ist ab 30 Euro zu haben.

Die Unflexiblen

Doch aufpassen: Es gibt auch Geräte, die mit automatischer Abschaltung werben, aber nur über eine bessere Eieruhr verfügen. Sieben Geräte im Test sind zeitgesteuert, zwei davon schafften sogar ein „Gut“. Entscheidender Nachteil dieser Technik: Akku und Ladegerät müssen genau zueinander passen. Hat der Akku eine größere Kapazität als vorgesehen, schaltet das Ladegerät ab, obwohl noch Platz für mehr Saft wäre. Hat der Akku eine geringere Kapazität, wird er überladen. Bei den intelligenten Geräten dagegen spielt das keine Rolle mehr.

Die richtigen Extras

Weil sie so gut sind, brauchen intelligente Ladegeräte kaum noch Extras. Eine Entladefunktion ist kein Muss mehr, denn sie laden auch halbvolle Akkus richtig. Mit den Nickel-Metallhydrid-Akkus gehört der gefürchtete Memory-Effekt, der Akkus die Kapazität und Akkufreunden die Nerven raubte, weitgehend der Vergangenheit an. Auch eine „Refre­shing-Funktion“, die schlappen Akkus Leben einhauchen soll, ist deshalb ein eher unnötiger Luxus. Gut dagegen: Getrennte Leuchtanzeigen für jede Zelle. So sieht man, welcher der Akkus schon fertig geladen und welcher gar defekt ist (in der Tabelle siehe Anzeige Akkufehler). Praktisch für alle, die mit dem Auto unterwegs sind: ein 12-Volt-Autoadapter. Bei drei der Tischgeräte wird er gleich mitgeliefert (Hama, Conrad und Accupower), beim Schnelllader GP PowerBank Smart gibt es ihn als Sonderzubehör.

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