Kleine Akkus­auger, die flott umge­rüstet zum Hand­staubsauger werden – das ist eine praktische Idee. Die Stiftung Warentest hat zwei Modelle exemplarisch geprüft: Den Ergorapido Plus AG904X von AEG für 179 Euro und den Dyson DC35 für 230 Euro. test.de sagt, was die Geräte leisten.

AEG: Mit Akkus­auger im Gepäck

Akku-Hand­staubsauger von AEG und Dyson Schnelltest

Der Ergorapido Plus AG904X von AEG

Der Ergorapido Plus AG904X von AEG

Der Ergorapido Plus AG904X von AEG ist ein echter Hingu­cker: schlank, elegant und ansprechend im Design. Auf den ersten Blick ist er ein klassischer Hand­staubsauger. Das Besondere: Zwischen Düse und Hand­griff steckt der kleine Akkus­auger. Er lässt sich per Knopf­druck vom Gestänge lösen, heraus­nehmen und separat anschalten. Glas­splitter, Krümel oder Ziga­retten­stummel putzt er locker weg, mit aufgesetzter Möbelbürste auch Staub von Auto­matten oder Fasern vom Sofa. Nach gut 15 Minuten Dauer­einsatz ist der Lithium-Ionen-Akku leer. Der Kleinsauger muss zurück zum „Muttergerät“ und zusammen für rund drei Stunden in die Lade­station - einmal Voll­tanken. Danach gehts weiter zu den nächsten Prüfungen.

Als Hand­staubsauger ein Flopp

Schnell zeigt sich: Als klassischer Hand­staubsauger mit langem Stil und motor­betriebener Elektrobürste fehlt es dem Ergorapido Plus deutlich an Saug­kraft. Trotz Elektrobürste lässt er den größten Teil des Prüf­staubs auf Teppichboden zurück. Hartböden reinigt er deutlich besser, ignoriert aber den Schmutz in Ritzen fast voll­ständig. Vorsicht geboten ist beim Saugen unter Sofas, Sesseln oder Schränken. Wer das Gerät zu stark absenkt, löst die Elektrobürste vom Boden. Sie kippt nach hinten und der Ergorapido lässt sich kaum mehr lenken. Nicht nur für Allergiker kritisch: Das Staubrück­halte­vermögen des Modells. Es ist sehr schlecht. Der Ergorapido Plus pustet einen guten Teil des einge­saugten Fein­staubs hinten wieder heraus. Wenig Freude bereitet auch das Leeren der 0,4 Liter kleinen Staubbox, das Säubern des Filters und der Elektrobürste. Es ist aufwendig und unhygie­nisch. Immerhin lässt sich die Bors­tenwalze zum Säubern aus der Elektrodüse heraus­nehmen.

Dyson: Hand­feuerwaffe für Sternenkrieger

Akku-Hand­staubsauger von AEG und Dyson Schnelltest

Der DC35 Multi Floor von Dyson

Der DC35 Multi Floor von Dyson

Der DC35 Multi Floor von Dyson kommt futuristisch daher. Einer Hand­feuerwaffe für Sternenkrieger ähnlich, dürfte der kleine Akkus­auger vor allem Männer ansprechen. Wie ein Abzug liegt die Ein-Aus-Taste innen am Hand­griff. Wer mit dem DC35 saugt, muss die Taste ständig gedrückt halten. Sie lässt sich nicht arretieren. Das erfordert Ausdauer und ist ein unbe­quemes Muckitraining für den Zeigefinger. Der Lohn der Mühe: Als Kleinsauger beseitigt der DC35 Grob­schmutz wie Glas­splitter oder Krümel, saugt Staub von Auto­matten sowie Flusen von Pols­tern. Nach höchs­tens 16 Minuten Dauer­einsatz ist der Lithium-Ionen-Akku leer. Mission beendet? Vor­erst. Zunächst braucht der Akku neuen Saft. Das dauert rund drei­einhalb Stunden. Dann gehts zum nächsten Praxis­test.

Für Hartböden o.k. – für Teppich oje

Wie der AEG funk­tioniert der DC35 auch als Hand­staubsauger – mit langem Saug­rohr und Elektrobürste. Sie lassen sich problemlos am Kleinsauger fest­stecken. Fertig ist der Hand­staubsauger. Die Prüf­ergeb­nisse zeigen: Der DC35 entfernt Staub von Hartböden und aus Ritzen deutlich besser als der Ergorapido Plus von AEG. Auf Teppichboden lässt der Dyson aber einen großen Teil des Prüf­staubs liegen. Weitere Nachteile: Er ist recht laut – ein bekanntes Problem bei Staubboxsaugern mit Zyklontechnologie – und sein Staubrück­halte­vermögen ist schlecht. Die 0,6 Liter kleine Staubbox leert sich auf Knopf­druck. Die Bodenklappe öffnet sich und der Schmutz fällt heraus. Das ist einfach, bleibt dennoch unhygie­nisch. Mühe macht auch das Auswaschen des Filters und das Reinigen der Bürs­tenwalze.

Dieser Artikel ist hilfreich. 585 Nutzer finden das hilfreich.