Akku-Bohrschrauber von Penny und Lidl Schnelltest

Links: Kinzo-Bohrschrauber von Penny. Rechts: Parkside-Bohrschrauber von Lidl.

Links: Kinzo-Bohrschrauber von Penny. Rechts: Parkside-Bohrschrauber von Lidl.

Gleich zwei Discounter preisen in dieser Woche Akku-Bohrschrauber an. Die Heimwerkerhelfer sind eine Kombination aus Bohrmaschine und elektrischem Schraubendreher. Bei Penny kostet das Gerät 24,99 Euro, Lidl will 35,99 Euro für sein Modell. Beide sind deutlich preiswerter als die Markengeräte, die im Akku-Bohrschrauber-Test (02/2007) gut abgeschnitten haben. Ob sie dennoch vergleichbare Qualität bieten, klärt der Schnelltest.

Ungleiches Rennen

Der Penny-Akku-Bohrschrauber gibt im Prüflabor zwar alles, doch er bringt gerade mal die kleinen 3x40 mm Schrauben bündig ins Loch. Und das selbst bei Weichholz. Für alle größeren Schrauben reichte das Drehmoment nicht aus. Auch beim Bohren tut sich das Gerät schwer. Besser schneidet das Lidl-Angebot ab. Es erreicht erst bei größeren 8x80 mm Schrauben sein Limit und bohrt sich mit akzeptablem Ergebnis in Kalksandstein, Hartholz und Flachstahl.

Umschalten

Dass der Lidl-Bohrschrauber mehr Leistung bringt, liegt unter anderem daran, dass er im Gegensatz zum Penny-Gerät zwei Getriebestufen hat. Für kraftvolles Ein- und Ausschrauben ist die niedrige Stufe da. Die höhere Stufe bringt fürs Bohren die nötigen Umdrehungen. Tipp: Beim Kauf sollten Heimwerker darauf zu achten, dass das Gerät zwei Getriebestufen hat.

Umweltschädlicher Akku

Beide Bohrschrauber sind mit Nickel-Kadmium-Akkus ausgestattet. Das müsste nicht sein, denn sie machen das Gerät unnötig schwer, leistungsschwächer und dazu noch umweltschädlich. Besser sind Lithium-Ionen- und Nickel-Metallhydrid-Akkus, die immer mehr zum Einsatz kommen. Nachteil: Sie sind teurer. Ab Herbst 2008 dürfen die Billig-Akkus ohnehin nicht mehr für Gerätebatterien verwendet werden. Sie enthalten das Schwermetall Kadmium, das bei nicht fachgerechter Entsorgung die Umwelt stark belastet. Ausgediente Nickel-Kadmium-Akkus haben daher im Hausmüll nichts zu suchen. Sie müssen bei einer Sammelstelle abgegeben werden.

Zu lange Ladezeit

Bei den Akkukapazitäten sind die Unterschiede auf den ersten Blick gering. Lidl bietet 1,5 Amperestunden, Penny 1,3 Amperestunden. Doch dem Bohrschrauber von Penny geht bereits nach 42 Schrauben (6 mm in 80 mm Kiefer) und 57 Bohrlöchern (6 mm in 40 mm Buche) die Puste aus. Der Heimwerker-Helfer von Lidl macht dagegen erst nach 96 Schrauben und 89 Bohrlöcher schlapp. Ein zweiter Akku ist bei beiden Geräten zwar inklusive, doch bei größeren Montagen ist auch dieser schnell leer. Beim Ladevorgang unterscheiden sich beide Geräte deutlich: Der Lidl-Akku ist dank Schnellladegerät bereits nach einer Stunde wieder fit. Beim Penny-Schrauber muss der Heimwerker erst einmal fünf Stunden Pause machen. Das ist eindeutig zu lang. Zudem ist selbst der volle Akku des Penny-Angebotes bereits nach einer guten Woche wieder leer – durch Selbstentladung. Das Konkurrenzangebot hält mehr als einen Monat durch. Dennoch: Schlechte Werte im Vergleich zu moderner Akku-Technik.

Im Dauertest versagt

Auch im Dauertest über 33 Stunden versagte der Bohrschrauber von Penny. Ein defekter Schalter und verschlissene Kohlebürsten sorgten für ein vorzeitiges Ende. Das Material des Lidl-Gerätes zeigte sich solider, es hielt bis zum Schluss durch. Im Gegensatz zu vielen anderen Discounter-Produkten hielten beide Angebote der chemischen Prüfung stand. Die Tester fanden keine erhöhten Schadstoffwerte im Gehäuse oder den Griffen.

Mehr fürs Geld

Der Bohrschrauber von Lidl kostet zwar 11 Euro mehr, bietet dafür aber auch mehr an Ausstattung. Zum Beispiel eine Ladezustandsanzeige, die rechtzeitig davor warnt, dass der Akku bald schlapp macht. Und einen Schnellstop fürs Bohrfutter. Die automatische Spindelarretierung ist nützlich für das Wechseln von Bohrern und Bits. Lidl liefert außerdem zwei Bits gleich mit.

test-Kommentar: Preisunterschied gerechtfertigt
Technische Daten und Ausstattung: Im Überblick
Komplett und Interaktiv: 15 Akku-Bohrschrauber und 3 Akku-Schrauber

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