Akku-Bohrschrauber von Norma Schnelltest

In der Werbung verspricht Norma einen hoch­wertigen Akku-Bohrschrauber. Für 29,99 Euro? Marken­geräte kosten locker das Zehnfache oder mehr. Der Schnelltest zeigt, ob Werbung und Wahrheit übereinstimmen.

Schütteln verboten

Der erste Eindruck ist positiv: Die deutsche Anleitung informiert vollständig und leicht verständlich über den Gebrauch. Der Akku-Bohrschrauber wiegt nur 1,6 Kilogramm und liegt gut ausbalanciert in der Hand. Lediglich der Griff ist für kleine Hände etwas dick geraten. Die im Griff gemessenen Weichmacher und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) hielten sich in Grenzen. Wer das Gerät aber schüttelt, merkt schon: Die Motor-Getriebeeinheit wackelt selbst im Neuzustand.

Für Bohrungen zu schwach

Ernste Probleme hat die Maschine beim Bohren. Mit seinen 900 Umdrehungen pro Minute ist das 1-Gang-Gerät zu schwach. Mehr als eine halbe Minute schnauft der Norma-Bohrer für ein 3-Zentimeter-Loch in Kalksandstein. Noch langsamer kommt er in Flachstahl voran: 5 Millimeter in 45 Sekunden. Gute Bohrer schaffen das in wenigen Sekunden.

Für kleine Schrauben zu unsensibel

Zum Bohren ist der Norma-Bohrschrauber also zu schwach. Beim Schrauben schießen die 900 Umdrehungen wiederum über das Ziel hinaus. Kleine 3 x 40 Millimeter-Schrauben dreht der Bohrer selbst bei niedrigster Drehmoment-Stufe zu tief ins Holz. Bei größeren 6 x 80 Millimeter-Schrauben reicht das Drehmoment nicht, um die Schrauben bündig einzudrehen. Für die Praxis ungeeignet.

Alle Geräte defekt

Enttäuschend verlief auch die Dauerprüfung. Hier müssen die Geräte 2 900 Zyklen aus Bohrungen, Pausen, Leerlauf und Schrauben bewältigen. Das erste Gerät machte schon beim 285. Durchgang schlapp. Das Zweiten versagte nach 435 Zyklen ebenfalls durch Getriebeschaden. Und beim Dritten brannte der Motor nach 1 203 Zyklen durch. An so einem Bohrschrauber hat niemand lange Freude.

Akku kann brennen

Doch es kam noch schlimmer. Bei einem simulierten Kurzschluss schmolz das Gehäuse des Akkus. Der Akku wurde sehr heiß. Einmal in Brand geraten, loderten die Flammen munter vor sich hin. Laut DIN-Norm müssten sie innerhalb von 30 Sekunden verlöschen. Fazit: Der Akku-Bohrschrauber von Norma verstößt gegen geltende Sicherheitsbestimmungen. Auch der Akku selbst ist keine Meisterleistung. Für einen Nickel-Metallhydrid-Akku entlädt er sich durchschnittlich schnell. Nach drei Tagen bei 40 Grad hatte er nur noch 87,5 Prozent seiner ursprünglichen Energie.

Test: Akku-Bohrschrauber aus der Zeitschrift test

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