Akku-Bohrschrauber Test

Handlich: Akku-Schrauber eignen sich auch für schwer zu­gäng­liche Stellen.

Das einzige „Sehr gut“ geht an Metabo, das einzige „Mangelhaft“ an Einhell.

Mal was ganz anderes: Arbeitsstress durch Zwangspausen. Fünf der 15 Akku-Bohrschrauber erwiesen sich im Praxistest als recht schlappe Kurzarbeiter. Statt flott voran zu werkeln, schafften die fünf Maschinen mit einer Akku­ladung nicht einmal 40 Bohrlöcher. Dann war erst einmal Ladepause.

Ganz enttäuschend der Einhell BPAS 14,4 AK: Er streikte nach 23 Bohrlöchern beziehungsweise 25 Schrauben. Für den zügigen Aufbau einer kompletten Schrankwand oder fürs Anbringen eines Holzpaneels reicht das wohl kaum. „Mangelhaft“ hieß es am Ende für den Einhell wegen nicht bestandener Sicherheitsprüfung: Bei einem Kurzschluss brannte sein Akku. Glück, wer den Metabo BSZ 14 Impuls in seiner Werkzeugkiste hat: Dem Spitzenreiter im Testfeld ging erst nach 180 Testlöchern oder 154 eingedrehten Schrauben die Puste aus.

Bei den meisten Bohrschraubern lag ein zweiter Akku im Karton. Das ist sinnvoll und preisgünstig: Zusätzlich gekaufte Zweit- oder Ersatzakkus vom Typ Lithium-Ionen kosten zwischen 160 und 190 Euro. Ist der Zweitakku voll geladen, kann es nach wenigen Handgriffen schwungvoll weitergehen mit dem Werkeln. Der leere Akku kommt inzwischen im Ladegerät zu neuen Kräften.

Akku leer – Heimwerker geladen

Akku-Bohrschrauber Test

Schwache Lösung: Zwei Bohrfutter am Mansfield (oben).
Tolle Leistung: Mit dem Metabo BSZ 14 ist auch längeres Arbeiten kein Problem (unten).

Schon nach 31 Löchern waren wir beim Skil 2302 zum Däumchendrehen gezwungen: Er hat keinen Zweitakku und der einzige mitgelieferte braucht drei Stunden, bis er wieder voll betriebsbereit ist. Auch Ungeduldige haben keine Chance: Nach 15-minütiger Kurzladung bringt es der Skil 2302 auf spärliche zwei Löcher.

Bei einigen Geräten empfiehlt es sich deshalb, neben der Zeit zum Bohren und Schrauben auch die Akkuladezeit einzu­planen. Drei Stunden Ladedauer bei den beiden Skil-Geräten, vier Stunden beim Bosch PSR 1200, sogar fünf Stunden beim Einhell – da ist der zweite Akku bereits am Ende, bevor der Heimwerker mit dem nachgeladenen wieder voll loslegen kann.

Auch die beiden handlichen, aber wenig leistungsstarken Akku-Schrauber von Bosch haben mit drei (PSR 300 Li) und fünf Stunden (PSR 200 Li) La­dehem­mungen. Ein zusätzliches Problem: Ihre Akkus sind im Gerät eingebaut und lassen sich noch nicht einmal austauschen. Mit einer Akkuladung können mit ihnen 97 beziehungsweise 76 Schrauben, Größe 4 mal 50 Millimeter, eingedreht werden.

Mit Top-Ladezeiten von knapp unter einer Stunde (Metabo, Makita) bis maximal eine Stunde (Hitachi) glänzten hingegen der „sehr gute“ und die drei „guten“ Akku-Bohrschrauber. Mit Preisen zwischen 270 und 410 Euro gehören sie aber auch in die obere Preisklasse. Sie werden mit zwei Akkus und auch mit einem computergesteuerten Ladegerät verkauft.

Entscheidend für das problemlose Funktionieren ist die Kraft der Akkus. Dabei bedeutet mehr Volt nur dann mehr Leistung, wenn die Kapazität der Akkus die gleiche ist. In unserem Test liegt aber die Akkukapazität der Bohrschrauber nach Angaben der Hersteller zwischen 1,2 (Bosch PSR 1200, Skil) und 3,0 Amperestunden (Makita, AEG BBM 14 STX).

Eine hohe Voltzahl und nur ein Gang sind oft eine unglückliche Kombination: Da die Übersetzung der Motorkraft meist ungünstiger ist, sind solche Schnäppchenangebote leistungsschwächer als Akku-Bohrschrauber mit zwei Gängen.

Veraltete Akkutypen

Akku-Bohrschrauber Test

Einhell: Akkubrand nach Kurzschluss.

Bei Nickel-Kadmium-Akkus steigt mit der Kapazität auch das Gewicht. Die meisten Modelle im Test sind noch immer mit diesem veralteten, aber billigen Akkutyp bestückt. Das Schwermetall Kadmium aus gebrauchten Akkus belastet die Umwelt, weil Privathaushalte nur etwa jeden dritten fachgerecht entsorgen. NiCd-Akkus gehören nicht in den Hausmüll. Eine im September beschlossene EU-Richtlinie verbietet den Einsatz von Kadmium in Gerätebatterien ab Herbst 2008.

Weg vom umweltschädlichen Schwermetall, hin zu Lithium-Ionen- und zu Nickel-Metallhydrid-Akkus: Diesem Trend folgen die besten Bohrschrauber im Test: Metabo, Makita, Hitachi und AEG. Bei Lithium-Ionen-Akkus sorgt die abgestimmte Elektronik von Werkzeug, Ladegerät und Akku für optimalen Akku-Betrieb.

Unterschiede auch bei den Ladegeräten. Für technisch überholte Nickel-Kadmium-Akkus sind sie sehr einfach gebaut. Können sie diverse Akkutypen laden, funktionieren sie oft computergesteuert. Auf jeden Fall sollten sie anzeigen, ob sie den Akku laden, ob er schon voll ist oder der Lader am Netz hängt. Auch das ist nicht selbstverständlich.

Eine gute Idee, aber eine schwache Lösung bietet der Mansfield Dual-Drill: Er hat zwei schwenkbare Bohrfutter, zum Beispiel für zwei Bohrer unterschiedlicher Stärke oder einen Bohrer und einen Schrauber-Bit. Aber das Werkzeug ist durch das Doppelfutter unhandlich und schlecht ausbalanciert.

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