Tipps

So arbeiten Sie sicher

  • Schützen. Tragen Sie bei lauten Bohr­arbeiten einen Hörschutz. Bei Über-Kopf-Arbeiten schützt eine Schutz­brille vor Staub. Oder schneiden Sie ein Loch mittig in den Boden eines flachen Jogurtbechers und stecken Sie ihn auf den Bohrer. So fällt der Staub in den Becher.
  • Vorbohren. Schrauben lassen sich zwar auch direkt in Holz und Blech drehen, aber schonender klappt es, wenn Sie vorbohren. Oder verwenden Sie Schrauben mit Bohr­spitze. Nicht zu tief: Um zu erkennen, wann der Bohrer genügend tief einge­drungen ist, hilft ein Tiefen­anschlag. Oder wickeln Sie als Markierung einfach farbiges Klebeband um den Bohrer herum. Bei tieferen Bohrungen in Metall halten die Bohrer länger, wenn Sie sie mit ein paar Tropfen Öl kühlen.
  • Akkus. Lagern Sie Lithium­ionen-Akkus zwischen 5 und 40 Grad Celsius im oder außer­halb des Geräts. Bleibt der Akku nach dem Laden im Ladegerät, ist das zwar unkritisch, verbraucht aber unnötig Strom. Lithium­ionen-Akkus haben keinen Memory-Effekt wie Nickel-Cadmium-Akkus.

So bohren Sie in...
...Holz

  • Holz­bohrer. Verwenden Sie einen Holz­bohrer mit langer Zentrierspitze und seitlichen Vorschneidern. Die Vorschneider ritzen die Holz­faser an. Der innen liegende Spanheber schneidet sie dann sauber heraus.
  • Große Löcher. Für Loch­durch­messer von 15 bis 50 Milli­metern empfehlen sich Forstner-, Kunst- oder Beschlaglochbohrer. Forst­nerbohrer schneiden mit zwei halb­kreis­großen Umfang­schneiden. Sie ritzen das Holz besonders gut ein. Kunst­lochbohrer mit zylindrischen Schneid­kopf arbeiten weniger präzise. Die drei eignen sich nicht für tiefe Bohrungen.
  • Tiefe Löcher. Tiefe Löcher gelingen am besten mit einem Schlangenbohrer. Dessen Zentrierspitze hat ein Gewinde, das den Bohrer beim Bohren ins Holz zieht. Auch die Span­förderung ist hier besonders gut.
  • Schnell bohren. Bohren Sie bei höherer Drehzahl, damit das Holz nicht splittert. Aber nicht zu schnell: Heiße Bohrer verbrennen das Holz. Legen Sie eine Pause ein, wenn der Bohrer sehr warm wird.

...Metall

  • HSS Bohrer. Verwenden Sie für Eisen und unlegierten Stahl sowie für Nicht­eisen­metalle wie Aluminium, Kupfer, Messing und Zink einen Metall­bohrer aus Hoch­leistungs-Schnell­schneid­stahl HSS. Für Edelstahl benötigen Sie einen Spezialbohrer mit Kobaltlegierung oder Titan­beschichtung. Die sind besonders teuer.
  • Ankörnen. Körnen Sie die Bohr­stelle an, damit der Bohrer auf der glatten Metall­oberfläche nicht abrutscht. Schlagen Sie dazu einen gehärteten Metall­stift mit einem kurzen Hammer­schlag auf die Bohr­stelle.
  • Bleche bohren. Dünne Bleche lassen sich am besten mit Spezialbohrern bohren, die an der Spitze wie ein Holz­bohrer geschliffen sind. Sie schneiden kreis­runde Metall­plätt­chen aus dem Blech. Das klappt am besten mit nied­rigen Drehzahlen. Die scharfe Zentrierspitze dieses Bohrer­typs kann leicht in das Blech einge­drückt werden, Ankörnen ist nicht nötig.
  • Lang­sam bohren. Bohren Sie hartes Metall bei nied­riger Drehzahl ohne Druck. Das schont den Bohrer. Bohren Sie weichere Metalle mit höherer Drehzahl.
  • Kühlen. Kühlen Sie den Bohrer bei längeren Bohrungen mit ein paar Tropfen Öl. Bohren Sie in Intervallen und legen Sie Pausen ein.

...Stein

  • Steinbohrer. Verwenden Sie einen Steinbohrer mit einge­löteten Hart­metall­schneiden. Sie erzeugen keine Späne, sondern zermahlen das Material. Die Bohr­wendel trans­portiert das Bohr­mehl aus dem Loch.
  • Schlagbohren. Bohren Sie Ziegel oder Back­stein mit der Schlag­funk­tion der Schlagbohr­maschine oder mit einem Bohr­hammer. Beachten Sie auch die Tipps zum Bohren in Beton.

...Granit und Beton

  • Hammerbohren. Verwenden Sie einen Bohr­hammer und spezielle SDS-Bohrer mit Einsteck­schaft. SDS steht für „Steck, Dreh, Sitzt“, „Spannen durch System“ oder interna­tional: „Special Direct System“. Die Nut des Bohrers rastet im SDS-Bohr­futter der Maschine ein. SDS-Bohrer sitzen auch bei hoher Schlag­energie stabil. Sie können den Bohrer ohne Werk­zeug wechseln.
  • Hörschutz. Bohr­hämmer und Schlagbohrer werden richtig laut. Schonen Sie Ihre Ohren und tragen Sie Ohrs­töpsel oder einen Hörschutz.
  • Kleine Löcher. Bohren Sie kleine Löcher mit hoher Drehzahl. Vorteil: Dreht sich der Bohrer schnell, führt er den Bohr­staub besser nach außen ab.
  • Große Löcher. Bohren Sie große Löcher mit eher nied­riger Drehzahl. Vorteil: Die Maschine kommt besser voran. Es gibt mehr Hammer­schläge pro Zenti­meter zurück­gelegter Strecke.

...Fliesen und Gips­karton

  • Steinbohrer. Verwenden Sie einen Steinbohrer wie für Stein und Beton oder einen HSS Bohrer.
  • Schlagstopp. Bohren Sie ohne Hammer und Schlag. Weiche Materialien wie Bims, Porenbeton, Gips­platten oder Hohlziegel würden sonst ausfransen, Fliesen brechen.
  • Fliesen. Kleben Sie die Bohr­stelle mit Krepp­band ab oder körnen Sie sie vorsichtig an. Der Bohrer hält dann besser als auf der glatten Glasur.
  • Drehzahl. Bohren Sie Fliesen lang­sam an, bis Sie die Glasur durch­stoßen haben. Für weiches Material wie Gips­karton gilt: hohe Drehzahl.

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