Akku-Bohr­schrauber Test

Schrauben können fast alle gut, Bohren immerhin die meisten. Beim Schlagbohren kann nur noch einer über­zeugen. Zwei jedoch sind mangelhaft.

Klein, leicht, kabellos – so trumpfen Akku-Bohr­schrauber auf. Sie erleichtern das Schrauben und Bohren an schwer zugäng­lichen Stellen erheblich. Netz­betriebene Geräte sind zwar in der Regel leistungs­fähiger, aber eben auch weniger mobil und mitunter weniger hand­lich.

Von 16 sind 10 insgesamt gut

Akku-Bohr­schrauber Test

Top: Einen zweiten Hand­griff haben nur die Akku-Schlagbohrer von Metabo und Bosch. Er macht das Arbeiten sicherer.

Akku-Bohr­schrauber können aber durch­aus mit Kabelgeräten mithalten, sofern der Heim­werker nicht zum Billiggerät greift. Das zeigt dieser Test. Im vorigen Jahr hatten wir Akku-Bohr­schrauber unter 50 Euro geprüft, damals schnitt kein einziger gut ab (siehe „Schlagbohrmaschinen und Akku-Bohrschrauber“ aus test 05/2010). Diesmal sind von 16 Geräten – darunter Bohr­schrauber, Schlagbohr­schrauber und sogar ein Bohr­hammer – 10 gut. Aber auch teurer: Zwischen 100 und 450 Euro kosten die Kraft­pakete.

Wer nur Schrauben ein- und ausdrehen möchte, ab und zu ein Loch in Holz oder eine Hohlziegelwand bohren will, dem wird ein Akku-Bohr­schrauber reichen. Wer dagegen auch Mauern aus hartem Back­stein bohren muss, der greift besser zum Schlagbohrer. Und wer gegen Beton antritt, fährt mit der richtig harten Gang­art eines Bohr­hammers am besten. Voraus­setzung für den Erfolg sind passende Bohrer. Übrigens: Nur die Hälfte der Geräte kann große Schaft­durch­messer (über 10 und bis 13 Milli­meter) aufnehmen.

Akku-Bohr­schrauber Test

Flopp: Die Drehmomenten­vorwahl soll dafür sorgen, dass Schrauben nicht zu tief einge­dreht werden. Das funk­tioniert bei keinem Gerät optimal.

Mit Ausnahme des Bohr­hammers Bosch Uneo haben alle zwei mecha­nische Getrie­bestufen – ein wichtiges Merkmal hoch­wertiger Geräte. Alle verfügen zudem über eine Drehzahl­regelung mit Gasgebeschalter, um die Kraft bei jeder Anwendung optimal zu dosieren. Der erste Gang liefert eine geringe Drehzahl und ein hohes Drehmoment – ideal zum Eindrehen von Schrauben und lang­samen Bohren großer Löcher. Der zweite Gang bringt die Drehzahl auf Touren bei gleich­zeitig geringem Drehmoment – gut fürs Bohren und Schlagbohren mit kleinen und mitt­leren Durch­messern.

Sekunden­schnell in Beton gebohrt

Die fehlende Zweigangs­chaltung lässt den Bosch Uneo beim Schrauben ziemlich alt aussehen: Das Drehmoment reicht oft nicht aus, um große Schrauben voll­ständig einzudrehen oder fest­sitzende Schrauben loszubekommen. Beim Bohren aber spielt der kompakte Bohr­hammer sein Potenzial voll aus. Vor allem beim Schlagbohren zeigt sich der Vorteil des pneumatischen Hammer­werks gegen­über einem normalen Schlag­werk. Für ein fünf Zenti­meter tiefes 8-Milli­meter-Bohr­loch in Beton brauchte der Bosch Uneo 12 Sekunden – ohne viel Anstrengung für den Heim­werker. Die anderen benötigten für solche Löcher bis zu viermal mehr Zeit – inklusive mehr Kraft­aufwand, Lärm und Vibration. Der Black-&- Decker-Schlagbohrer schaffte im Test nur 6-Milli­meter-Bohr­löcher.

Bis zu fünf­einhalb Stunden Lade­zeit

Alle Geräte im Test arbeiten mit Lithium­ionen-Akkus, deren Selbst­entladung gering ist. Mit vollem Akku konnten wir 50 bis 150 große Schrauben (6 x 80 Milli­meter) in Kiefern­holz versenken. Die Lade­zeiten lagen zwischen 18 Minuten – etwa beim Kress 180 AFB – bis hin zu inakzeptablen fünf­einhalb Stunden beim Black & Decker ASL 146KB. Erfreulich: Bei fast allen Geräten ist der Akku wechsel­bar und fast alle Anbieter liefern einen zweiten Akku mit. Das ermöglicht einen fliegenden Wechsel. Nur im Bohr­hammer Bosch Uneo ist der Akku fest einge­baut. Ist er leer, muss die Arbeit ruhen – und das für zwei­einhalb Stunden. Das ist umso ärgerlicher, als die Akku­kapazität des Uneo nicht die beste ist.

Die Nutzung je Akkuladung lässt sich schon beim Kauf abschätzen: Je höher die deklarierte Kapazität, desto besser: Die auf den Verpackungen genannten Werte liegen zwischen 1,3 und 3,0 Ampere­stunden, wobei die von uns gemessenen Werte teil­weise etwas nied­riger sind. Trotzdem: Der Schlagbohr­schrauber von Hitachi zeigt mit gemessenen 2,9 Ampere­stunden die beste Akku­leistung, während der Makita-Bohr­schrauber mit 1,0 Ampere­stunden eher schwächelt. Die Volt­angabe bringt dem Nutzer nichts: Ob 12, 14,4 oder 18 Volt auf dem Gerät steht – über die Leistungs­fähig­keit in der Praxis sagt das gar nichts.

Zwei mit Sicher­heits­mängeln

Zwei haben den Sicher­heitscheck nicht bestanden: Der Akku des Skil Skildriver 2521 könnte im Ladegerät schlimms­tenfalls unbe­aufsichtigt lichterloh abbrennen. Laut Norm muss der Kunststoff von allein verlöschen. Der zweite Fall betrifft Makita BHP 442: Hier ist das Rück­drehmoment so stark, dass dieses Gerät bei einem plötzlichen Blockieren kaum mehr fest­zuhalten ist. Der Griff ist zu kurz, ein zweiter Hand­griff fehlt. Frisst sich zum Beispiel der Bohrer beim Bohren fest, dreht es dem Heim­werker das Gerät aus der Hand. Auf einer Leiter stehend, kann das lebens­gefähr­lich sein.

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