Ein typisches Beispiel dafür, dass es bei Termingeschäften, die über einen Vermittler abgewickelt werden, häufig nichts zu gewinnen gibt, bietet die Düsseldorfer Agentur Bauer. Dort erlitt ein Anleger laut Sachverständigengutachten einen Schaden von rund 370.000 Mark. Satte 270.000 Mark fielen allein für Gebühren an.

Insgesamt hatte der Anleger rund 526.000 Mark für hoch spekulative Börsentermingeschäfte eingesetzt. Der Aufschlag (Disagio) in Höhe von 10 Prozent, den Bauer für seine Tätigkeit verlangte, betrug rund 50.000 Mark. Sodann kassierte die Agentur Bauer über 200.000 Mark an Kommissionen für knapp 950 Optionskontrakte. Zusätzlich zog sie eine Gewinnbeteiligung von 20 Prozent (rund 12.000 Mark) für jedes positiv verlaufene Geschäft ab, obwohl das Kundenkonto zu dieser Zeit wegen vorhergegangener Verluste bereits unter der Einzahlungshöhe lag. Der Münchener Rechtsanwalt Werner A. Meier hat die Agentur jetzt wegen der ungewöhnlich hohen Gebühren auf Schadenersatz verklagt. Ihre Vorgehensweise deute darauf hin, dass ihr Gebühreninteresse größer als ein sinnvoller Börsenhandel im Interesse des Kunden sei.

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