Ärztliche Schlichtungsstellen Meldung

Wer glaubt, sein Arzt habe Fehler bei der Behandlung gemacht, muss nicht gleich vor Gericht ziehen.

Kostenfrei begutachten. Wenn Patienten Fehler bei der medizinischen Behandlung vermuten, können sie bei den Schlichtungsstellen der Ärztekammern eine kostenfreie Begutachtung beantragen. Knapp 11 000 Anträge gingen im vergangenen Jahr bei den Ärztekammern ein. Behandlungsfehler mit Gesundheitsschäden wurden in etwa jedem vierten Fall festgestellt. 91 Patienten starben aufgrund der fehlerhaften Behandlung.

Meist Operationen. Am häufigsten beanstandeten Patienten Operationen. Die meisten Fehlbehandlungen gab es in der Orthopädie und Unfallchirurgie, vor allem bei Hüftgelenk- und Kniearthrosen sowie Knochenbrüchen. Fehler in der Diagnostik stehen an zweiter Stelle, zum Beispiel bei bildgebenden Verfahren. Bei niedergelassenen Ärzten führen Diagnose- und Untersuchungsmängel sogar die Fehlerliste an. Besonders häufig machten sie Fehler bei Brustkrebs.

Formlos beantragen. Wer eine Schlichtung in Anspruch nehmen möchte, kann einen formlosen schriftlichen Antrag bei der Schlichtungsstelle der zuständigen Landesärztekammer stellen. Das Verfahren ist für den Patienten kostenlos. Allerdings müssen alle Beteiligten, also auch der Arzt, der Überprüfung zustimmen. Während des Verfahrens muss auf ein Gerichtsverfahren verzichtet werden. Akzeptiert der Patient den Schlichterspruch nicht, kann er aber klagen.

Informiert sein. Detaillierte statistische Informationen sowie eine Patientenbroschüre mit Hinweisen zum Schlichtungsverfahren und Adressen der Schlichtungsstellen veröffentlicht die Bundesärztekammer unter www.gutachter-und-schlichtungsstellen.de.

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