Ärzte­versorgung im Vergleich Special

Für die Alters­versorgung der Ärzte sind in Deutsch­land 18 Versorgungs­werke zuständig. Die Renten-Experten der Stiftung Warentest haben sie etwas genauer unter die Lupe genommen. Vor allem beim Renten­eintritts­alter gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Werken. Beim gleitenden Über­gang in den Ruhe­stand sind sie deutlich unflexibler als die gesetzliche Renten­versicherung. Stich­proben weisen aber darauf hin, dass sie bei der Rentenhöhe die Nase weit vorn haben.

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SpecialÄrzte­versorgung im VergleichFinanztest 05/2018
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400 000 Ärzte sind Mitglied in einem Versorgungs­werk

Sie gelten als Luxusklasse der Rente: die berufs­stän­dischen Versorgungs­werke. Zuständig sind sie für die Alters­versorgung von Freiberuf­lern und Arbeitnehmern mit klassischen Kammerberufen. Dazu zählen Ärzte, Apotheker, Rechts­anwälte und Architekten. Über ihre Kammer sind sie Pflicht­mitglied im zugehörigen Versorgungs­werk. Am meisten Mitglieder haben die Versorgungs­werke der Ärzte – knapp 400 000.

Das bietet unser Special Versorgungs­werke der Ärzte

Vergleich. Unsere Tabelle zeigt alle 18 deutschen Ärzte­versorgungs­werke im Vergleich und nennt die Alters­grenzen bei regulärer, vorgezogener und aufgeschobener Rente. Außerdem geht aus ihr hervor, welche Versorgungs­werke Teilrenten anbieten und so einen gleitenden Über­gang in den Ruhe­stand ermöglichen.

FAQ. Die Alters­vorsorge-Experten der Stiftung Warentest sagen, wie sich die Rente des Versorgungs­werks aufpeppen lässt, welche Abschläge bei vorzeitigem Renten­eintritt anfallen, welche Regeln für den Wechsel des Versorgungs­werks gelten und ob der Abschluss einer privaten Berufs­unfähigkeits­versicherung für Ärzte sinn­voll ist.

Infografik. Unsere große Grafik zeigt typische unterschiedliche Stationen einer Arzt­karriere und deren Auswirkung auf die Rente.

Heft-Artikel. Wenn Sie das Special frei­schalten, erhalten Sie auch Zugriff auf das PDF zum Artikel aus Finanztest 5/2018.

Stiftung Warentest untersucht Renten­optionen für Ärzte

Wir haben untersucht, wie die Ärzte­versorgungs­werke den Über­gang in den Ruhe­stand für ihre Mitglieder gestalten – und konnten teils große Unterschiede fest­stellen. So können etwa Ärzte des Landes­versorgungs­werks Hessen schon mit 65 Jahren die reguläre Alters­rente beziehen. In der Bezirks­ärztekammer Trier gilt hingegen für alle ab 1958 Geborenen die Rente mit 67. Auch bieten 11 der 18 Werke keine Teilrente an, die es besonders angestellten Ärzten erleichtert, die Arbeits­zeit zum Ende des Berufs­lebens herunter­zufahren. Welche Werke das sind und welches Renten­eintritts­alter wo gilt, erfahren Sie, wenn Sie das Special frei­schalten.

Wenig Lust auf Trans­parenz bei den Versorgungs­werken

Da heut­zutage auch für Ärzte Job- und Orts­wechsel üblich sind, kann es für sie interes­sant sein, die zu erwartende Rente mit der von anderen Versorgungs­werken einer­seits und der gesetzlichen Rente anderer­seits zu vergleichen. Wir wollten von den Versorgungs­werken deshalb wissen, welche Renten­leistung den Beiträgen des Jahres 2017 gegen­über­steht. Die Resonanz war verhalten. Kein Werk lieferte uns dazu Informationen.

Nase weit vorn bei der Rentenhöhe

Anhand uns vorliegender einzelner Schreiben der Versorgungs­werke an ihre Mitglieder konnten wir aber interes­sante Einblicke gewinnen. So vergleicht etwa die Berliner Ärzte­versorgung im Info-Brief Nr. 24 vom November 2017 ihre Rente mit der aus der gesetzlicher Renten­versicherung. Ergebnis: Die Ärzte-Rente fällt deutlich höher aus. Auch eine Renten­mitteilung, die uns ein Mitglied der Ärzte­versorgung Baden-Württem­berg zur Verfügung stellte, zeigt klar, dass die Ärzte die Nase weit vorn haben. Die konkreten Zahlen verraten wir in unserem Special.

Über­blick verschaffen.

Wichtig bei der Alters­vorsorgeplanung ist, sich früh­zeitig einen Über­blick zu verschaffen. Erste Informationen liefern Ihnen die Satzung und die Renten­mitteilungen Ihres Versorgungs­werks. Dieses ist auch erster Ansprech­partner bei Fragen und Unklarheiten. Wenn Sie zusätzliche Anwart­schaften bei der gesetzlichen Renten­versicherung haben, können Sie auch deren Alters­vorsorgeberatung nutzen. Sie berück­sichtigt die Renten­ansprüche aller Versorgungs­träger – gesetzlich, privat, betrieblich – und bietet Ihnen so einen ersten Gesamt­über­blick. Termine können Sie online vereinbaren (eservice-drv.de) oder telefo­nisch (0800 / 100 048 024).

Renten­systeme nicht eins zu eins vergleich­bar

Eins zu eins vergleich­bar sind die Systeme der gesetzlichen Rente und der Versorgungs­werke allerdings nicht. Die Versorgungs­werke bieten neben der Alters­rente einen umfang­reicheren Hinterbliebenen- und Invaliditäts­schutz als die gesetzliche Rente. Die Rentenkasse hat dafür ein breiteres Leistungs­spektrum – neben Zuschüssen zur Kranken­versicherung zum Beispiel umfassendere Reha­leistungen und die Anerkennung von Erziehungs­zeiten für die Rente, von der auch Ärzte profitieren können.

Finanzierungs­modell unterschiedlich zur gesetzlichen Rente

Auch das Finanzierungs­modell ist ein anderes. Die Gesetzliche ist als reines Umlage­verfahren konzipiert. Die Beiträge der Versicherten werden bis auf eine kleine Reserve direkt an die Rentner ausgezahlt. Die Versorgungs­werke nutzen das sogenannte offene Deckungs­plan­verfahren – eine Mischung aus Umlage und Kapital­deckung. Ein Teil der Mitglieds­beiträge wird an den Kapitalmärkten angelegt. Auch die daraus erwirt­schafteten Gewinne finanzieren die Renten mit. Wie viel Umlage und wie viel Kapital­deckung in der Renten­finanzierung steckt, entscheidet jedes Versorgungs­werk selbst. Bisher scheint die Mischung zu stimmen.

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