Aero Lloyd-Pleite Meldung

Am Boden: Aero Lloyd ist pleite, die Jets bleiben stehen.

Nach der Aero Lloyd-Pleite sitzen rund 4 000 Urlauber in Orten wie Alicante oder Hurghada fest. 4 000 weitere Passagiere warten auf deutschen Flughäfen auf ihren Start. Für Passagiere, die bei Aero Lloyd nur einen Flug gebucht haben, ist die Pleite besonders bitter: Für die Tickets gezahltes Geld ist wahrscheinlich verloren und der Flug fällt aus. Wer nicht nur den Flug, sondern gleichzeitig auch Unterkunft und womöglich weitere Reiseleistungen gebucht hat, steht besser da: Für solche Reisende gilt der Insolvenzschutz. Wenn nicht Aero Lloyd selbst, sondern ein anderes Unternehmen Reiseveranstalter ist, ist dieses in der Pflicht, für ihre Kunden Ersatzflüge zu organisieren.

Selbsthilfe für Pauschalurlauber

Wenn der Reiseveranstalter Pauschalreisenden nicht von sich aus weiterhilft, dürfen diese sich selbst helfen. Zulässig ist sogar, auf einen teureren Linienflug auszuweichen, wenn sich das Reiseziel anders nicht erreichen lässt. Voraussetzung allerdings: Die Urlauber haben beim Reiseveranstalter nachgefragt und dieser kein Ersatzangebot zustande gebracht. Außerdem müssen Reisende den Ersatzflug zunächst selbst bezahlen und dann Ersatz vom Reiseveranstalter verlangen.

Geld für Flugtickets verloren

Wer bei Aero Lloyd nur einen Flug gebucht und bereits bezahlt hat, geht wahrscheinlich ganz oder teilweise leer aus. Den Flugbetrieb hat das Unternehmen heute früh um 6 Uhr eingestellt. Ob Passagiere den Flugpreis oder einen Teil davon zurückbekommen, hängt vom Verlauf des Insolvenzverfahrens ab. Im günstigsten Fall findet sich ein Unternehmen, dass die Fluggesellschaft schnell übernimmt und fortführt. Im ungünstigsten Fall wird das Unternehmen aufgelöst und das Vermögen verwertet. Ob und wieviel Geld Kunden erhalten, hängt vom Wert der Konkursmasse und den übrigen Verbindlichkeiten ab. Ausnahme: Kunden, die ihr Flugticket per Bankeinzug bezahlt haben, können die Abbuchung unter Umständen noch durch ihre Bank stornieren lassen. Zumindest sechs Wochen lang können Abbuchungen aufgrund einer Einzugsermächtigung widerrufen werden. Bei manchen Banken ist der Widerruf sogar noch länger möglich.

Hotlines für Betroffene

Aero Lloyd selbst und einige große Reiseanbieter haben für betroffene Kunden Telefon-Hotlines eingerichtet:

  • Aero Lloyd: 0 61 71/62 52 00
  • Tui: 05 11/5 67 80 00
  • Thomas Cook: 0 18 03/10 03 80
  • FTI: 0 89/25 25 22 00
  • Öger: 08 00/0 06 34 37

Forderung nach Pleiteschutz

Verbraucherschützer fordern angesichts der Pleite von Aero Lloyd einen besseren Schutz für Flugpassagiere, wie es ihn für Pauschalreisende bereits gibt. Auch Flugpassagiere müssten ihre Tickets in der Regel gleich bei der Buchung bezahlen, ohne dass sie eine Chance hätten, eine Pleite vorherzusehen, argumentiert die Verbraucherzentrale Brandenburg.

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