Bislang war es für Betroffene schwer, vor Gericht gegen überhöhte Gebühren für 0190-Verbindungen vorzugehen. Das beginnt sich jetzt zu ändern.

  • Das Kammergericht Berlin hat in zweiter Instanz die Klage des Telefonunternehmens Berlikomm zurückgewiesen. Die Mutter eines 16-Jährigen sollte wegen eines Internet-Dialers fast 9 000 Euro zahlen. In einem vorangegangenen Verfahren war sie noch zur Zahlung verurteilt worden (Az. 26 U 205/01).
  • Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm muss der Netzbetreiber eine 0190-Verbindung nach spätestens einer Stunde kappen. Ein Anwender sollte für die versehentlich nicht beendete Verbindung 6 560 Euro zahlen. Berechnet werden darf aber nur eine Stunde zu etwa 112 Euro (LG Hamm, Az. 19 U 41/02).
  • Ein Telefonkunde muss die durch einen Dialer entstandene Gebühr von 62,48 Euro nicht zahlen. Das Amtsgericht Elmshorn akzeptierte die Begründung, dass die Verbindung nicht durch bewusstes Anwählen zustande kam (Az. 53 C 247/02).

Die Abzocktricks werden dreister. In ihren Briefkästen fanden Berliner die Aufforderung, wegen angeblicher Schäden in der Wohnung eine 0190-Nummer anzurufen. Die Schäden waren erfunden, die Telefonkosten von 1,86 Euro pro Minute dagegen real. Teuer werden auch Anrufe zu vorgeblichen Anschlüssen bei Amtsgerichten oder Führerscheinstellen aus dem Telefonbuch. Ein Tonband verweist dann auf eine 0190-Nummer, den erwarteten Service gibt es nicht.

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