Änderung von Abflugzeiten Meldung

Reisende können sich häufig nicht auf die Flugzeiten verlassen, die Reiseveranstalter und Fluggesellschaften bei der Buchung angeben. Gegen das Ändern der Zeiten kurz vor Abflug geht der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) nun gerichtlich vor. Vier Veranstalter weigerten sich eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben. Der Verband hat Klage eingereicht.

Kampf gegen Verspätung

Urlauber stehen stundenlang am Gate, weil Fluggesellschaften und Reiseanbieter die tatsächliche Abflugzeit kurzfristig nach hinten verschieben. Der vzbv mahnte wegen dieser Praxis insgesamt drei Fluggesellschaften und sieben Reiseanbieter ab. Die Firmen Condor, TC Touristik sowie Städte und Meer Flugreisen gaben daraufhin Unterlassungserklärungen ab. DERTOUR hat eine Teilunterlassungserklärung abgegeben. Gegen TUI Deutschland, Alltours, easy Jet und Schauinsland-Reisen haben die Verbraucherschützer Klage eingereicht.

Vor Reisebeginn nach Abflugzeit fragen

Reisende sollten sich generell kurz vor Reiseantritt im Internet oder telefonisch informieren, wann der Flieger tatsächlich abhebt. Die bei der Buchung angegebenen Daten haben oft nur vorläufigen Charakter. Entsprechende Hinweise verstecken die Gesellschaften gern in Reisebestätigungen oder den Allgemeineinen Geschäftsbedingungen. Dort heißt es dann etwa „Änderungen vorbehalten“ oder „Informationen durch Reisebüros sind unverbindlich“. Der vzbv sieht in dieser Praxis unter anderem einen Verstoß gegen die EU-Pauschalreiserichtlinie, wonach die konkreten Flugzeiten bei Vertragsschluss oder kurz danach genannt werden müssen.
Tipp: Haben Sie Ihren Flug direkt bei der Airline gebucht, sollten Sie vor Reisebeginn auf der Webseite des Flughafens prüfen, ob die Abflugzeit noch stimmt. Wenn Sie dafür mit dem Smartphone im Ausland ins Internet gehen, finden Sie im aktuellen Test Preise und wichtige Hinweise. Achtung: Das kann schnell teuer werden.

Schadenersatz fordern

Entstehen einem Urlauber durch die Änderung der Flugzeit Zusatzkosten, kann er diese nach Ansicht des vzbv möglicherweise als Schadenersatz vom Veranstalter oder der Fluggesellschaft zurückfordern oder Preisminderung verlangen. Denn Veranstalter und Airlines dürfen nach Auffassung des vzbv Flugzeiten nur ändern, wenn sie von äußeren Umständen dazu gezwungen werden, wie von Erdbeben oder Sturm. Verschiebt sich etwa der Flug vom Nachmittag in die frühen Morgenstunden, muss der Urlauber häufig viel Geld für Hotelübernachtung und Taxi bezahlen, wenn öffentliche Verkehrsmittel in dieser Zeit nicht fahren. Ein Rücktrittsrecht haben Reisende aber nur in Ausnahmefällen. Nur wenn ein Flug durch die Änderung für einen Reisenden komplett wertlos geworden ist, könne er eventuell vom Vertrag zurücktreten.
Tipp: Wer dringend zur ursprünglich geplanten Zeit fliegen muss, sollte die Fluggesellschaft oder den Veranstalter anrufen. Mitunter ist es möglich, einen Flug zur gewünschten Zeit zu bekommen – nach Erfahrung der Verbraucherschützer allerdings nur gegen Aufpreis.

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