Adressbuchschwindel Meldung

Rund 100 Firmen zocken bundesweit mit falschen Rechnungen ab: Was wie eine behördliche Zahlungsaufforderung oder Rechnung aussieht, ist in Wirklichkeit nur das überteuerte Angebot, Einträge in nutzlose Register oder Adressbücher vorzunehmen. Wer nicht ganz genau hinsieht, fällt auf den Schwindel herein ­ und zahlt.

Einem dieser Anbieter hat die Genossenschaftsbank in Fulda einen Strich durch die Mogelrechnung gemacht. Die Bank, die das Konto der Telefonbuchverlag Ettle GmbH führte, spielte zwei Monate nach Kontoeröffnung nicht mehr mit und drehte dem Verlag den Hahn ab. Das Konto wurde gesperrt, eingegangene Beträge an geprellte Zahler zurückgeschickt. Der Verlag verklagte daraufhin die Bank vor dem Landgericht Fulda, doch die Genossenschafts-Banker blieben standhaft. Das Gericht stellte fest: Das Handeln des Telefonbuchverlags ist rechtswidrig, das der Bank rechtens. Jetzt wird vor dem Oberlandesgericht Frankfurt / Main erneut verhandelt.

Vor allem der Deutsche Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität hofft, dass das Beispiel der Fuldaer Genossenschaftsbank Schule macht und künftig auch andere Kreditinstitute den Adressbuchschwindlern das Kassieren schwerer machen. Per Faxabruf kann man dort eine aktuelle Liste der Verlage bekommen, die bereits mit Erfolg abgemahnt wurden: 0 190 1/9 20 51 (1,21 Mark pro Minute).

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