Adidas hat ein Achselspray auf den Markt gebracht, das ganz ohne Aluminiumsalze „zuver­lässigen 24h Anti-Transpirant-Schutz“ garan­tieren soll. Die Stiftung Warentest hat dieses selbst­bewusste Versprechen des Herstel­lers in einem Schnell­test über­prüft. Unser Ergebnis: Das Anti­transpirant versagt im Schwitztest.

Weniger Schweiß ohne Aluminium?

Adidas Adipure Schnelltest

Achselspray ist nicht gleich Achselspray: Während Deos die Entstehung von Schweiß­geruch bekämpfen, soll die Wirkung von Anti­transpirantien sogar noch darüber hinaus gehen. Besondere Inhalts­stoffe, sogenannte Aluminiumsalze, verengen die Schweiß­poren zeitweilig und können so auch die Schweiß­menge reduzieren. Adidas verspricht nun mit einem neuartigen Spray „zuver­lässigen 24h Anti-Transpirant-Schutz“ - und das erstaunlicher­weise ganz ohne Aluminiumsalze.

Wie aber soll das Anti­transpirant wirken? Adidas erklärt den versprochenen Schwitz-Schutz mit einer „revolutionären absorbierenden Cotton Tech-Technologie“. Wie das funk­tionieren soll, erläutert etwa die Produkt­beschreibung von Adipure auf der Webseite des größten deutschen Drogeriemarktes dm. So sollen „Cotton-Tech Moleküle Feuchtig­keit bis zur 10-fachen Menge ihres Gewichts aufsaugen und die Moleküle mit abnehmender Körpertemperatur austrocknen“. Das Produkt dürfte Hoff­nung machen: Denn Aluminiumsalze stehen in der Kritik. Doch schützt Adidas Adipure tatsäch­lich effektiv vor unangenehmem Achselschweiß?

Schwitzen in der Klimakammer

Wir haben den versprochenen Schwitz-Schutz auf den Prüf­stand gestellt. Adidas Adipure gibt es für Männer und Frauen. Für unseren Schnell­test wählten wir das Spray für Frauen aus und gingen mit 30 Probandinnen an den Start. Vorbereitend wuschen sie ihre Achselhöhlen 14 Tage lang mit einer von uns vorgeschriebenen Seife – diese war unparfümiert, ohne antibakterielle oder schweiß­hemmende Zusätze. Zusätzlich nutzten die Probandinnen bis drei Tage vor Anwendung unseres Test­produktes ein Stan­darddeo ohne Aluminiumsalze. Erst dann begann die eigentliche, fünf­tägige Test­phase: Einmal täglich sprühten geschulte Mitarbeiter des Prüf­instituts eine genau fest­gelegte Menge Adidas Adipure in je eine Achselhöhle der Test­personen. Die jeweils andere Achsel blieb unbe­handelt. Vor dem ersten Auftragen und 24 Stunden nach dem letzten Auftragen des Sprays schwitzten unsere Probandinnen für die Schweiß­messung zweimal 20 Minuten in einem Klimaraum. In ihm herrschten 38 °C und 35 Prozent Luft­feuchtig­keit. Unter jeder Achsel trugen sie ein Granulat-Säck­chen, das die ausgeschiedenen Schweiß­mengen aufsaugte. Die Säck­chen wurden vor und nach dem Schwitzgang gewogen. So konnten unsere Gutachter über die Gewichts­differenz berechnen und vergleichen, wie viel Schweiß sich jeweils unter der besprühten und der unbe­handelten Achsel gebildet hatte.

Adidas Adipure versagt im Test

Dieser Vergleich fiel ernüchternd aus: Adidas Adipure schaffte es bei der Mehr­zahl unserer Test­personen nicht, die Schweiß­menge zu reduzieren. Die Unterschiede zwischen der behandelten und der unbe­handelten Achsel waren zu gering, um von einer Schweiß­minderung zu sprechen. Ob das Produkt vor der Entstehung von Achselgeruch schützt, haben wir nicht geprüft.

Aluminiumsalze unter Verdacht

Wir haben uns nicht auf die Angaben von Adidas verlassen, sondern auch über­prüft, ob das Spray tatsäch­lich „0% Aluminiumsalze“ enthält. Zumindest in diesem Punkt hält der Anbieter Wort. Warum aber wirbt Adidas über­haupt damit? Aluminiumsalze sind vor einigen Jahren in Verruf geraten. Es wird spekuliert, dass sie das Nerven­system schädigen oder eine krebs­erzeugende Wirkung haben könnten. Die wissenschaftliche Beweislage dafür ist allerdings noch lückenhaft. Unklar ist nach wie vor etwa, wie viel Aluminium aus Kosmetika und damit auch aus Achselsprays tatsäch­lich über die Haut in den Körper gelangt. Das Bundes­institut für Risiko­bewertung (BfR) rät vorsorglich, möglichst wenig Aluminium aufzunehmen, aus Lebens­mitteln wie aus Kosmetika. Für die Aluminiummengen in den von uns in der Vergangenheit getesteten Produkten räumte das BfR aber ein, dass deren einmalige Anwendung am Tag auf gesunder Haut unkritisch sei. Auf frisch rasierter, womöglich verletzter Haut sollten aluminiumhaltige Achselsprays aber vorsichts­halber nicht verwendet werden.

Tipp: Wer bei seinem Achselspray auf Aluminiumsalze verzichten möchte, sollte die Liste der Inhalts­stoffe genau lesen. Aluminium­verbindungen, die besonders häufig in Achselsprays vorkommen sind etwa Aluminium­chlorhydrat und Aluminiumsesqui­chlorhydrat. Auch Deos ohne Aluminium können gut vor Achselgeruch schützen. Deodorants ohne Aluminiumsalze über­decken Achselgeruch mit Duft­stoffen. Einige Rezepturen enthalten auch andere Stoffe, wie etwa Alkohol, um geruchs­fördernde Bakterien in Schach zu halten. Welche Deos ohne Aluminium zuver­lässig vor Schweiß­geruch schützen, lesen Sie in unseren Tests von Achselsprays für Frauen und einem Unisex-Produkt sowie im Test Achselsprays für Männer.

Zahlreiche weitere wert­volle Informationen rund um Deos finden Sie in unserem großen FAQ Deos und Antitranspirantien auf test.de.

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