Die Adcada-Unter­nehmens­gruppe aus Bentwisch hat erneut Ärger mit der Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leitungs­aufsicht (Bafin). Diesmal hat die Bafin der Adcada health­care GmbH den Vertrieb einer Inhaber-Teilschuld­verschreibung untersagt, weil die Firma das Wert­papier ohne den von der Europäischen Union (EU) vorgeschriebenen Prospekt heraus­gibt. Adcada hat gegen das Bafin-Verbot Rechts­mittel einge­legt. Unterdessen hat auch die Finanzmarkt­aufsicht (FMA) Liechten­stein eine Investorenwarnung ausgesprochen.*

Verstoß gegen die EU-Prospekt­ver­ordnung

Die Verfügung der Aufsicht gegen die Inhaber-Teilschuld­verschreibungen mit der Bezeichnung „Adcada.health­care Bond“ ist noch nicht bestands­kräftig, aber sofort voll­zieh­bar. Laut Bafin darf die Adcada health­care das Wert­papier in Deutsch­land nicht mehr vertreiben, weil sie dafür keinen nach der EU-Prospekt­ver­ordnung erforderlichen Prospekt hergestellt habe.

Inhaber-Teilschuld­verschreibungen sind keine sichere Anlage

Inhaber-Teilschuld­verschreibungen, die auch als Anleihen oder Bonds bezeichnet werden, sind – anders, als viele Anleger glauben – keine sichere Geld­anlage. Je höher der Zins, desto höher das Risiko. Wie berichtet, hat sich die neu gegründete Adacada health­care GmbH auf die Produktion und den Vertrieb von Mund-Nasen-Masken spezialisiert und stellt nach eigenen Angaben seit Mai 2020 täglich 400 000 Masken her. Anlegern verspricht sie für ihre Beteiligungen 12 Prozent Rendite im Jahr.

Bis April 2020 hatte sie mit „12 Prozent Zinsen pro Jahr, 100% erst­rangig“ geworben (siehe unsere Meldung Adcada soll Einlagen zurückzahlen). Gleich­zeitig will die Firma 12 Prozent ihrer Produktion über einen Zeitraum von mindestens zwölf Monaten an gemeinnützige Institutionen spenden.

Haftung bei falschen Prospekt­angaben

Für Anleger ist ein Prospekt wichtig, weil sie Prospekt­ver­antwort­liche, Anbieter und Emittenten nach dem Wert­papier­handels­gesetz haft­bar machen können, falls sie wegen unrichtiger oder unvoll­ständiger Angaben im Prospekt Geld verlieren. Prospekte für Wert­papiere müssen von der Bafin gebil­ligt werden.

Geldbuße möglich

Ein Verstoß gegen die Prospekt­pflicht stellt laut Wert­papier­handels­gesetz eine Ordnungs­widrigkeit dar und kann mit einer Geldbuße von bis zu 5 Millionen Euro beziehungs­weise 3 Prozent des Gesamt­umsatzes des letzten Geschäfts­jahres geahndet werden. Auch können Geldbußen bis zum Zweifachen des aus dem Verstoß gezogenen wirt­schaftlichen Vorteils verhängt werden.

Auch Aufsicht in Liechten­stein warnt Investoren

Auch die Finanzmarkt­aufsicht (FMA) Liechten­stein hat für die Inhaber-Teilschuld­verschreibungen der ADCADA.health­care Anleihe 2020 eine Investorenwarnung heraus­gegeben. Die Adcada Investments AG PCC mit Sitz in Rugell in Lichten­stein mit deutscher Website https://adcada.health­care sei bezüglich der angebotenen Inhaber-Teilschuld­verschreibungen ihrer Melde­pflicht zum Emissions­kalender in Liechten­stein nicht nachgekommen.*

Warn­liste mit dubiosen Angeboten

Tipp: Unseriöse Firmen und Finanz­produkte setzen wir auf unsere Warnliste Geldanlage. Sie verschafft Anlegern schnell einen Über­blick über dubiose, unseriöse oder sehr riskante Geld­anlage­angebote.

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* Passagen korrigiert am 7. Juli 2020.

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