So testet die Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest kauft die Actioncams anonym im Handel. Wir verwenden weder Presse­muster noch Prototypen. Die Tests lassen wir in unabhängigen Fach­laboren durch­führen. Nach unseren Vorgaben: wissenschaftlich, objektiv und kompetent. Actioncams bewerten wir in acht Disziplinen und passen die Unter­suchungen von Test zu Test an für Video, Foto, Hand­habung, Akku, Unter­wasser­test sowie Daten­sende­verhalten und Daten­schutz­erklärungen der Apps. Die wesentlichen Punkte haben seit 2019 Bestand, für den Test 2021 änderten wir nur wenige Details. Hier lesen Sie, wie die Stiftung Warentest aktuell testet.

Video: 40 %

Bei Sehtests bewerteten fünf Experten Bilder, die von den Action-Cams in Full-HD-Auflösungund in maximaler Auflösung (UHD) aufgenommen wurden. Das geschah bei einer Beleuchtungs­stärke von 3 500 Lux und bei einem Schwenk mit 200 Lux zu einer Szene mit einer geringeren Beleuchtungs­stärke 11 Lux. Um die Bild­qualität bei wenig Licht zu ermitteln, führten wir diese Sehtests auch bei schlechten Licht­verhält­nissen mit einer Beleuchtungs­stärke von 11 Lux durch. Gemessen haben die Tester zudem das sicht­bare Bild­rauschen. Zwei Experten bewerteten den Verwack­lungs­schutz. Die Videos dafür wurden auf einem speziellen Prüf­stand aufgenommen. Der Rüttel­stand simuliert die Action, versetzt den Camcorder also bei Aufnahmen in Bewegung. Dabei kam eine Test­tafel zum Einsatz, die sich auf den Camcorder zubewegt. Gegen­licht­reflexionen ermittelten wir mithilfe einer Punkt­licht­quelle, die außer­halb des Bild­felds positioniert wurde und schwenk­bar war. Außerdem nahmen wir im normalen Betriebs­modus und gegebenenfalls im Unter­wasser­modus eine Test­tafel auf und bewerteten die bessere Variante für Bilder unter Wasser. Zur Beur­teilung des Video­tons bewerteten drei Experten klassische Musik, die wir mit und ohne Wind sowie mit und ohne Schutz­gehäuse (soweit mitgeliefert) aufnahmen.

Foto: 20 %

Wir bewerteten Fotos, die unter folgenden Bedingungen aufgenommen wurden: Sehtest bei Tages­licht (Beleuchtungs­stärke 8 000 Lux) und bei schlechten Licht­verhält­nissen (Beleuchtungs­stärke 11 Lux). Gemessen wurde darüber hinaus die Auflösung bei guten und schlechten Licht­verhält­nissen (900 Lux und 110 Lux), die Farb­treue, die Verzeichnung und das Abfallen der Licht­intensität zu den Bild­ecken hin (Vignettierung) sowie das sicht­bare Bild­rauschen bei 900 Lux Beleuchtungs­stärke.

Hand­habung: 30 %

Unsere fünf Prüf­personen bewerten die Gebrauchs­anleitungen inklusive der Hilfe­funk­tion im Gerät (Lesbarkeit, Verständlich­keit, Voll­ständig­keit). Beim täglichen Gebrauch beur­teilten wir, wie gut der Nutzer durchs Bedienungs­menü geführt wird und die Grund­funk­tionen einstellen kann. Wir wollten auch wissen, wie einfach sich Videos und Fotos aufnehmen und abspielen lassen. Und wie problematisch es ist, Speicherkarte, Batterie und Batterie­kontrolle zu hand­haben. Für die Bewertung der Geschwindig­keit haben wir gemessen, wie lange der Auto­fokus des Camcorders bei guten Licht­bedingungen und unterschiedlich weit entfernten Motiven braucht, um scharf zu stellen. Wir erfassten auch die Zeit, die das Gerät zum Einschalten der Film- oder Foto­funk­tion brauchte. Beim Monitor über­prüften wir, wie er sich bei hellem Umge­bungs­licht, schlechten Licht­verhält­nissen und aus verschiedenen Blick­winkeln ablesen lässt. Die Vielfältig­keit, Hand­habbarkeit und Festig­keit der Befestigungs­möglich­keiten wurde anhand aller vorhandenen Verbindungs­elemente bewertet. Darüber hinaus prüften wir die Funk­tion der mobilen Apps auf Smartphones mit dem Betriebs­system Android und iOS.

Akku: 10 %

Wir ließen jedes Gerät so lange filmen, bis der Akku leer war. Dieser Test wurde ohne Drahtlos­verbindung und dauer­hafte Monitor­anzeige durch­geführt. Wir prüften die Akku­lauf­zeit bei Aufnahmen in Full-HD-Auflösung und in UHD/4K. Danach bewerteten wir die Betriebs­zeiten. Die Ladedauer des Akkus haben wir ebenfalls gemessen. Ließ sich der Akku nicht wechseln, floss das negativ in die Bewertung ein.

Unter­wasser­test: 0 %

Wir prüften, ob die Actioncams so wasser­dicht sind, wie es die Anbieter ausloben – bis zu einer maximal simulierten Wasser­tiefe von 25 Metern. Ferner ließen wir die Geräte in verschiedenen Ausrichtungen aus zwei Meter Höhe auf eine Wasser­oberfläche fallen und untersuchten anschließend, ob sie noch einwand­frei funk­tionierten.

Daten­sende­verhalten: 0%

Wir sichteten den Daten­strom der Apps für Android und iOS über einen zwischen­geschalteten Server (Proxy), entschlüsselten ihn, falls notwendig und möglich, und bewerteten auf dieser Grund­lage das Daten­sende­verhalten. Als kritisch stuften wir Apps ein, die Daten über­trugen, die für die Funk­tion nicht erforderlich sind, etwa die Identifikations­nummer des Smartphones. Als sehr kritisch stuften wir Apps ein, die personenbezieh­bare Daten unver­schlüsselt über­trugen, etwa die E-Mail-Adresse.

Mängel in den Daten­schutz­erklärungen: 0 %

Ein Jurist prüfte – soweit vorhanden – die Erklärungen der Anbieter zu den Smartphone-Apps auf Verstöße gegen die Daten­schutz-Grund­ver­ordnung.

Weitere Unter­suchungen

In Zubehör, das länger mit der Haut in Kontakt kommen können, suchten wir nach Phthalaten (Weichmacher), PAK (poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe) und pheno­lische Verbindungen. PAK prüften wir in Anlehnung an die Spezifikation des Ausschusses für Produktsicherheit GS 2014:01. Das Urteil für die Schad­stoffe geht rechnerisch nicht ins Qualitäts­urteil ein (Gewichtung = 0 Prozent). Wir fanden keine relevanten Schad­stoff­mengen.

Abwertungen

Abwertungen sorgen dafür, dass sich Mängel verstärkt auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Sie sind mit Stern *) gekenn­zeichnet. Diese Abwertungen setzten wir ein: Das test-Qualitäts­urteil werteten wir ab, wenn das Urteil für Video ausreichend oder schlechter war oder eine Actioncam den Unter­wasser­test nicht bestand. Ab mangelhafter Bild­qualität bei wenig Licht werteten wir das Video-Urteil ab. Ab ausreichendem täglichen Gebrauch werteten wir das Urteil für Hand­habung ab. Je schlechter das jeweils auslösende Urteil, desto stärker wirkte der Abwertungs­effekt. Bei sehr kritischem Daten­sende­verhalten werteten wir das Qualitäts­urteil um eine Note ab. Wies die Daten­schutz­erklärung deutliche Mängel auf, werteten wir das Qualitäts­urteil um 0,3 Noten ab, wies sie sehr deutliche Mängel auf oder fehlte sie, um eine halbe Note.

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