Was tun gegen die Abzockerei mit unseriösen Gewinnmitteilungen? Manchen "Glückspilz" packt die kalte Wut, wenn er bunte Briefe im Postkasten findet mit 50.000 oder 100.000 Euro Gewinn. "Garantiert und unwiderruflich", wenn man Waren aus dem beigelegten Prospekt bestellt. Das Ende vom Lied: Der Gewinn kommt nie, dafür die Rechnung.

Zwar sind versprochene Gewinne laut § 661a BGB auszuzahlen. Doch das durchzusetzen, ist schwierig. Oft sitzen die Abzocker im Ausland oder sie legen kurzerhand einen Konkurs hin. Den Gewinn einzuklagen, empfiehlt sich daher nur für Rechtsschutzversicherte. Gibt die Versicherung keine Deckungszusage, hilft eine Beschwerde beim Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen (Tel. 02 28/4 22 80).

"Auch die Idee, Waren zu bestellen und nicht zu bezahlen, sondern mit dem versprochenen Gewinn aufzurechnen, sollten nur Rechtsschutzversicherte umsetzen", rät Bernd Jaquemoth von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Denn als nächstes wird Post von einem Inkassobüro folgen, dann vom Rechtsanwalt, schließlich eine Vorladung vor Gericht. Ohnehin sind die Waren meist nur billiger Schund.

Wer nicht versichert ist, kann den Gewinn mit einem gerichtlichen Mahnverfahren eintreiben ­ aber aus Kostengründen besser nur einen Teilbetrag: Bei 899 Euro kostet das 22,50 Euro Gebühr, bei 25.000 Euro wären es 155,50 Euro. Legt die andere Seite keinen Widerspruch ein, können Sie einen Vollstreckungsbescheid beantragen und den Gerichtsvollzieher schicken, bei Widerspruch klagen.

Wer sich all die Arbeit sparen will, machts wie bisher: Gewinnversprechen gehören in den Müll.

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