Selten war ein Getränk so legendär wie Absinth. Im Frankreich des 19. Jahrhunderts tranken Künstler, die sich berauschen wollten, den hochprozentigen Kräuterschnaps, später die armen Leute. Ab 1908 wurde er vielerorts verboten, da man glaubte, er führe zu Wahnvorstellungen. Als Ursache galt das im Wermutkraut steckende Nervengift Thujon. Mythos oder Wirklichkeit, fragten sich Wissenschaftler des Chemischen Untersuchungsamts Karlsruhe und analysierten alte Absinthflaschen aus der Zeit vor 1915. Das ernüchternde Fazit: Viel Alkohol, aber im Schnitt nur 25 Milligramm Thujon pro Liter – gerade mal ein Zehntel der lange vermuteten Menge. Sogar heutiger Absinth darf mehr haben.

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