Abschlusstagung Weiterbildungstests Meldung

Gastgeber der Abschlusstagung Weiterbildungstests: Dr. Werner Brinkmann und Dr. Walther Kösters (links).

Gastgeber der Abschlusstagung Weiterbildungstests: Dr. Werner Brinkmann und Dr. Walther Kösters (links).

Die Weiterbildungstests der Stiftung Warentest haben sich zu einem wichtigen Baustein der Qualitätssicherung auf dem Weiterbildungsmarkt entwickelt. Nun soll das Projekt als Regelbetrieb weiter finanziert werden. Bildungsexperten begrüßten auf der Abschlusstagung Weiterbildungstests diesen Schritt.

Rund 100 Bildungsexperten hieß Dr. Werner Brinkmann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Warentest, auf der „Abschlusstagung der Erprobungsphase Weiterbildungstests“ in seiner Begrüßung willkommen. Die Fachleute hatten sich am 21. November in Berlin versammelt, um über das Thema und Veranstaltungsmotto „Bilanz und Ausblick für die Weiterbildungstests“ zu sprechen.

Kommende Aufgaben umrissen

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Hohe Erwartungen an die Stiftung Warentest: Rolf Klein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Hohe Erwartungen an die Stiftung Warentest: Rolf Klein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

So zogen die Experten zunächst ein Fazit zur Arbeit der Weiterbildungstester in den vergangenen fünfeinhalb Jahren. Anschließend richteten sie ihren Blick in die Zukunft und umrissen die kommenden Aufgaben für die Abteilung, die ab Anfang des kommenden Jahres als Regelbetrieb weiter geführt werden soll.

Hintergrund: Mitte 2002 hatte die Stiftung Warentest mit der finanziellen Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Europäischen Sozialfonds eine eigene Abteilung gegründet, um in einem Modellprojekt berufliche Weiterbildung zu untersuchen. Aus diesem zeitlich befristeten Projekt soll ab Beginn des kommenden Jahres eine regelmäßige Förderung werden.

Bekanntheit der Weiterbildungstests wächst

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Mahnten besseres Marketing und mehr Medienpräsenz der Weiterbildungstests an: Die Münchener Sozialwissenschaftler Yves Waschbüsch und Helmut Kuwan.

Mahnten besseres Marketing und mehr Medienpräsenz der Weiterbildungstests an: Die Münchener Sozialwissenschaftler Yves Waschbüsch und Helmut Kuwan.

Die Bildungsexperten begrüßten den Schritt zum Regelbetrieb: So nannte Dr. Ottmar Döring vom Forschungsinstitut Betriebliche Bildung in seinem Vortrag „Qualität der Weiterbildung. Was leisten Weiterbildungstests?“ Weiterbildungstests einen wichtigen Baustein der Qualitätssicherung in der Weiterbildungslandschaft. Diese Einschätzung passte zu den Erkenntnissen der Münchener Sozialwissenschaftler Helmut Kuwan und Yves Waschbüsch, die auf der Tagung ihre Studie zu den Wirkungen von Weiterbildungstests vorstellten (siehe auch Grafiken zum Vortrag).

Demnach erfreuen sich Weiterbildungstests wachsender Bekanntheit: 13 Prozent der Bevölkerung sei Weiterbildungstests ein Begriff – 3 Prozent mehr als noch vor zwei Jahren. Bei den Bildungsanbietern sei der Anteil in demselben Zeitraum von 46 auf 62 Prozent gestiegen. Trotz des deutlichen Anstiegs ist der Bekanntheitsgrad unter den Anbietern nach Einschätzung der Wissenschaftler aber „noch zu gering“. Marketing und Medienpräsenz der Abteilung müssten verbessert werden. Der Integrierte Gesamtbericht zu der Untersuchung Kuwans und Waschbüschs ist als kostenfreier Download abrufbar.

Zuvor hatte BMBF-Ministerialrat Rolf Klein in seinem Grußwort einen retrospektiven Blick auf die Entwicklung und bisherige Arbeit der Abteilung geworfen, und Weiterbildungstests-Abteilungsleiter Dr. Walther Kösters in seinem Vortrag zur „Durchführung von Weiterbildungstests“ Einblicke in die praktischen Herausforderungen der Bildungstests gegeben.

Fester Bestandteil der Weiterbildungslandschaft

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Dr. Ottmar Döring vom Forschungsinstitut Betriebliche Bildung sieht in den Weiterbildungstests einen wichtigen Baustein der Qualitätssicherung in der Weiterbildungslandschaft.

Dr. Ottmar Döring vom Forschungsinstitut Betriebliche Bildung sieht in den Weiterbildungstests einen wichtigen Baustein der Qualitätssicherung in der Weiterbildungslandschaft.

Abschluss der Veranstaltung war eine Podiumsdiskussion, die von Professor Dr. Klaus Meisel, Direktor der Volkshochschule München, moderiert wurde. Teilnehmer waren Carla-Maria Cremer (Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr Schleswig-Holstein), Dr. Ursula Herdt (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft), Dr. Theo Wolsing (Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen) und Dr. Knut Diekmann (Deutscher Industrie- und Handelskammertag).

Das Fazit der Diskutanten: Weiterbildungstests sind zu einem festen Bestandteil der Weiterbildungslandschaft geworden, bei aller Kritik und allen Verbesserungswünschen. „Das Projekt war erfolgreich, weil es Wege gezeigt hat, wie Weiterbildungsangebote nach Qualitätskriterien zu beurteilen sind“, resümierte Professor Dr. Klaus Meisel. Nun sei mit Spannung zu erwarten, wie es den weiteren Erwartungen – zum Beispiel der notwendigen Erhöhung seines Bekanntheitsgrades – standhalte.

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