Abruf- und Raten­kredit Special

Umschichten. Wer vom Dispokredit mit hohem Zins in einen zins­güns­tigen Abruf­kredit wechselt, kann viel Geld sparen.

Guthaben bringen kaum noch Zinsen. Ein Minus auf dem Konto lassen sich Banken hingegen gut bezahlen. test.de erklärt, welche Alternativen zum Dispositions­kredit es gibt, und worauf Sie bei Abruf- und Raten­krediten achten müssen.

Dispokredit nur für kurz­fristige Engpässe nutzen

Rutscht das Giro­konto in die Miesen, wird es teuer. Im Herbst 2014 kassierten Banken nach einer Erhebung von Finanztest durch­schnitt­lich 10,65 Prozent Zinsen für Dispokredite. Institute, die ihre Kunden das vereinbarte Limit über­schreiten und das Konto weiter über­ziehen lassen, schlagen nochmal bis zu 5 Prozent­punkte auf den Dispozins auf. Der Dispo eignet sich daher allenfalls dafür, unerwartete Ausgaben kurz­fristig abzu­decken. Steht das Minuszeichen hingegen dauer­haft vor dem Konto­stand, ist es Zeit, nach Alternativen zu suchen.

Lohnende Alternativen

Infrage kommen sowohl Raten- als auch Abruf­kredite. Letztere sind auch als Rahmenkredite bekannt. Die Zins­sätze dieser Angebote sind meist nied­riger als beim Dispo. Welche Variante güns­tiger ist, hängt vom Einzel­fall ab. Beim Raten­kredit zahlen Kunden das Darlehen in gleich­mäßigen Monats­raten zurück. Der Zins­satz steht fest. Das ist bequem, lässt aber kaum Spielräume, wenn sich die Umstände ändern. Abruf­kredite sind flexibler. Kunden vereinbaren einen Kredit­rahmen mit der Bank, bis zu dessen Grenze sie nach Belieben Beträge abrufen können. Zinsen zahlen sie nur für die in Anspruch genom­mene Summe. Brauchen sie weniger als gedacht, schöpfen sie den Rahmen einfach nicht aus – und halten so auch die Zinsen klein.

Unterschiedliche Konditionen

Manche Banken wie die ING-Diba stellen es Kunden frei, wie viel sie tilgen. Andere Anbieter verlangen Mindest­beträge oder -prozentsätze, zum Beispiel 10 Euro oder 2 Prozent des offenen Darlehens­betrags pro Monat. Die Bank11direkt etwa fordert minimal 1 Prozent des Kredit­rahmens pro Monat zurück. Mehr als die Mindest­summe dürfen Kunden stets tilgen. Auch können sie den Kredit jeder­zeit ablösen. Brauchen sie später doch wieder Geld, rufen sie einfach erneut Beträge ab. Der Nachteil beim Abruf­kredit: Die Banken garan­tieren die Zinsen nur selten – und wenn, dann nur für eine Weile. Meist sind die Zinsen variabel, können also während der Lauf­zeit steigen. Teils sind sie auch gestaffelt: So lockt etwa die Bank11direkt derzeit im ersten Jahr mit 4,85 Prozent effektiv, will aber ab dem 13. Monat 7,99 Prozent des in Anspruch genom­menen Betrags.

Nicht nur die Haus­bank fragen

Nicht immer sind Banken besonders koope­rativ, wenn Kunden nach Alternativen zum teuren Dispo fragen. Dann lohnt ein Blick aufs Angebot der Konkurrenz. Raten­kredite gibt es bei jeder Bank auch für Interes­senten, die kein Giro­konto bei ihr führen. Abruf­kredite haben zumindest einige Häuser im Angebot. Wie üblich hängt die maximale Höhe des Kredit­betrags oder -rahmens von der Bonität der Antrags­steller ab. Selbst­ständige haben es meist schwerer als Angestellte. Sie erhalten Abruf­kredite nur bei wenigen Banken.

Service mit Selten­heits­wert

Finanztest hat im Früh­jahr 2014 bei 151 Kredit­instituten nachgefragt, ob sie Abruf­kredite und Kredit­rahmen anbieten, die nicht an eine Kredit- oder Bank­karte sowie ein Giro­konto gekoppelt sind, Test Abrufkredite, Finanztest 3/2014. Von den damals 15 Banken haben heute noch 13 solche Angebote im Programm – zum Teil ist der Abschluss des Darlehens online möglich. Aktuell werden Kunden bei diesen Banken fündig (in alpha­betischer Reihen­folge): Allgemeine Beamten Kasse, Bank11direkt, BBBank, Credit Europe Bank, Deutsche Bank, Förde Sparkasse, Hamburger Sparkasse, ING-Diba, Oyak Anker Bank, PSD Bank Hannover, Sant­ander Consumer Bank, Sparkasse Holstein, Volks­wagen Bank.

Tipp

Schönen Dingen können Sie schwer widerstehen? Dann eignet sich ein Raten­kredit mit festen Raten besser für Sie als ein Abruf­kredit. Die Gefahr ist sonst groß, dass Sie sich jeden Monat nur dazu durch­ringen können, Mini­beträge zu tilgen. Lassen Sie sich zudem nicht verleiten, gleich wieder den Dispo anzu­zapfen, wenn Sie das Giro­konto durch den Abruf­kredit ausgeglichen haben.

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