Abofallen im Internet Meldung

Endlich soll es Abofallen an den Kragen gehen. Ein neues Gesetz legt fest, dass ein Kaufvertrag im Internet zukünftig nur zustande kommt, wenn der Kunde einen Button anklickt. Auf diesem muss eindeutig stehen, dass der Klick eine Kostenpflicht auslöst.

Abofallen: Preise versteckt

Der Bundestag hat das Gesetz zum besseren Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher vor Kostenfallen im elektronischen Geschäftsverkehr verabschiedet. Wenn das Gesetzgebungsverfahren zügig zu Ende gebracht wird, kann die neue Regelung bereits ab 1. Juni gelten. Ziel ist es, das Geschäftsmodell der Abofallen auszuhebeln. Das besteht darin, Dienstleistungen anzubieten, die im Internet üblicherweise gratis sind. Kleingedruckt wird jedoch ein monatlicher Abonnementspreis versteckt, typischerweise 8 Euro für zwei Jahre, sodass Gesamtkosten von 192 Euro entstehen. Künftig kommt ein Vertrag nur zustande, wenn der Kunde sich ausdrücklich und aktiv zu einer Zahlung verpflichtet. Die Schaltfläche muss gut lesbar sein und eine unmissverständliche Formulierung enthalten wie beispielsweise „zahlungspflichtig bestellen“.

Millionen sind schon hereingefallen

Die Drahtzieher hinter den Abofallen gestalten ihre Seiten so geschickt, dass bereits 5,4 Millionen Internetnutzer darauf hereingefallen sind, so das Sozialforschungs­institut Infas. Das sind elf Prozent aller deutschen Internetnutzer. Bundesweit gehen monatlich rund 22 000 Beschwerden bei den Verbraucherzentralen ein. Der Schaden ist enorm. So stehen derzeit in einem Strafverfahren vor dem Hamburger Landgericht gegen die Betreiber zweier Abofallen 5,3 Millionen Euro Schaden im Raum. Die Zahl der geprellten Nutzer liegt bei rund 70 000.

Gesetz stellt klare Anforderungen

Künftig müssen Internethändler klar, verständlich und in hervorgehobener Weise die Mindestlaufzeit des Vertrags nennen. Geht es um ein Abonnement, muss der Gesamtpreis genannt werden – inklusive aller damit verbundenen Preisbestandteile sowie alle über den Unternehmer abgeführten Steuern. Kann bei Vertragsabschluss noch kein genauer Endpreis angegeben werden, muss der Händler eine Berechnungsgrundlage darlegen, die dem Verbraucher eine Überprüfung des Preises ermöglicht. Zusätzliche Liefer- und Versandkosten müssen ebenfalls deutlich genannt werden. Dieser Anforderung entsprechen die meisten seriösen Online-Shops längst. Sie stellen die vom Kunden gewünschten Waren in einer Bestellübersicht als Warenkorb oder Einkaufswagen dar mit kurzer Beschreibung, Stückzahl, Einzel- und Endpreis sowie Lieferkosten. Anschließend klickt der Kunde auf einen Button, der meist „Bestellen“ oder „Bestellung abschicken“ heißt. Nach dem neuen Gesetz muss dieser Button künftig zum Beispiel „Kaufen“ oder „Zahlungspflichtig bestellen“ heißen.

Tipp: Wenn Sie auf eine Abofalle hereingefallen sind, sollten Sie nicht einfach zahlen, sondern sich in einer Verbraucherzentrale beraten lassen. In den meisten Fällen sind die Forderungen gegenstandslos, da kein wirksamer Vertrag abgeschlossen wurde. Eine Übersicht typischer Abofallen steht auf der Internetseite des Verbraucherzentrale Bundesverband. Das Bundesverbraucherministeriums hat einen Musterbrief ins Netz gestellt, mit dem Sie den Abzocker oder dem von ihm beauftragten Inkassodienst widersprechen können.

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