Abofallen Meldung

Wer im Internet in eine Abofalle getappt ist, sollte nicht zahlen. Vor Gericht blitzen die Abzocker in der Regel ab.

Bestreiten:Abofallen lauern im Internet zu allen Themen von Ahnenforschung bis Routenplaner. Dass die Seiten etwas kosten, wird verschleiert. Wegen dieser Irreführung sollten Betroffene nicht zahlen. Vor Gericht verlieren die Abzocker meist, jetzt sogar vor dem Ober­landes­ge­richt Frankfurt. Die Urteilsgründe lassen sich auf andere Abofallen übertragen (Az. 6 U 186/07):

  • Das Angebot – hier Gedichte – gibt es sonst im Internet gratis. Daher rechnet niemand mit Kosten.
  • Auf der Startseite stand kein Preis, vielmehr war er unter einem Sternchenhinweis versteckt.
  • Zusätzlich stand der Preis zwar im Kleingedruckten, aber das wird, so das Gericht, „von den meisten Verbrauchern nicht gelesen“.
  • Außerdem wurden Surfer mit Werbung für ein Gewinnspiel abgelenkt.

PreisWeil Surfer oft unaufmerksam sind, müsse der Preis deutlich betont werden, verlangt das Gericht. Da die Kosten hier gezielt verschleiert wurden, können Opfer den „Vertrag“ wegen arglistiger Täuschung anfechten.

Tipp: Einige Abzocker verweisen auf einen Beschluss des Landgerichts Frankfurt, nach dem Abofallen kein Betrug sind. Doch das ist nur der strafrechtliche Aspekt. Zivilrechtlich sei das Ganze durchaus angreifbar, stellte das Gericht klar (Az. 5/27 Kls 3330 Js 212484/07 KLs – 12/08).

Mahnung: Der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz liegen Fälle vor, nach denen die Anwältin Katja Günther für Online Content Ltd. gerichtliche Mahnbe­scheide beantragt. Die Gerichte prüfen dabei nicht, ob die Forderung zu Recht besteht. Deshalb sollten Betroffene – anders als bei Mahnpost der Firmen – unbedingt dem Bescheid widersprechen.

Liste: Musterbriefe und eine Liste mit Abofallen stehen unter www.vzbv.de, Button „Verbraucherrecht“.

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