Abofalle gestoppt Meldung

Henriette aus Berlin. Sie bekam in der Fahr­schule Besuch von einem „gelben Engel“.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat den Allgemeinen Deutschen Auto­mobil-Club für die irreführende Art abge­mahnt, wie er Minderjäh­rigen eine ADAC-Mitgliedschaft unterjubelt. „Gehört hatten wir davon regel­mäßig, aber bis vor Kurzem hatten wir nie was in der Hand“, sagt Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg. Jetzt hatte sie Unterlagen auf dem Tisch.

Aus dem kostenlosen Angebot wird eine kosten­pflichtige Mitgliedschaft

Der ADAC wirbt in Fahr­schulen mit einem kostenlosen Fahrt­raining und verteilt Verträge mit dem Titel „Komm in die junge Welt des ADAC – 0 Euro im 1. Jahr“. Das Perfide: Meist sind es Minderjäh­rige, die einen Vertrag unter­schreiben, den sie ohne Erlaubnis der Eltern gar nicht abschließen können. Nach Ablauf eines Jahres wird aus dem kostenlosen Angebot auto­matisch eine kosten­pflichtige Mitgliedschaft. Kurz vor der „Umstellung“ des Vertrags bekommen die Jugend­lichen einen Brief: „Die Tarif­umstellung deiner Mitgliedschaft erfolgt auto­matisch – du brauchst dich um nichts zu kümmern.“ Oder es ist von einer „Angebots­rechnung“ die Rede: „Wenn du dies Angebot nicht annimmst, erlischt dein Anspruch auf die Leistung der ADAC-Mitgliedschaft.“ Dann folgt die Rechnung über den jähr­lichen Mitglieds­beitrag von 24 Euro.

Verbraucherzentrale: ADAC verschleiert die Rechts­lage

„In der Angst, vergessen zu haben zu kündigen, über­weisen viele den Betrag. Damit kommt dann tatsäch­lich ein Vertrag zustande“, sagt Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg. „Mit dem Brief und der Rechnung verschleiert der ADAC die Rechts­lage. Der zuvor geschlossene Vertrag mit den Minderjäh­rigen ist nicht rechtens und damit unwirk­sam. Mit den Unterlagen, die uns vorlagen, konnten wir den ADAC abmahnen“, erklärt Rehberg.

ADAC lenkt ein

Der Auto­mobil-Club lenkt gegen­über der Verbraucherzentrale ein. Er unter­schrieb eine Unterlassungs­erklärung. Ab 1. September 2018 will er darauf hinweisen, dass ein Vertrag durch die Zahlung entsteht.

Tipp: Sie können die Rechnung ignorieren, wenn ein Minderjäh­riger den Vertrag unter­schrieben hat oder im vorherigen Schreiben von einer „Angebots­rechnung“ die Rede ist. Sollten Sie unsicher sein, wenden Sie sich an die Stiftung Warentest oder die Verbraucherzentrale Hamburg.

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