Abgeltungsteuer: Private Altersvorsorge

Frage: Trifft die Abgeltungsteuer meine private Rentenversicherung?

Finanztest-Antwort: Bekommen Sie aus Ihrer privaten Rentenversicherung später eine Rente, geht Sie die Abgeltungsteuer nichts an. Ob Sie die klassische Vertragsvariante oder eine Fondspolice haben, spielt keine Rolle. Die Steuerpflicht für die Rente hängt vom Alter bei der ersten Auszahlung ab. Sind Sie 65 Jahre, müssen Sie von 1 000 Euro nur 180 Euro beim Finanzamt abrechnen (18 Prozent). Selbst wenn Sie dafür den Spitzensteuersatz von 45 Prozent zahlen, kassiert das Finanzamt für 1 000 Euro Rente effektiv nur 81 Euro Steuern (rund 8 Prozent).
Lassen Sie sich im Alter keine Rente, sondern Kapital aus Ihrer Versicherung auszahlen, kann Sie die Abgeltungsteuer von 25 Prozent treffen. Dann besteuert das Finanzamt die Leistung wie bei jeder anderen Lebensversicherung.

Für Riester-Rente gilt persönlicher Steuersatz

Frage: Bleiben Riester-Verträge von der Abgeltungsteuer verschont?

Finanztest-Antwort: Finanziert der Staat Ihren Riester-Vertrag mit Zulagen oder Steuerersparnissen, zahlen Sie später keine Abgeltungsteuer. Ob Sie eine Rentenversicherung, einen Bank- oder Fondssparplan haben, ist egal. Weil Sie im Berufsleben viel Förderung erhalten, müssen Sie die Rente oder Kapitalauszahlung aber später mit Ihrem eigenen Steuersatz versteuern. Je nach Höhe Ihrer Alterseinkünfte kann er höher oder niedriger als die 25 Prozent Abgeltungsteuer sein.
Sie können in Riester-Verträge aber auch Beiträge ohne Förderung vom Staat einzahlen. Erhalten Sie dafür später eine Rente, richtet sich die Steuerpflicht nach Ihrem Alter bei Rentenbeginn – so wie bei einer privaten Rentenversicherung (siehe oben). Für Kapitalauszahlungen gelten dagegen die Steuervorteile für Lebensversicherungen.

Rente aus steuerfreien Beiträgen nicht betroffen

Frage: Ist für die Rente oder Kapitalauszahlung aus der geförderten Altersvorsorge der Firma Abgeltungsteuer fällig?

Finanztest-Antwort: Wenn Sie über die Firma steuerfrei Lohn in die Altersvorsorge investieren oder Ihr Arbeitgeber steuerfrei einzahlt, sind die Leistungen im Alter abgeltungsteuerfrei. Ob die Altersvorsorge eine Direktversicherung, ein Pensionsfonds oder ein Vertrag mit einer Pensionskasse ist, spielt keine Rolle. Auch Direktzusagen oder Unterstützungskassen, die steuerfrei finanziert werden, trifft die Abgeltungsteuer nicht.
Die Rente oder Kapitalauszahlung aus solchen Verträgen ist im Alter voll steuerpflichtig. Sie zahlen für den zu versteuernden Teil Ihren eigenen Steuersatz. Je nach Höhe der Einkünfte, die Sie im Alter haben, kann er höher oder niedriger als die Abgeltungsteuer von 25 Prozent sein.

Keine Gefahr für Direktversicherung

Frage: Was passiert mit meiner Direktversicherung, für die der Chef den Jahresbeitrag von 1 752 Euro mit 20 Prozent pauschal versteuert?

Finanztest-Antwort: Der Versicherer zieht von der Leistung aus der Direktversicherung später keine Abgeltungsteuer ab. Ob Sie selbst oder die Firma den Beitrag und die Pauschalsteuer bestreiten, ist egal.
Erhalten Sie später eine Rente, ist der größte Teil steuerfrei  – so wie bei anderen privaten Rentenversicherungen (siehe oben). Lassen Sie sich Kapital auszahlen, ist das Geld in der Regel ganz steuerfrei. Weil pauschal versteuerte Direktversicherungen nur vor 2005 möglich waren, behandelt das Finanzamt sie wie andere Lebensversicherungen aus dieser Zeit.

Für Rürup-Rente keine Abgeltungsteuer

Frage: Ändern sich die Steuervorteile für meine Rürup-Versicherung?

Finanztest-Antwort: Für Ihre Rürup-Rente gilt die Abgeltungsteuer nicht. Sie müssen sie wie die gesetzliche Rente versteuern.
Erhalten Sie 2010 die erste Rente, müssen Sie 60 Prozent beim Finanzamt abrechnen. Beginnt sie im Jahr 2020, sind es bereits 80 Prozent und ab 2040 immer 100 Prozent. Für den zu versteuernden Teil zahlen Sie Ihren eigenen Steuersatz. Er kann bis zu 45 Prozent betragen und höher oder niedriger als die 25 Prozent Abgeltungsteuer sein.
Beginnt die Rente im Jahr 2010, sind von 1 000 Euro 60 Prozent steuerpflichtig. Für die vollen 1 000 Euro betragen die Steuern effektiv maximal 270 Euro (45 Prozent von 600 Euro). Spitzenverdiener zahlen etwas mehr als die Abgeltungsteuer. Die meisten bleiben darunter. Rürup-Verträge haben außerdem den Vorteil, dass Sie mit den Beiträgen Steuern sparen können.

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