Abgeltungsteuer: Kirchensteuer

Frage: Auf die Abgeltungsteuer wird Kirchensteuer fällig. Wo gebe ich die an?

Finanztest-Antwort: Die Kirchensteuer wird wie der Solidaritätszuschlag und die Abgeltungsteuer ­direkt von Ihrer Depotbank abgeführt. Voraussetzung ist, dass Sie den Abzug der Kirchensteuer dort beantragt haben.

Haben Sie das getan, ermäßigt sich gleichzeitig Ihre Abgeltungsteuer um ein Viertel der darauf entfallenden Kirchensteuer. Das soll dem Umstand Rechnung tragen, dass die Kirchensteuer als Sonderausgabe abziehbar wäre, wenn Sie sie über die Einkommensteuer abrechnen würden. Sie bekommen einen Ausgleich für die sonst mögliche Steuerersparnis.Ob der erwähnte Antrag formlos sein wird oder ob es dafür Formulare geben wird, ist im Moment noch nicht klar.

Hinweis: Stellen Sie keinen Antrag, weil Sie Ihre Religionszugehörigkeit nicht offenlegen wollen, wird die Kirchensteuer im Steuerbescheid festgesetzt. Dazu müssen Sie alle Kapitalerträge und Verkaufsgewinne in der Steuererklärung aufführen.

Ein Partner zahlt Kirchensteuer. Und der andere?

Frage: Wie funktioniert die Abrechnung, wenn Ehepartner ein gemeinsames Konto haben, einer Kirchensteuer bezahlen muss, der andere jedoch nicht?

Finanztest-Antwort: Ehepartner, die nicht derselben Religionsgemeinschaft angehören, können bei der Bank einen Antrag auf Kirchensteuerabzug für Erträge aus Gemeinschaftskonten stellen. Sie müssen dem Institut übereinstimmend erklären, wem wie viel dieser Erträge zustehen. In diesem Verhältnis ordnet die Bank dann die Kirchensteuer der Abgeltungsteuer zu. Gibt ein Ehepaar nichts an, geht die Bank automatisch von 50:50 aus.

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