Abgeltungsteuer: Zinsanlagen

Frage: Hat der Wegfall der einjährigen Spekulationsfrist auch Einfluss auf Zinsanlagen?

Finanztest-Antwort: Teilweise. Niedrigverzinste Anleihen und Nullkuponanleihen verlieren ab 2009 an Attraktivität, da ihre Kursgewinne in Zukunft versteuert werden müssen.

Die Rechnung Kursgewinn statt Zinseinnahmen geht aus steuerlicher Sicht dann nicht mehr auf. Ähnliches gilt für steuersparende Rentenfonds, mit denen Anleger vor allem auf Kursgewinne setzen. Allerdings genießen alle Papiere oder Fonds, die noch 2008 gekauft werden, Bestandsschutz. Ihre zukünftigen Kursgewinne können Anleger auch weiterhin ohne Abzug von Steuern kassieren.

Zinseinnahmen aus dem Ausland steuerpflichtig

Frage: Wie werden in Zukunft Zins­einnahmen im Ausland besteuert?

Finanztest-Antwort: Fließt das Geld auf das Konto eines ausländischen Instituts, muss der Anleger die Einnahmen wie bisher in seiner Einkommensteuererklärung angeben. Das Finanzamt holt sich die Abgeltungsteuer dann nachträglich. Wenn der Anleger die Zinsen von einer inländischen Bank ausgezahlt bekommt, zieht diese die Abgeltungsteuer automatisch ab.

Nicht verrechenbar: Verluste aus Aktiengeschäften

Frage: Ich habe mit Verlust verkauft. Darf ich den Verlust in Steuererklärungen ab 2009 noch geltend machen?

Finanztest-Antwort: Ja. Es handelt sich um Altverluste. Das sind Verluste aus dem Verkauf von Wertpapieren vor dem 1. Januar 2009. Nicht ausgeglichene Altverluste aus Fonds können Sie über die Steuererklärung in künftige Jahre vortragen lassen, bis genügend Gewinne aus anderen Fondsverkäufen zum Verrechnen vorhanden sind.

Von 2009 bis 2013 gilt eine Übergangsregelung: Sie dürfen dann im ersten Schritt Zinsen, Dividenden und Kursgewinne von Papieren, die Sie ab 2009 angeschafft haben, mit Kursverlusten von solchen Papieren verrechnen. Bleiben Gewinne stehen, können die mit den Altverlusten gegen gerechnet werden. Das geht auch mit Gewinnen aus dem steuerpflichtigen Verkauf von Immobilien in der Spekulationsfrist von zehn Jahren.

Haben Sie nach 2013 noch Altverluste übrig, können Sie diese mit Gewinnen aus Immobilienverkäufen, nicht aber mit Zinsen, Dividenden oder Verkaufsgewinnen von Fonds verrechnen. Diese Regelung stehen noch nicht endgültig fest.

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