Fragen und Antworten: Von Fondsfusion bis Währungsgewinne

Ich habe Ende 2008 einen in Deutschland aufgelegten Fonds gekauft, der im Herbst fusioniert hat. Wirkt sich die Fusion auf den Bestandsschutz für Kursgewinne aus?

Nein, auch wenn die Fusion innerhalb der für Sie geltenden Spekulationsfrist von einem Jahr stattfindet, werden bis dahin angefallene Gewinne nicht steuerpflichtig. Nur wenn Sie die Anteile ­innerhalb der Spekulationsfrist doch noch verkaufen, sind die Gewinne steuerpflichtig.

Ich habe Rentenfonds, die nicht nur Euro-Papiere enthalten. Sind Währungsgewinne steuerpflichtig?

Ja, auch Währungsgewinne fallen unter die Abgeltungsteuer. Im Gegenzug können Sie auch Währungsverluste über die Steuererklärung abrechnen.

Früher hat das Finanzamt Quellensteuern wie Werbungskosten berücksichtigt. Heute kann ich keine Werbungskosten mehr absetzen. Ist die Quellensteuer dann verloren?

Nein, Ihnen bleibt wie früher auch die Möglichkeit, die ausländische Quellensteuer in der Steuererklärung anzugeben und sie auf die in Deutschland zu zahlende Steuer anrechnen zu lassen. Allerdings verrechnet das Finanzamt die ausländische Steuer nicht unbedingt komplett, sondern nur so viel davon, wie im Doppelbesteuerungs­abkommen mit dem jeweiligen Land vereinbart ist. Sollte der ausländische Fiskus mehr Quellensteuer einbehalten haben, können Sie sich nur dort Ihr Geld zurückholen. Die Formulare dafür finden Sie beim Bundeszentralamt für Steuern unter www.bzst.bund.de.

Stimmt es, dass ich mit Ausgaben, die beim Verkauf von Wertpapieren anfallen, doch noch meine Steuerlast senken kann?

Ja, Sie können Ausgaben, die im direkten Zusammenhang mit dem Verkauf der Papiere stehen, wie Gebühren Ihrer Bank, weiterhin steuermindernd geltend machen. Werbungskosten wie etwa Depotgebühren oder die Kosten für den Besuch einer Aktionärsversammlung sind allerdings über den Sparerpauschbetrag abgegolten.

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