Betriebsbedingte Kündigungen versüßen Arbeitgeber meist mit einer Abfindung. Davon bleiben im Jahr der Abfindung mindestens 7 200 Euro steuerfrei. Darüber liegende Beträge werden ermäßigt besteuert.

Allerdings gibt es die Vergünstigung nur, wenn die Abfindung innerhalb eines Kalenderjahres gezahlt wird. Weil diese Bedingung nicht erfüllt war, wollte das Finanzamt einem Steuerzahler die Vergünstigung wieder streichen: Er hatte 1993 27 600 Euro Abfindung bekommen und aufgrund eines neuen Sozialplans 1994 noch mal 11 600 Euro.

Nun muss die Behörde ausnahmsweise doch die Ermäßigung gewähren, entschied der Bundesfinanzhof (Az. XI R 33/02). Weil der Arbeitgeber aus sozialen Motiven später die zusätzliche Entschädigung gezahlt hat, dürfe das nicht zum Nachteil für den entlassenen Arbeitnehmer führen. Die nachträgliche Aufstockung ist nicht mehr als eine er­gänzende Leistung. Sie beträgt nur 42 Prozent der Hauptentschädigung.

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