Das Finanzamt darf einem Arbeitnehmer den Freibetrag für Abfindungen auch dann nicht verweigern, wenn dieser nicht ganz unschuldig an seiner Kündigung ist. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden (Az. XI R 64/03).

Durch den Freibetrag sind Abfindungen normalerweise bis zur Höhe von 7 200 Euro steuerfrei. Ältere Kollegen, die länger im Betrieb sind, können bis zu 11 000 Euro steuerfrei kassieren.

Die Freibeträge gibt es nur, wenn die Auflösung des Arbeitsverhältnisses von der Firma ausgeht. Der BFH urteilte, dass diese Bedingung in der Regel erfüllt ist, wenn die Firma eine Abfindung zahlt.

In dem Prozess hatte der ­Arbeitgeber einem Monteur gekündigt, denn dieser hatte das Leck in einer Gastherme ausgerechnet mit einem Feuerzeug ausfindig gemacht und es dann nicht einmal sofort repariert. Nach Auffassung des Finanzamts hat er damit den entscheidenden Grund für die Kündigung geliefert und den Freibetrag verspielt. Das sahen die Richter beim Bundesfinanzhof anders.

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