Abfindung Meldung

Wer derzeit eine Abfindung erhält, muss mit schlechteren Steuerregeln rechnen. Denn der Fiskus behandelt die Zahlungen nicht mehr so großzügig wie noch vor einigen Jahren. Um wenigstens von den verbliebenen Steuererleichterungen zu profitieren müssen Betroffene allerdings viel beachten - möglichst schon bevor die Abfindungsverhandlung beginnt. Finanztest sagt, wie der Fiskus Abfindungen besteuert und was Betroffene tun können, um nicht mehr Steuern als nötig zu zahlen.

Achtung Aufhebungsvertrag

Freibetrag und auch steuerliche Vergünstigungen auf die Abfindung erhalten Betroffene nur, wenn der Arbeitgeber den Anstoß zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses gegeben hat. Daher müssen Arbeitnehmer oft besonders vorsichtig sein: Will der Chef das Arbeitsverhältnis einvernehmlich beenden, muss aus dem Aufhebungsvertrag klar hervorgehen, dass er dies zum Beispiel aufgrund von Rationalisierungsmaßnahmen tut. Ebenfalls wichtig: Den Freibetrag gibt es nur für Zahlungen, die den Verlust des Arbeitsplatzes ausgleichen. Dies sollte ebenfalls im Aufhebungsvertrag stehen. Ausstehende Gehälter, Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, Provisionen und Gratifikationen sind dagegen nicht steuerlich begünstigt.

Steuerermäßigung auch ohne Freibetrag

Erhalten Betroffene den Freibetrag, dann ist meist auch der Rest der Abfindung steuerlich begünstigt. Faustregel: Je höher die Abfindung im Verhältnis zum Arbeitslohn desselben Jahres, desto größer ist die Ermäßigung. Allerdings können Arbeitnehmer auch Steuervergünstigungen erhalten, wenn sie keinen Anspruch auf den Freibetrag haben. Dies gilt beispielsweise, wenn der Arbeitgeber den Angestellten tarifvertraglich zugesichert hat, das Arbeitsverhältnis im Alter von 55 Jahren gegen Abfindung zu beenden - oder der Chef aufgrund einer Änderungskündigung einen Ausgleich zahlt.

Extras und Eheleute

Betroffene können sogar noch zusätzlich Steuern sparen: Zum einen muss das Finanzamt nun auch Zusatzleistungen vom Arbeitgeber wie einen Dienstwagen zur Privatnutzung oder Weiterbildungskosten ermäßigt besteuern. Allerdings gilt dies nur für Extras im Jahr der Abfindung. Ungeklärt ist derzeit noch, bis zu welcher Höhe Extraleistungen begünstigt sind. Zweitens lohnt sich für Eheleute im Jahr der Abfindung die getrennte Steuererklärung, wenn das Gehalt des abgefundenen Partners ohne Abfindung niedriger ist als der Lohn des anderen.

Vorteil Altersversorgung

Steuervorteile gibts auch, wenn Arbeitnehmer einen Teil ihrer steuerlichen Abfindung in eine Lebens- oder private Rentenversicherung direkt über den Arbeitgeber einzahlen. Beiträge dieser Direktversicherung sind dann bis zu 1 752 Euro im Jahr begünstigt: Insgesamt fallen darauf nur 21,1 Prozent Steuern (inklusive Solidaritätszuschlag nach Steuern) plus gegebenenfalls Kirchensteuer an.

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