Interview: Hilfe für schwere Fälle

Groß­flächigere Haut­probleme lassen sich mit Camouflage oft gut kaschieren. Wir sprachen mit dem Visagisten René Koch vom Arbeits­kreis Camouflage in Berlin.

Was ist Camouflage?

Camouflage heißt so viel wie Tarnung, Verdeckung und ist eine spezielle Art des Make-ups und der Schmink­technik für schwere Haut­probleme, bei denen normales Make-up keine ausreichende Wirkung zeigt.

Was ist das Spezielle an dieser Technik?

Die spezielle Wirkung ist der Pigmentdichte von Camoufla­gepro­dukten zu verdanken. Ein normales Make-up hat nur eine Pigmentdichte von etwa 12 bis 20 Prozent, bei Camouflage beträgt sie bis zu 55 Prozent.

Für wen empfiehlt sich diese Schmink­technik?

Mit Camouflage lassen sich nicht nur schwerwiegende, fleckige Hautkrankheiten, sondern auch Narben perfekt vertuschen. Störende Besenreiser an den Beinen können ebenfalls sehr gut kaschiert werden.

Kann jeder lernen, sich perfekt mit Camouflage zu schminken, oder braucht man dazu immer wieder die Hilfe eines Fach­manns?

Am Anfang ist eine Anleitung durch eine fach­kundige Kosmetikerin oder einen geschulten Visagisten schon sehr sinn­voll. Doch im Endeffekt sollte die Anleitung Hilfe zur Selbst­hilfe leisten und jeden in die Lage versetzen, sich zuhause selbst mit Camouflage schminken zu können.

Zahlt die Krankenkasse etwas dazu?

In besonderen Fällen, bei schweren Verbrennungen zum Beispiel, zahlen einige Krankenkassen die Behand­lung zumindest teil­weise. Erfahrungs­gemäß müssen Betroffene hier aber mit ordentlich Nach­druck und Sturheit immer wieder nach­fragen, sonst passiert nämlich gar nichts.

Weitere Informationen finden Sie auf: www.arbeitskreis-camouflage.de.

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