AWD Immer neuer Ärger mit Immobilien

19.03.2002

Als „unkomplizierte und stressfreie Vermögensanlage zur Altersversorgung“ vermittelten die Mitarbeiter des Allgemeinen Wirtschaftsdienstes (AWD) das „Zins-Haus Düren“. Doch die von Anlegern als Kapitalanlage gekauften Eigentumswohnungen in Sechsfamilien-Häusern in Düren verursachen seit Monaten viel Ärger. Jetzt meldete die Baucon Immobilien GmbH in Köln, die den Käufern der Eigentumswohnungen in Düren für 25 Jahre die Mieten garantiert hatte, Insolvenz an.

Düren ist ein weiteres Beispiel für die zweifelhafte Vermittlung von Eigentumswohnungen als Kapitalanlage durch den AWD. Bereits im Oktober 2000 hatte Finanztest über eine Liste mit 1 300 problematischen Objekten berichtet, deren Richtigkeit jedoch vom AWD bestritten worden war. Der AWD hatte betont, dass alle Immobilien seit Jahren von Finanzierungsspezialisten geprüft würden.

Beim Zinshaus Düren hat die Prüfung nichts genützt. Schon 2000 schrieb ­Finanztest, dass die erzielbaren Mieten für die von AWD-Kunden gekauften Wohnungen zu hoch angesetzt wurden, die prognostizierte Wertsteigerung wenig realistisch sei. Der AWD erklärt nun, er sehe keinerlei Pflicht, für die Mietausfälle einzustehen. Dennoch habe er beschlossen, seinen Kunden ein „Sanierungskonzept“ anzubieten. Das Konzept sieht vor, dass der AWD selbst eine gegenüber dem ursprünglichen Vertrag reduzierte Mietgarantie für fünf Jahre gibt. Zudem bietet der AWD Kunden, die aufgrund fehlender Einnahmen ihre für den Kauf der Wohnungen aufgenommenen Darlehen nicht mehr zahlen können, Hilfe bei der Tilgungsaussetzung an.

Im Gegenzug sollen die Betroffenen eine „Erklärung“ unterschreiben, mit der sie auf alle Ansprüche gegen AWD- Firmen und deren Mitarbeiter verzichten.

Bevor Anleger die bis zum 30. März 2002 befristete Erklärung unterschreiben, sollten sie sich rechtlich beraten lassen und klären, ob der AWD nicht wegen Falschberatung haften muss.

19.03.2002
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