Gleich drei Anleger haben vor dem Landgericht Hannover ihre Prozesse gegen den Finanzdienstleister AWD gewonnen. Seine Vertreter hatten den Anlegern 1996 Beteiligungen am umstrittenen Immobilienfonds DLF 94/17 vermittelt, ohne sie ausreichend zu beraten. Das Gericht sprach allen drei Anlegern Schadenersatz in Höhe von jeweils fast 27 000 Euro zu. Das hat der Bremer Rechtsanwalt Klaus Wewerka mitgeteilt, der die Urteile erstritten hat.

Das Landgericht monierte, dass die Berater nicht auf die schlechte Presse des Fonds hingewiesen hatten. Zwar erklärte einer der AWD-Berater, sein Kunde habe die Kritik von Finanztest an den Dreiländerfonds bereits gekannt. Das glaubte das Gericht aber nicht. Zudem hätte er selbst dann die Kritik erwähnen müssen. Ausnahmen würden nur gelten, wenn der Berater intensiv über die Risiken aufgeklärt hätte. Doch das konnte er nicht beweisen.

Mit seinen Urteilen folgt das Landgericht Hannover den Ansichten des Oberlandesgerichts Celle, das 2002 AWD-Fälle ähnlich entschieden hatte.

Endgültig entschieden sind die Fälle durch die Hannoveraner Richter aber nicht. Der AWD ist in allen Verfahren (Az. 13 O 271/02; 13 O 263/02; 13 O 270/02) in die Berufung gegangen.

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