ASS Vorsorge mit Nachteilen

19.11.2009

Neue Erkenntnisse lassen vermuten, dass Patienten mit Typ-2-Diabetes, früher „Altersdiabetes“ genannt, aber ohne Herzinfarkt oder Schlaganfall in der Vorgeschichte, von einer vorbeu­genden Einnahme von täglich 100 Milligramm Azetylsalizylsäure (ASS wie Aspirin und viele andere) insgesamt nicht profitieren. Es gibt zwar eine gewisse Schutzwirkung vor Herzinfarkt und Schlaganfall durch „Blutverdünnung“, aber es müssen Nachteile durch Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Blutungen bedacht werden, so Professor Dr. med. Helmut Schatz von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). Untersuchungen zeigen, dass ASS die Anzahl von Gefäßerkrankungen senken kann. In einer kürzlich durchgeführten Meta-Analyse von mehreren Studien, die 95 000 Menschen aus der Allgemeinbevölkerung einschloss, zeigte sich aber auch eine deutliche Zunahme an Blutungen aus dem Magen-Darm-Trakt. Der „Nettonutzen“ von ASS für die Allgemeinbevölkerung wurde als fraglich eingestuft. Mit einer allgemeinen Empfehlung von ASS zur Primär­vorsorge bei Diabetes solle daher abgewartet werden, bis Resultate größerer, kontrollierter Studien vorlägen.

19.11.2009
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