Verlauf der Krise

Beginn der Krise

Ihren Anfang nahm die Krise in den USA, wo sich immer mehr Amerikaner den Traum vom Eigenheim erfüllen konnten. Nicht, weil sie das Geld dazu hatten, sondern weil die Banken es ihnen förmlich aufdrängten.

Fragwürdige Kredite

Diese fragwürdigen Kredite behielten die Banken nicht in ihren ­Büchern, sondern verkauften sie an Investmentbanken. Die bündelten sie zu Paketen zusammen, so genannten ABS, und verkauften sie ebenfalls. ­Abnehmer waren zum Beispiel Hedgefonds.

Kredite wurden teurer

Dann stiegen plötzlich die Zinsen in den USA, und die Kredite wurden teurer. Viele Amerikaner konnten nun ­ihre Schulden nicht mehr bezahlen, und die ABS verloren an Wert. Mitte Juni ­gerieten zwei milliardenschwere Hedgefonds der US-Investmentbank Bear Stearns in Schieflage.

Die Lage spitzt sich zu

Mitte Juli erst spitzte sich die Lage zu. In Deutschland benötigte die IKB Deutsche Industriebank eine kräftige Geldspritze, um zahlungsfähig zu bleiben. Sie war selbst und über Zweckgesellschaften im US-Hypothekenmarkt engagiert.

Erste Pleiten

Jetzt ging es Schlag auf Schlag. Einer der größten Hypothekenfinanzierer, American Home, ging pleite, Marktführer Countrywide stand kurz davor. Hierzulande schlossen Fonds, die sich auf ABS spezialisiert hatten. An den Börsen stürzten die Kurse ab.

Neue Gerüchte

Immer neue Gerüchte zogen immer mehr Banken in den Sumpf hinein. Keiner wollte dem anderen mehr Geld leihen. Die Zentralbanken pumpten frische Mittel in die Märkte – in den USA, in Europa und in Asien. An den Börsen herrschte Aufruhr. Der Dax rutschte zeitweise um rund 1 000 Punkte.

Die Lage beruhigt sich

Ende August hatte sich die Lage wieder beruhigt. Die Sachsen LB, die sich an ABS regelrecht verschluckt hatte, wurde an die Landesbank Baden-Württemberg notverkauft. Der Dax ­erholte sich. Die ersten ABS-Fonds nahmen ihren Betrieb wieder auf.

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