Wer Chancen auf den Kapitalmärkten nutzen will, muss die wichtigsten Regeln kennen. Finanztest erläutert daher regelmäßig ein grundlegendes Thema.

Sicheres Festgeld zu überdurchschnittlichen Zinsen, das versprach die Dresd­ner BFI Bank ihren Kunden. Am 7. April 2003 war dann Schluss mit Festgeld. ­Wegen Überschuldung ordnete die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) an, dass die Bank den ­Geschäftsbetrieb schließen muss.

Statt üppiger Zinsen gab es am Ende Verluste für Kunden der BFI Bank. Denn das Geld der Sparer war nur bis zu dem ­gesetzlichen Minimum abgesichert. Die Sparer bekamen nur 90 Prozent ihrer Spareinlagen zurück, maximal 20 000 Euro.

Wer auf dem Festgeldkonto der BFI Bank zum Beispiel 50 000 Euro liegen hatte, bekam nur 20 000 Euro. Die übrigen 30 000 Euro waren verloren.

Die Entschädigung der Sparer mit 90 Prozent ihrer Einlage und maximal 20 000 Euro fußt auf Paragraf 4 des Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetzes. Das Gesetz entstand 1998, weil die Europäische Union einen Mindestschutz für alle Sparer forderte.

In Deutschland wäre ein solches Gesetz für die meisten Banken nicht nötig gewesen, weil ihre Verbände schon bessere freiwillige Schutzsysteme entwickelt hatten. Sie sorgen dafür, dass bei über 90 Prozent aller Kreditinstitute in Deutschland die Spareinlagen der Kunden zu 100 Prozent geschützt sind.

Bei vielen Banken mehr Sicherheit

Seit 1998 ist die Einlagensicherung der Banken in Deutschland so geregelt:

Die Sparkassen (auch Landesbausparkassen), Genossenschaftsbanken (Volks- und Raiffeisenbanken, auch Bausparkasse Schwäbisch-Hall, PSD-Banken, Sparda-Banken) müssen kein Mitglied einer gesetzlichen Einlagensicherung sein, weil sie bereits so genannte institutssichernde Einrichtungen unterhalten. Statt die Kunden nach einem Bankrott zu entschädigen, retten diese Einrichtungen eine Not leidende Bank, bevor sie zahlungsunfähig wird.

Kunden privater Banken und öffentlicher Banken (zum  Beispiel Postbank oder öffentlich-rechtliche Bausparkassen) sind meist über zwei Säulen abgesichert: die gesetzliche Einlagensicherung und einen freiwilligen Einlagensicherungsfonds, der die gesetzliche Entschädigung ergänzt.

Der Einlagensicherungsfonds der öffentlichen Banken sichert 100 Prozent der Spareinlagen. Der Fonds der privaten Banken sichert Einlagen bis zur Höhe von 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals der Bank. Bei der Deutschen Bank ist derzeit jeder Sparer bis zu einem Sparbetrag von rund 5,9 Milliarden Euro abgesichert.

Würde die Bank insolvent, bekäme ein Kunde mit 10 000 Euro Einlagen 90 Prozent (also 9 000 Euro) von der gesetzlichen Einlagensicherung ersetzt, die übrigen 1 000 Euro vom Einlagensicherungsfonds.

Mit Verlusten wie bei der BFI Bank müssen Kunden von „Risikobanken“ rechnen, die nicht freiwillig einem Einlagensicherungsfonds beigetreten sind.

Wie das Geld bei einer Bank abgesichert ist, steht in jedem Fall im Sparvertrag, meist aber auch im Preisaushang oder in den allgemeinen Geschäftsbedingungen der Bank. Heißt es darin, dass die Bank nur der „Entschädigungseinrichtung der deutschen Banken GmbH“ angehört, sollten die Alarmglocken läuten.

Die privaten Bausparkassen sind ebenfalls Zwangsmitglied in der gesetzlichen Einlagensicherung, aber zudem wie die meisten privaten Banken in einem eigenen Sicherungsfonds organisiert. Dieser sichert Bauspareinlagen in unbegrenzter Höhe ab. Andere Einlagen sind bis zu 250 000 Euro pro Anleger abgesichert.

Viele Anleger fragen bei Finanztest nach, ob sie ausländischen Banken ihr Geld anvertrauen können, wenn diese mit attraktiven Zinsen locken.

Viele ausländische Banken mit einer Zweigstelle in Deutschland garantieren ihren deutschen Kunden den Einlagenschutz ihres Herkunftslandes. Und dieser liegt oft höher als der deutsche gesetzliche Mindestschutz. Die holländische Finansbank mit Niederlassung in Frankfurt am Main gewährt zum Beispiel 100 Prozent Sicherheit für maximal 20 000 Euro.

Das ist mehr als der deutsche Mindestschutz. Bei der Umweltbank Nürnberg bekäme ein Sparer mit 20 000 Euro Einlagen nur 18 000 Euro (90 Prozent) wieder, bei der holländischen Finansbank dagegen die ganzen 20 000 Euro.

Geschützt sind nur Einlagen

Die Einlagensicherung nimmt dem Kunden aber nicht jedes Risiko ab. Geschützt sind nur Einlagen: etwa das Geld auf dem Girokonto, auf dem Sparbuch, Tagesgeld sowie ein Banksparplan oder Sparbrief, der auf den Namen des Kunden lautet.

Ein Zertifikat oder eine Anleihe der eigenen Bank ist keine Einlage. Kann die Bank nicht zurückzahlen, geht der Kunde leer aus. Deswegen ist es wichtig, bei diesen Wertpapieren auf die Zahlungsfähigkeit (Bonität) des Emittenten zu achten.

Aktien, Fonds, Anleihen anderer Banken, von Staaten oder Unternehmen sind zwar keine Einlagen. Diese Wertpapiere brauchen den Schutz einer Einlagensicherung aber auch gar nicht, weil sie lediglich bei der Bank verwahrt werden. Im Fall einer Pleite gehören sie also nicht zum Vermögen der Bank.

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