45 Jahre test

Editorial der Jubiläums­ausgabe

Inhalt

Liebe Leserin, lieber Leser,

45 Jahre test - Spannendes und Kurioses zum Jubiläum

„jetzt lohnt sich der Eierkauf. Recht­zeitig zu Ostern werden billige Eier in den Geschäften sein.“ Das prophezeite test in seiner ersten Ausgabe vor 45 Jahren. Eier standen auch im Mittel­punkt der ersten Rezept­seite, zum Beispiel Eierbier. Zutaten: 1 Liter helles Bier, 200 Gramm Zucker, etwas Zimt, 4 Eier, 1/8 Liter süße Sahne. Bier und Sahne gut vorkühlen. Dann alle Zutaten in einem hohen Gefäß kräftig schaumig schlagen. Sofort in Gläser füllen und mit Strohhalmen servieren.

Ernährungs­physiologisch ist das Rezept eine mitt­lere Katastrophe: Das 2 000-Kilokalorien-Getränk deckt den Tages­energiebedarf eines Erwachsenen. Und mit der Verwendung von rohen Eiern (Salmonellengefahr) wäre man heute auch vorsichtiger, von Cholesterin nicht zu reden. Damals reagierte die Redak­tion leser- und praxis­nah auf die güns­tigen Eier­preise, und auch ein Test der Stabmixer für die Zubereitung fand sich im Heft.

Die Rezept­seite in test hat sich gehalten und ist nach wie vor beliebt. Auch sonst gibt es Kontinuität. Stabmixer stehen demnächst wieder zum Test an und der Nähmaschinentest – der zweite in der Nummer 1 im Jahr 1966 veröffent­lichte Test – war im Februar dran.

Mit dem Test von Gartenhäckslern verbindet sich sogar ein Meilen­stein der Stiftungs­geschichte: In einem Rechts­streit um eine Unter­suchung von Häckslern entschied der Bundesge­richt­shof 1987, dass die Stiftung Warentest in ihren Anforderungen strenger sein darf als die geltende DIN-Norm.

In den vergangenen 45 Jahren haben wir in 5 000 Tests mehr als 85 000 Produkte untersucht und 1 600 Dienstleistungs­tests durchge­führt. In unserem breiten Programm von Untersu­chungen – heute knapp 100 im Jahr – gab es auch exotische: Bett­wärmer, heizbare Skibrillen, aufblas­bare Schlitten ebenso wie Elektroschuhtrockner. Auch vor Astrologie, Schreck­schuss­waffen und Comics machten die Tester nicht halt.

Exotische Tests können wir für die Zukunft nicht versprechen. Aber wie bisher werden wir unabhängig und nach dem neuesten Stand der Technik die Waren und Dienst­leistungen prüfen, die für unsere Leser relevant sind. Wir werden die Ergebnisse in unseren Heften und auf test.de veröffent­lichen und auch neue Vertriebswege wie das Smartphone nutzen. Kontinuität kann so modern sein.

Ihr
Hubertus Primus
Chef­redak­teur test

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4 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

akapuma am 12.04.2011 um 22:27 Uhr
Herzlichen Glückwunsch!

Herzlichen Glückwunsch zu 45 Jahren "test"!
Nach nun 45 Arbeitsjahren dürfte auch der jüngste Redakteur der "ersten Stunde" seinen wohlverdienten Ruhestand angetreten haben. Das merkt man auch an den Beiträgen zum Thema im Heft, denn die damalige Währungseinheit in der BRD war nicht die dort genannte "Mark", sondern die "Deutsche Mark", in Druckschriften im Allgemeinen mit "DM" abgekürzt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Währungsgeschichte
Gruß
akapuma

Franz.H.aus.A am 05.04.2011 um 10:16 Uhr
Wichtig ist was bleibt !

Super schnelle PC und wie Sie alle heißen haben die Welt verändert -
vor allem die Arbeitswelt -was Sie gebracht haben hat der Mensch entschieden da muss er wohl noch viel lernen damit er sich als sinnvoll erweist .
Sonst bringt die Nutzung auch viel Leid mit sich Viren Würmer bescheidene Sicherheit für den Geldverkehr und Recht hat immer die Technik Gerichte und Richter tun so als gäbe es den Betrug nicht !
Hat es mein Leben wirklich verbessert ?

fri3dolin am 29.03.2011 um 22:36 Uhr
Glückwunsch zu 45 erfolgreichen Jahren!

Richtig,m. 1. Heimcomputer stimmt schon,mich erinnere,mein damaliger Chef überließ mir ne Plastik-Tüte,m. div. Elektronik-Kram,unter dem Stichwort "Sinclaire" o. ähnl.,solle das an meinen TV (schwarz-weiß,damals!) anschließen,u. ihm berichten,es sei ein PC. Schaffte es irgendwie,über die wackelige Tastatur,Texte auf den TV zu bringen;allerdings,der Sinn erschloß sich mir nicht.Alles war hardwaremäßig sehr "wackelig":Das einzige Gehäuse war das des Stecker-Netzteils,wie mans heute noch kennt,sonst nur offene Platinen,z.B. d. Buchstaben- u. Zifferntasten,nur eingelötet auf der Platine,o. jede weitere mechan. Befestigung.
Das erinnert mich an den Herrn Benz,m. seinem "Patent-Motorwagen",vor 125 Jahren. Seine Zeitgenossen wußten auch nix so recht was anzufangen damit.
In Benz' 3-rädriges Gefährt konnte man direkt reingucken, wie / was funzelt.
In heutige PC's u. Autos geht das nicht.
Dankie u. Glückwunsch d. StiftungWarentest f. 45 J. Lieferung v. Tests u. Hintergrundwissen!!!

ArnoldB am 26.03.2011 um 15:13 Uhr
Sie hatten völlig recht!

Die ersten Heimcomputer brauchte man wirklich nicht!
Denn was konnten die schon?
Ich kann mich gut erinnern, dass auf allen diesen Dingern Anfang der 80er ein BASIC-Programm zur Dreiecksberechnung angeboten wurde. Also, außer einem Warndreieck und einem Geodreieck brauchte ich seit jenen Tagen keine Dreiecke mehr.
Mit welchem Verkaufs"argument" wurde sonst noch für einen sinnvollen Einsatz dieser teuren, überflüssigen Kisten geworben?
Man könne seine Haushaltausgaben auf diesem Ding führen! Ha,ha, die Leute, die mit spitzem Bleistift rechnen und ihre Ausgaben beisammen halten müssen, hatten andere Sorgen. Und in einer simplen Kladde ist das Haushaltsbuch schneller und billiger geführt.
Einer meiner ehemaligen Kollegen hatte allerdings eine sinnvolle Anwendung für sich gefunden, und hatte sich einen Schneider-PC gekauft. Er hat darauf seine Diplomarbeit erstellt. Ich dagegen hatte meine Arbeit schon vor dem ersten Heimcomputer anfertigen müssen.