45 Jahre test

45 Jahre test: Der Preis fürs Jawort

45 Jahre test - Spannendes und Kurioses zum Jubiläum

Was kostete das Jawort beim Standes­amt, die Hunde­steuer, ein Tannenbaum? Preise von 1966 scheinen heute paradiesisch, wie ein Blick in die ersten test-Hefte zeigt.

Inhalt

„Haben sie schon einmal nachgerechnet?“ So hieß eine Rubrik in den ersten test-Heften. Sie wollte anhand von Preisbeispielen das Kostenbewusst­sein beim Normal­verbraucher wecken. Da ging es auch um das Jawort beim Standes­amt.

Für 10 Mark getraut

45 Jahre test - Spannendes und Kurioses zum Jubiläum

Die Trauung kostete im Mai 1966 gerade einmal 10 Mark (siehe test 2/66). Der teuerste Posten war mit 5 Mark die Bestellung des Aufgebots. Die Heirats­urkunde gab es für 1 Mark, zwei Geburts­urkunden und den Auszug aus dem Familien­buch für je 2 Mark. Heute sieht das ganz anders aus: Die Bestellung des Aufgebots heißt nun Anmeldung zur Eheschließung beziehungs­weise Über­prüfung der Ehefähig­keit. Kosten­punkt: 40 Euro, in Bayern sogar 50 Euro. Die Gebühr für eine Melde­bescheinigung ist unterschiedlich: in Berlin 5 Euro je Person, in Frank­furt 8 Euro, in Hamburg und München 10 Euro. Die Abschrift aus dem Geburten­register kostet in München, Berlin und Frank­furt 10 Euro, in Hamburg 12 Euro. Jeder Partner braucht eine. Die Eheur­kunde (früher Heirats­urkunde) kostet im Standes­amt meist 10 Euro. Insgesamt müssen Verlobte heute mit 80 bis 100 Euro rechnen, zusätzliche Gebühren für Trauungen an Wochen­enden oder an Wunsch­orten nicht mitgerechnet.

Ab 12 Mark Hund versteuert

Die Hunde­steuer lag in ländlichen Gegenden und Groß­städten weit auseinander. Der Unterschied zwischen 72 Mark in Berlin und 12 Mark in Wentorf bei Hamburg betrug 600 Prozent (test 8/66). Heute hat sich das in beiden Orten angeglichen. In Berlin zahlt ein Besitzer 120 Euro Hunde­steuer für den ersten Hund, in Wentorf 75 Euro.

5 Mark für den Baum

Ein Tannenbaum kostete inklusive Schmuck 19,70 Mark (siehe test 9/66). Für den Baum allein, eine 1,25 bis 1,50 Meter große Fichte, wurden nur 5 Mark veranschlagt. Tannen waren dreimal teurer. Heute ist der Deutschen liebster Weihnachts­baum die Nord­mann­tanne. Sie kostete 2010 pro laufenden Meter meist 16 bis 25 Euro.

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4 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

akapuma am 12.04.2011 um 22:27 Uhr
Herzlichen Glückwunsch!

Herzlichen Glückwunsch zu 45 Jahren "test"!
Nach nun 45 Arbeitsjahren dürfte auch der jüngste Redakteur der "ersten Stunde" seinen wohlverdienten Ruhestand angetreten haben. Das merkt man auch an den Beiträgen zum Thema im Heft, denn die damalige Währungseinheit in der BRD war nicht die dort genannte "Mark", sondern die "Deutsche Mark", in Druckschriften im Allgemeinen mit "DM" abgekürzt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Währungsgeschichte
Gruß
akapuma

Franz.H.aus.A am 05.04.2011 um 10:16 Uhr
Wichtig ist was bleibt !

Super schnelle PC und wie Sie alle heißen haben die Welt verändert -
vor allem die Arbeitswelt -was Sie gebracht haben hat der Mensch entschieden da muss er wohl noch viel lernen damit er sich als sinnvoll erweist .
Sonst bringt die Nutzung auch viel Leid mit sich Viren Würmer bescheidene Sicherheit für den Geldverkehr und Recht hat immer die Technik Gerichte und Richter tun so als gäbe es den Betrug nicht !
Hat es mein Leben wirklich verbessert ?

fri3dolin am 29.03.2011 um 22:36 Uhr
Glückwunsch zu 45 erfolgreichen Jahren!

Richtig,m. 1. Heimcomputer stimmt schon,mich erinnere,mein damaliger Chef überließ mir ne Plastik-Tüte,m. div. Elektronik-Kram,unter dem Stichwort "Sinclaire" o. ähnl.,solle das an meinen TV (schwarz-weiß,damals!) anschließen,u. ihm berichten,es sei ein PC. Schaffte es irgendwie,über die wackelige Tastatur,Texte auf den TV zu bringen;allerdings,der Sinn erschloß sich mir nicht.Alles war hardwaremäßig sehr "wackelig":Das einzige Gehäuse war das des Stecker-Netzteils,wie mans heute noch kennt,sonst nur offene Platinen,z.B. d. Buchstaben- u. Zifferntasten,nur eingelötet auf der Platine,o. jede weitere mechan. Befestigung.
Das erinnert mich an den Herrn Benz,m. seinem "Patent-Motorwagen",vor 125 Jahren. Seine Zeitgenossen wußten auch nix so recht was anzufangen damit.
In Benz' 3-rädriges Gefährt konnte man direkt reingucken, wie / was funzelt.
In heutige PC's u. Autos geht das nicht.
Dankie u. Glückwunsch d. StiftungWarentest f. 45 J. Lieferung v. Tests u. Hintergrundwissen!!!

ArnoldB am 26.03.2011 um 15:13 Uhr
Sie hatten völlig recht!

Die ersten Heimcomputer brauchte man wirklich nicht!
Denn was konnten die schon?
Ich kann mich gut erinnern, dass auf allen diesen Dingern Anfang der 80er ein BASIC-Programm zur Dreiecksberechnung angeboten wurde. Also, außer einem Warndreieck und einem Geodreieck brauchte ich seit jenen Tagen keine Dreiecke mehr.
Mit welchem Verkaufs"argument" wurde sonst noch für einen sinnvollen Einsatz dieser teuren, überflüssigen Kisten geworben?
Man könne seine Haushaltausgaben auf diesem Ding führen! Ha,ha, die Leute, die mit spitzem Bleistift rechnen und ihre Ausgaben beisammen halten müssen, hatten andere Sorgen. Und in einer simplen Kladde ist das Haushaltsbuch schneller und billiger geführt.
Einer meiner ehemaligen Kollegen hatte allerdings eine sinnvolle Anwendung für sich gefunden, und hatte sich einen Schneider-PC gekauft. Er hat darauf seine Diplomarbeit erstellt. Ich dagegen hatte meine Arbeit schon vor dem ersten Heimcomputer anfertigen müssen.