45 Jahre test: Nutzlose Heimcomputer

45 Jahre test Special

Was und wie wurde früher geprüft? Anruf­beant­worter schwächeln bei Hitze, kosten aber mehrere tausend Mark, der Commodore 64-Computer beginnt seinen Sieges­zug.

„Man braucht es nicht“

45 Jahre test Special

Der Vorspann ist offensiv formuliert: „Man braucht es nicht und trotzdem wird es wie verrückt gekauft. Was ist das? Ganz einfach: ein Heimcomputer. Wir prüften sieben Modelle und suchten verzweifelt nach sinn­vollen Einsatz­möglich­keiten.“ Im Test: sieben Heimcomputer ab 530 Mark (test 10/84). Exemplarisch mitgeprüft wird der Apple IIe, mit Monitor für 4 500 Mark. Einer der beiden Testsieger ist der legendäre Commodore 64. Dieser Klassiker sieht aus wie eine dicke Tastatur und kostet 698 Mark. Zusätzlich benötigt werden Floppy-Disk-Lauf­werk für 700 Mark und Drucker für 1 000 Mark. Viel Geld, doch die Menschen kaufen – und entdecken Einsatz­möglich­keiten. Findige Programmierer bringen fast alles im „C 64“ unter: Text­ver­arbeitung, Tabellenkalkulation, Musik­programme und jede Menge Spiele. Bis 1994 werden 30 Millionen Commodore 64 verkauft.

Ein Pfund Handy am Ohr

Die ersten Mobiltelefone haben wenig Charme: Sie sind kantig, verfügen über lange, sper­rige Antennen und wiegen zum Teil fast 600 Gramm, wie der Test von 28 D-Netz-Funk­telefonen ab 800 Mark ergab (test 1/94). Der Klang ist problematisch: „Man versteht zwar gut, was gesagt wird, erkennt aber kaum die eigene Groß­mutter.“ Damit die Handys in die Hemd- oder Jackentasche passen, wird der Akku geschrumpft, was der Leistung schlecht bekommt. Nach einem „Dauer­telefonat“ von 42 Minuten verabschiedet sich der Akku des Alcatel 9109 HA.

„Am Apparat: Der Auto­mat“

Zwölf Anruf­beant­worter im Test zu Preisen von 1 300 bis 3 000 Mark (test 2/80). Nur drei sind gut, vier mangelhaft. Einige Anruf­beant­worter sind sogar aus der Ferne abzu­fragen. Ansage­texte aufzusprechen ist schwer, vor allem bei Anruf­beant­wortern mit fest­gelegter Zeit für die Ansage. Bei hohen Temperaturen schwächelt manch ein Gerät. Als Alternative zum teuren Anruf­beant­worter bietet sich der Telefon­auftrags­dienst der Post an: Er nimmt für 3 Mark pro Tag ebenfalls Anrufe entgegen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 3391 Nutzer finden das hilfreich.