400 Seen und Badestellen im Check Meldung

Die ungewöhnlich hohen frühsommerlichen Temperaturen locken schon jetzt zum Sprung ins kühle Naß. Die meisten Seen sind zwar noch empfindlich kühl. Aber viele sind sauber. Im Vergleich zum letzten Jahr weist die test „Umweltkarte Badegewässer“ mehr blaue Punkte auf. Trotzdem bleiben einige kritische Seen, die in den vergangenen Jahren bereits mehrmals die Grenzwerte überschritten haben. test.de zeigt die Qualität von über 400 Badestellen. Der Download der Übersichtskarte ist kostenlos.

Ungetrübter Badespaß

400 Seen und Badestellen im Check Meldung

Der größte Teil der deutschen Seen und Strände ist sauber. In jedem Bundesland gibt es Seen, die im vergangenen Jahr die strengen Richtwerte für die Wasserqualität immer einhielten. Diese Badestellen sind auf der Karte (pdf, 3,6 MB) blau gekennzeichnet. Hier ist Baden voraussichtlich auch in diesem Jahr empfehlenswert. Überdurchschnittlich hohe Wasserqualität weisen seit Jahren zum Beispiel der Schermützelsee und der Große Stechlinsee in Brandenburg, die Müritz und der Krakower See in Mecklenburg-Vorpommern sowie der Chiemsee und der Starnberger See in Bayern auf.

Häufige Badeverbote

Anders sieht es bei den rot gekennzeichneten Gewässer aus. Hier tummeln sich viele Algen und Bakterien. Immer wieder gab es in der Saison 2005 dort Badeverbote. Traurige Beispiele sind die Nied im Saarland, der Nieder-Mooser-See in Hessen sowie die Talsperren Quitzdorf und Koberbach in Sachsen. Der seit Jahren schmutzige Halensee in Berlin taucht dieses Jahr gar nicht mehr in der Übersicht auf. Hintergrund: Der See ist offiziell kein Badesee mehr und Schilder am Ufer warnen vor dem Bad.

Einige Verbesserungen

Insgesamt gibt es dieses Jahr fast nur noch halb so viele rot gekennzeichnete Seen wie im Vorjahr. Einige Seen wie der Eichbaumsee in Hamburg, der Dümmer See in Niedersachsen oder der Groß Wittensee in Schleswig-Holstein haben die Grenzwerte in der vergangenen Badesaison meist eingehalten und damit den Sprung in die Gruppe der gelb markierten Seen geschafft. Hier ist Baden in der Regel möglich.

Vogelgrippe unproblematisch

Keine Angst müssen Badende vor der Vogelgrippe haben. Solange sie keinen direkten Kontakt mit Vogelkot oder toten Vögeln haben, besteht keine Ansteckungsgefahr. Laut den Experten des Friedrich-Loeffler-Instituts treten die Viren im Wasser nur sehr verdünnt auf. Diese Dosis kann kaum zu Ansteckungen führen.

Strengeres Reinheitsgebot

Die Badegewässerkarte basiert auf Messdaten aus der Saison 2005. In regelmäßigen Abständen messen Landesgesundheitsämter die Wasserqualität in Seen, Flüssen und Küsten. Die Behörden untersuchen dabei das Wasser auf Bakterien und Schadstoffe und überprüfen, ob Grenzwerte und Richtlinien der EU eingehalten wurden. Zusätzlich beurteilen sie Sichttiefe und Algenwachstum. Gab es im vergangenen Jahr Badeverbote, führt dies ebenfalls zur Abwertung. Die aktuelle Karte berücksichtigt auch die Ergebnisse der Vorjahre, um „Ausreißer“ entsprechend zu berücksichtigen. Seit März gelten in der EU-Badegewässer-Richtlinie zwar einige neue, strengere Grenzwerte für die Wasserqualität. Für deren Umsetzung gilt aber eine Übergangsfrist von einigen Jahren. Die Bundesländer müssen also erst ab 2008 nach den novellierten Richtlinien messen.

Tipps: So finden Sie saubere Badestellen
Karte: über 400 Badestellen im Überblick (3,6 MB)

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