400 Badestellen im Check Meldung

Der Sommer naht. Die Temperaturen steigen. Noch sind Seen, Flüsse und Meereswogen in Deutschland empfindlich kühl. Doch das wird sich in den nächsten Wochen ändern. Bleibt die Frage: Wo können Erfrischungssuchende ungetrübten Badespaß erleben? Die Badegewässerkarte von test.de gibt Antwort. Mehr als 400 Badestellen sind darin bewertet. Der Download ist kostenlos.

Saubere Seen überall

Positiv: In allen Bundesländern gibt es attraktive Badegewässer, in denen man unbesorgt planschen und schwimmen kann. Hier ist kaum damit zu rechen, dass Algen, Bakterien und trübes Wasser den Badespaß verderben. Diese Badestellen und Strände sind auf der Karte mit blau („empfehlenswert“) markiert. So sind zum Beispiel der Chiemsee in Bayern, die Hohenwarte-Talsperre in Thüringen und der Scharmützelsee in Brandenburg sehr sauber. Auch die Strände an Nord- und Ostsee sind fast durchweg empfehlenswert.

Abwasser im Badesee

400 Badestellen im Check Meldung

Die Karte basiert auf langjährigen Messungen der Gesundheitsämter. Badestellen, die in den letzten Jahren nie Anlass zur Kritik gaben, bieten wahrscheinlich auch in diesem Jahr ungetrübte Badefreuden. Umgekehrt werden schmutzige Seen der letzten Jahre nicht plötzlich sauber sein. Diese Badestellen sind mit gelb („mittelmäßig“) oder rot („Vorsicht“) gekennzeichnet. Traurige Rekordhalter der letzten Jahre: der Halensee in Berlin, der Eichbaumsee in Hamburg und die Talsperre Bautzen in Sachsen. Neu unter den roten Punkten: der Strandbadweiher in Frankenthal. Ein geplatztes Abwasserrohr verschmutzte diesen See im vergangenen Jahr nachhaltig.

Keine Verbesserung

Am häufigsten leiden Badegewässer unter Algen. Normalerweise vermehren sich diese besonders stark bei Sonnenschein und Hitze. Der Sommer 2004 war jedoch vergleichsweise kühl und regnerisch. Eigentlich hätte sich die Wasserqualität also verbessern müssen. Tatsächlich ist die Zahl der gelben und roten Punkte aber ähnlich hoch wie in den Vorjahren. Viele Gewässer leiden also auch ohne Hitze unter unzähligen Mikroorganismen, die das Algenwachstum fördern. Ein Grund dafür ist übermäßige Düngung in der Landwirtschaft. Bei Regen werden vor allem Nitrate und Phosphate von Feldern in die Seen gespült. Darüber hinaus leiten manche Kläranlagen unzureichend gereinigte Abwässer in die Seen. Algen und Keime gedeihen prächtig unter diesen Bedingungen. Die Folge: schmutzige Gewässer und Badeverbote.

Gefährliche Blaualgen

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Algen verderben nicht nur die Lust am Baden. Sie sind auch gefährlich. Zum einen erschweren trübe Gewässer die Rettung Ertrinkender. Zum anderen verbrauchen die Mikroorganismen mit der Zeit den Sauerstoff im Wasser. Fische können daran sterben. Besonders problematisch sind Blaualgen. Bei starker Blüte sind sie an Schlieren oder geschlossenen Teppichen auf der Wasseroberfläche zu erkennen - auch als „Entengrütze“ benannt. Blaualgen produzieren Gifte, so genannte Cyanotoxine. Ein Kontakt führt bei empfindlichen Menschen zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Fieber. Tiere können sogar sterben, wenn sie mit Blaualgen durchsetztes Wasser trinken. „Blüht“ der See, ist Baden also auf gar keinen Fall angesagt.

Seesanierung schwierig

Sind die Seen stark mit Algen und Bakterien belastet, dauert es in der Regel mehrere Jahre, bis sie wieder sauber sind. Selbst Sanierungsmaßnahmen garantieren bei stark belasteten Seen nicht immer Besserung. Der Eichbaumsee in Hamburg zum Beispiel wird seit den 1990er Jahren saniert. Weder eine Zwangszirkulationsanlage noch Aluminiumsalze konnten das Algenwachstum dauerhaft auf ein akzeptables Maß einschränken. Somit war Baden im Eichbaumsee auch im letzten Jahr an mehreren Tagen verboten. In diesem Jahr werden zusätzlich zwei sogenannte Tiefenwasserbelüftungsanlagen installiert. Planschen im Eichbaumsee bleibt aber nach wie vor bedenklich.

Tipps: So finden Sie saubere Badestellen
Karte: 400 Badestellen im Überblick
Auswertung: So kommen die Ergebnisse zustande

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