Schad­stoffe in Filament: ein Thema?

PLA-Filament. Wird im Heim­bereich am häufigsten für 3D-Drucke verwendet.

Die 3D-Drucker in diesem Test arbeiten mit erhitztem Kunststoff, sogenanntem Filament. Setzt das Schad­stoffe frei? Wir haben rote und schwarze PLA-Filamente (Poly­milchsäure) von jedem Druckeranbieter untersucht. Beide Farben sind für mögliche Schadstoff­einträge bekannt: Schwarzer Kunststoff könnte krebserregende PAK enthalten (poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe), roter Kunststoff giftige Azofarb­stoffe.

PLA-Filamente unauffäl­lig

Der erste Teil unserer Analyse gibt Entwarnung: Wir entdeckten in den untersuchten PLA-Filamanten keine Schad­stoffe. Im zweiten Teil des Tests simulierten wir die Luft­belastung beim Drucken. Wir erhitzten Filament-Proben in einer Prüfkammer auf 200 Grad Celsius und analysierten auf freiwerdende organische Verbindungen. Auch dabei wurden keine kritischen Schad­stoff­mengen erreicht. Im dritten Test druckten wir rote Kaffee­becher, wärmten sie und befüllten sie mit heißer, verdünnter Essig­säure (Prüf­lebens­mittel). Auch nach zwei Stunden bei 70 Grad Celsius waren keine kritischen Schad­stoff­mengen ins Prüf­lebens­mittel überge­gangen.

ABS-Filament

Im vierten Schad­stoff­test untersuchten wir ABS. Dieser Kunststoff ist hitze­beständiger und robuster als PLA. Auffällige Schad­stoff­gehalte fanden wir nicht.

Fazit: Die untersuchten 3D-Druck-Filamente sind im Schad­stoff­test unauffäl­lig. Dieses Ergebnis lässt sich aber nicht mit Sicherheit auf alle liefer­baren Filamente über­tragen. Beachten Sie deshalb folgende Hinweise.

Tipps zum 3D-Druck

Lüften. Nutzen Sie 3D-Drucker nur in gut belüfteten Räumen.

Abstand halten. Halten Sie sich nicht längere Zeit direkt neben dem Drucker auf. Das gilt vor allem für Allergiker, Schwangere, Stillende und Kinder.

Temperatur einhalten. Beachten Sie die Angaben der Hersteller von Drucker und Filament und stellen Sie die Druck­temperatur nicht höher ein.

Vorsicht mit Lebens­mitteln. Drucken Sie Gegen­stände, die mit Lebens­mitteln in Berührung kommen, nur aus Filamenten, die vom Anbieter als „lebens­mittel­echt“ deklariert sind.

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